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Vorfreude aufs Halbfinale

Genießer Schweinsteiger: 'Ich bin bereit'

Selten hat eine Weltmeisterschaft den Spieler körperlich so viel abverlangt wie im Moment in Brasilien. Die Trikots kleben an den Körpern, triefend vor Schweiß, immer wieder verkrampfen die Muskeln. Bastian Schweinsteiger genießt das Turnier dennoch in vollen Zügen. „Es ist wunderschön hier - und ich freue mich sehr auf das Spiel gegen Brasilien“, schwärmte der FCB-Vizekapitän vor dem Halbfinalduell am Dienstag (22  Uhr) in Belo Horizonte gegen den Gastgeber. „Das Fußballspielen macht da noch mehr Spaß. Man genießt es, saugt es noch mehr auf und geht mit sehr viel Freude zu so einem Spiel.“

Mit Lust und Konzentration will Schweinsteiger den Einzug in das 14. Endspiel seiner Profikarriere perfekt machen. Je erfahrener man sei, umso schöner sei so ein Spiel, erzählte Schweinsteiger, der schon in zwei WM-Halbfinals, einem EM-Endspiel und drei Champions-League-Finals mitwirkte. „Ich bin 29 und dann freut man sich auf jedes große Spiel.“ Gerade in einem Land, in dem eine „so unglaubliche Identifikation zur Seleção“ herrscht.

Bei den Brasilianern erfreut sich Schweinsteiger besonderer Wertschätzung. Zusammen mit Manuel Neuer stimmte er in einem Videoclip die Vereinshymne des EC Bahia an. Mit Lukas Podolski ließ er sich im Trikot von Flamengo Rio de Janeiro ablichten. Trikot Nummer drei bekam er vom ehemaligen FCB-Kollegen Zé Roberto vor dem Achtelfinale in Porto Alegre geschenkt, wo der Brasilianer noch für Grêmio kickt.

'Ich kann noch eine WM spielen'

„Man merkt einfach, dass hier Fußball die absolute Nummer eins ist. Hier wird einem mit sehr viel Respekt und Lebensfreude begegnet“, schilderte der 106-malige Nationalspieler, „ich hoffe, dass die Stimmung auch so sein wird, wenn wir gegen Brasilien spielen. Aber ich gehe fest davon aus.“ Auch die Stimmung im DFB-Team könnte besser kaum sein, berichtete er: „Auch nach 30 Tagen ist es hier sehr schön. Wir haben alle ein bisschen Farbe bekommen und sind noch im Turnier. Wir haben sehr viel Spaß.“

Der Mittelfeldstratege selbst, der nach überstandenen Patellasehnen-Problemen seit dem dritten WM-Spiel zur Startformation der deutschen Mannschaft zählt, fühlt sich körperlich „sehr gut. Ich habe auf hohem Niveau viele Minuten gespielt und bin bereit, mehr als 90 Minuten gehen zu können“, sagte er und fügte verschmitzt hinzu: „Obwohl ich natürlich hoffe, dass die Spiele für uns nach 90 Minuten entschieden sind.“

Zusammen mit seinem FCB-Kollegen Philipp Lahm kann Schweinsteiger gegen Brasilien durch den 19. WM-Einsatz in der DFB-Rangliste mit Wolfgang Overath, Berti Vogts und Karl-Heinz Rummenigge auf Platz fünf gleichziehen. Und ein Ende ist für ihn selbst nicht in Sicht. „Ich bin 29. Das ist, glaube ich, ein ganz gutes Alter“, sagte er, „ich kann sicher noch eine WM spielen, wenn alles so kommt, wie es sein sollte.“ Dann könnte er auch zu Rekordhalter Lothar Matthäus (25 Einsätze) aufschließen, doch vor allem eines würde Schweinsteiger dem DFB-Ehrenspielführer gerne gleichtun: bei der dritten WM Weltmeister werden.

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