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'Absolute Weltklasse'

Erfolgsgarant Neuer glänzt auch als Libero

Das Führungstor von André Schürrle bejubelte Manuel Neuer noch in den Armen von Miroslav Klose, doch nach dem glücklichen 2:1 (0:0) gegen Algerien wirkte auch der große deutsche Rückhalt einen Moment lang fix und fertig mit den Nerven. Der Schlussmann hatte vor 43.063 Zuschauern in Porto Alegre maßgeblichen Anteil am glücklichen Weiterkommen und war der Garant dafür, dass der lange Achtelfinal-Abend für das DFB-Team nach Verlängerung schließlich noch ein gutes Ende fand. Nach einigen Momenten des Durchatmens konnte Neuer sogar schon wieder herzhaft lachen.

Alles kritisieren wollte er nach der Zitterpartie nicht. „Wir haben über 90 Minuten die Null gehalten“, sagte Neuer, forderte allerdings für das Viertelfinale gegen Frankreich am kommenden Freitag (18.00 Uhr MESZ) ein zielstrebigeres Spiel nach vorn. Seine riskante Spielweise mit vielen Ausflügen in Verteidiger-Manier sah er gelassen. „Ich habe meine Spielweise nicht verändert. Ich spiele bei Bayern und der Nationalmannschaft öfters so. Der nasse Platz hat es hergegeben.“

Neuer verhindert Schlimmeres

Nach dem Halbzeitpfiff schritt Neuer erst lange nach den Teamkollegen in die Kabine. Der Bayern-Torhüter musste tief durchpusten - eine ganze Menge Frust hatte sich bei dem 28-Jährigen schon in den ersten 45 Minuten aufgestaut. Als Torwart war er sicherer Rückhalt und zeigte sich dazu mit mutigen Rettungsaktionen außerhalb seines Strafraums noch als starker „Abwehrspieler“. Umsichtig und souverän agierte Neuer über 120 Minuten und war erst in der Nachspielzeit machtlos gegen Abdelmoumene Djabou.

Gegen die schnellen Vorstöße der Algerier spielte Neuer nach Fehlern seiner Vorderleute als umsichtiger Libero mit. Mit hohem Risiko rettete er etwa in der 9. Spielminute auf der rechten Seite gegen Islam Slimani. Auch in der 28. Minute eilte der Münchner gegen Sofiane Feghouli wieder aus seinem Tor und musste weit vor seinem Kasten Schlimmeres verhindern. Der Atem stockte den deutschen Fans auch in der 71. Minute, als Neuer per Kopf vor seinem Strafraum gegen Slimani wieder zur Stelle war. Und erst recht in der 89. Minute, als er den Last-Minute-K.o. gegen Feghouli verhinderte.

Lob von höchster Stelle

Auch wegen solcher Rettungsaktionen schätzt Bundestrainer Joachim Löw seine Nummer 1 ganz besonders. Neuer ist nicht nur zwischen seinen Pfosten Weltklasse. Mit dem Fuß ist er sicher, im Spielaufbau ein Aktivposten. Auch deshalb hatte Löw den Welttorhüter ohne WM-Test den Kaltstart in Brasilien zugetraut. Vier Wochen hatte Neuer wegen seiner im DFB-Pokalfinale erlittenen Schulterverletzung pausieren müssen, aber die WM-Punktlandung glückte - ob gegen Portugal, Ghana oder die USA: Neuer war immer in WM-Verfassung.

Ein Lob von höchster Stelle erhielt Neuer nach auf dem auf dem Rückflug von Porto Alegre nach Porto Seguro von DFB-Präsident Wolfgang Niersbach: „Ich denke, wir alle können heute ein dickes Dankeschön an unsere Nummer eins loswerden. Manu, was Du heute geleistet hast, ist einfach absolute Weltklasse. Absolute Weltklasse.“ Zwei unverschuldete Gegentore kassierte der Keeper in drei Vorrundenspielen, aber dass er gegen den Außenseiter aus Nordafrika derart viel beschäftigt werden würde, hätte er sich sicherlich vorher nicht ausgemalt. Doch Neuer weiß: Als Torwart muss man immer voll fokussiert sein - und das ist er auch.

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