präsentiert von
Menü
'Ein guter Tag'

Badstuber freut sich über Pflichtspiel-Comeback

Holger Badstuber strahlte - und nach seinem geglückten Pflichtspiel-Comeback mehr als 20 Monate nach dem ersten von zwei Kreuzbandrissen hatte er allen Grund dazu. „Es hat riesig Spaß gemacht, ein Sieg ist rausgesprungen - ein guter Tag“, resümierte der 25 Jahre alte Nationalspieler, dessen Rückkehr in den Wettkampfbetrieb am Sonntag beim 4:1-Sieg des FC Bayern beim Drittligisten Preußen Münster einer der emotionalen Momente der ersten DFB-Pokal-Hauptrunde war.

Pep Guardiola, der den Innenverteidiger in München bislang nur verletzt gekannt hatte, war ebenfalls berührt. „Im letzten Spiel hatten wir die schlimme Nachricht mit Javi. Jetzt haben wir die schöne Nachricht mit Badstuber. Ich freue mich für ihn“, sagte der Trainer. Der Spanier hatte Badstuber nach dem Martínez-Ausfall in die Dreierkette neben Weltmeister Jérôme Boateng und Dante gestellt.

'Ich fühle mich gut'

Der Rückkehrer hielt 78 Minuten durch und zeigte in der Zeit eine abgeklärte Leistung. Bei seiner Auswechslung applaudierten sogar viele Preußen-Fans. „Er hat gut gespielt. Wir haben seine Qualität, seinen linken Fuß und seine Persönlichkeit gesehen. Er hat viel gekämpft“, lobte auch Guardiola seine neue Abwehr-Option: „Das ist nicht einfach, wenn du einen Kreuzbandriss hattest und danach noch eine neue Operation.“

Am 1. Dezember 2012 im Bundesliga-Heimspiel gegen Borussia Dortmund hatte Badstubers lange Leidenszeit begonnen. Rund 20 Monate später sei das Gelenk endlich wieder „sehr stabil“, wie Guardiola berichtete. Badstuber sprüht vor Tatendrang. „Ich bin bereit, ich fühle mich gut. Jede Einheit, jedes Spiel ist gut für mich“, sagte er. Sein Ehrgeiz muss aber auch dosiert werden. „Ich weiß, dass ich noch einen langen Weg vor mir habe. Ich bin bereit, aber der Trainer und andere entscheiden das.“

Geduld ist gefragt

Geduld ist also gefragt, das weiß auch Guardiola. „Ein Kreuzbandriss ist immer eine lange Verletzung“, mahnte der Spanier. Und er meinte damit nicht allein die Heilungszeit: „Holger war fast zwei Jahre verletzt!“ Und dennoch winkt ihm bereits am Freitagabend beim Bundesliga-Auftakt gegen den VfL Wolfsburg der nächste Startelfeinsatz. Denn dann muss der Titelverteidiger auch auf den wegen einer Roten Karte aus der Vorsaison gesperrten Boateng verzichten.

Die Kollegen freuten sich in Münster erst einmal mit für ihn. „Das hat er sich erarbeitet in den letzten Monaten“, sagte Kapitän Philipp Lahm und erinnerte: „Er hat viele Rückschläge gehabt. Dann ist es umso schöner, wenn so ein Spieler wieder auf dem Feld steht. Wir wünschen ihm, dass er wieder in die Form kommt, die er vor der Verletzung hatte.“ Da war Badstuber in der Abwehr des Rekordmeisters und auch im Nationalteam gesetzt. Ohne das Pech mit dem Knie wäre der 25-Jährige jetzt vermutlich auch ein Weltmeister von Brasilien.

Badstuber ist wie ein Neuzugang, den der FCB trotzdem nach dem langfristigen Ausfall des vielseitigen Defensiv-Spezialisten Martínez weiter sucht. Denn ob und wie schnell Badstuber wieder den dauerhaft großen Belastungen mit Bundesliga, Champions League und DFB-Pokal standhalten kann, ist noch offen. Wenn das gelingt, ist auch ein Comeback in der Nationalmannschaft nur noch eine Frage der Zeit. Zu wünschen wäre es ihm.

Weitere Inhalte