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'Große Lust und Vorfreude'

Juan Bernat nimmt Training beim FCB auf

23. Mai 2001 - ein guter Tag, um Geschichte zu schreiben. Zumindest aus Sicht des FC Bayern, der sich an diesem Tag in Mailand durch einen 5:4-Sieg im Elfmeterschießen gegen den FC Valencia den Champions-League-Titel sicherte. Juan Bernat war damals gerade einmal acht Jahre alt und Jugendspieler in Valencia. „Natürlich habe ich keine allzu guten Erinnerungen an das Spiel damals“, berichtete der spanische U21-Nationalspieler rückblickend, „aber inzwischen ist ja alles anders.“

Jedenfalls hat die bittere Niederlage von damals keine negativen Auswirkungen auf die fußballerische Entwicklung des inzwischen 21-Jährigen gehabt. Bei Valencia durchlief er alle Jugendmannschaften, wurde Junioren-Nationalspieler und avancierte in der vergangenen Saison zum unumstrittenen Stammspieler auf der linken Abwehrseite bei Valencia. Mit starken Leistungen spielte er sich ins Blickfeld weiterer europäischer Topklubs, seinen Zuschlag erhielt 13 Jahre nach dem Triumph im Giuseppe-Meazza-Stadion aber der FC Bayern.

Gelernter Linksaußen

„Der FC Bayern hat mir die Chance gegeben, hierher zu wechseln. Da musste ich nicht lange überlegen“, sagte Bernat, der sich am Donnerstag „mit großer Lust und Vorfreude“ den Journalisten bei seiner offiziellen Vorstellung als FCB-Neuzugang an der Säbener Straße präsentierte. Er sei aber auch ein „bisschen nervös“ angesichts der vielen neuen Dinge, die auf ihn zukommen. Insgesamt überwiege aber die Freude, ab sofort bei einem „der größten Vereine der Welt, einem Meisterklub“ zu spielen. „Ich bin sehr glücklich, hier sein zu dürfen“, meinte Bernat, der bei seiner Vorstellung von seinen Eltern, seiner Zwillingsschwester und seinem Bruder begleitet wurde.

Als einen Spieler mit „sehr, sehr großer Perspektive“ bezeichnete Sportvorstand Matthias Sammer den gelernten Linksaußen, der in den vergangenen Jahren seinen Wirkungskreis mehr und mehr in die Defensive verlegt hat. Inzwischen gilt Bernat als einer der talentiertesten Außenverteidiger Spaniens und wird bereits mit dem vier Jahre älteren Nationalspieler Jordi Alba verglichen, der ebenfalls aus der Jugend Valencias stammt. „Wir haben ähnliche Anlagen, der Vergleich macht mich schon ein wenig stolz“, erklärte Bernat.

Nicht nur Backup für die linke Seite

Beim FCB hat man die „großen Fähigkeiten“ des 1,72 Meter großen Spaniers erkannt und geht davon aus, dass er diese „bei uns noch weiterentwickeln wird“, so Sammer. Neben den sportlichen Talenten Bernats sei vor allem auch dessen Historie ein wichtiger Punkt für dessen Verpflichtung gewesen. „Er ist bei Valencia großgeworden und weiß, was Identifikation und Identität bedeuten“, sagte Sammer und betonte, dass Bernat keinesfalls „nur als Backup für die linke Seite“ vorgesehen sei.

„Wir erhoffen uns, dass er sich schnell adaptiert und für uns ein gestandener Spieler wird.“ Trainer Pep Guardiola werde dann „das beste Gefühl entwickeln“, wo er den Neuzugang am besten einsetzen kann. Seinen spanischen Landsmann nannte Bernat als einen der Hauptgründe für seinen Wechsel nach Deutschland. „Ich bin ein begeisterter Anhänger von Peps Philosophie und hoffe, dass ich noch viel von ihm lernen kann.“

Er wolle nun „so schnell wie möglich“ Deutsch lernen, um sich mit allen Mannschaftskollegen verständigen zu können. Bis dahin sollen ihm seine beiden Landsleute Thiago und Javi Martínez sowie die Südamerikaner im Kader bei der Integration helfen. Bis Sommer 2019 läuft zunächst der Vertrag Bernats beim FC Bayern. Bis dahin bietet sich ihm die Gelegenheit, selbst an der Geschichte seines neuen Klubs mitzuschreiben.