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'25 starke Minuten'

'Es war mehr drin' auf Schalke

So richtig glücklich sahen die Spieler des FC Bayern nicht aus, als sie am Samstagabend nach dem 1:1 (1:0) auf Schalke in Richtung Mannschaftsbus spazierten. „Wir sind schon ein bisschen niedergeschlagen“, merkte Mario Götze an, „denn es war definitiv mehr drin.“ Auf beeindruckende Art und Weise hatten die Bayern das Topspiel des 2. Spieltags begonnen. Pep Guardiola sprach später auf der Pressekonferenz von den „besten 30 Minuten der vergangenen sechs Monate“. Doch dann „haben wir die Kontrolle verloren“, analysierte der Trainer.

Und so mussten sich die Münchner - nach zuletzt sieben Siegen gegen Schalke in Serie - diesmal mit nur einem Punkt begnügen. Robert Lewandowski (10. Minute) schoss den FCB beim guten Debüt von Neuzugang Xabi Alonso mit seinem ersten Ligator für seinen neuen Klub völlig verdient in Führung. In der schwächeren zweiten Halbzeit sorgte Schalkes Weltmeister Benedikt Höwedes (62.) nach einer Standardsituation für den Ausgleich.

Ein durchaus umstrittenes Tor, da Höwedes den Ball - wenn auch unabsichtlich - mit der Hand über die Linie beförderte. Die Meinungen darüber gingen auseinander. Während der Schalker von einem „regulären Tor“ sprach, ärgerte sich Manuel Neuer Minuten nach dem Abpfiff immer noch. „Wenn ein Ball von der Hand ins Tor geht, ist es für mich ein Handspiel.“ Der Treffer aber zählte. In der Schlussphase legten die Bayern wieder einen Gang zu, zum Sieg reichte es allerdings leider nicht mehr.

Länderspielpause 'schadet sicher nicht'

„Man hat gesehen, welch Qualität in der Mannschaft steckt und wie wir zu diesem Zeitpunkt der Saison schon spielen können“, sagte Neuer, „aber 25 starke Minuten sind zu wenig, um hier auf Schalke zu gewinnen.“ Kapitän Philipp Lahm bemängelte nach der starken Anfangsphase zu viele Ballverluste. „Das ist untypisch für uns.“ Guardiola ergänzte: „Wir hatten insgesamt zu wenig den Ball und mussten daher viel laufen.“

Dennoch war am Samstagabend auch reichlich Positives zu beobachten: Xabi Alonso fügte sich - ohne auch nur eine richtige Trainingseinheit mit seinen neuen Teamkollegen absolviert zu haben - bestens ein. Lewandowski gelang an jedem Ort, wo er einst für Dortmund sein erstes Bundesligator überhaupt erzielt hatte, sein Debüttreffer für Bayern. Jérôme Boateng und Holger Badstuber bildeten eine sattelfeste Innenverteidigung. Und auch Neuzugang Sebastian Rode zeigte seine Klasse. Mit der Vorarbeit zum 1:0 belohnte er sich für einen couragierten Auftritt.

Mit vier Punkten nach zwei Spieltagen „muss man einfach mal leben“, erklärte Kapitän Lahm und sprach von einem „ordentlichen“ Saisonstart. Nun ruht die Liga erst einmal für zwei Wochen. Länderspiele stehen an. „Das schadet uns sicher nicht“, so Lahm, „man vergisst immer, dass wir viele Verletzte haben - und zwar nicht irgendwelche Spieler, sondern Führungsspieler.“ Die Pause wird helfen. Und dann „müssen wir langsam in den Rhythmus kommen“, so Guardiola.

Für fcbayern.de auf Schalke: Nikolai Kube

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