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'Jetzt Kräfte sammeln'

Bayern selbstkritisch nach 0:0 in Hamburg

Fast hätten sich die Ereignisse wiederholt. Vor drei Tagen lief die 90. Minute, diesmal die 88. Damals fälschte Mario Götzes Rücken den Schuss von Jérôme Boateng ab, diesmal die Fußspitze von Hamburgs Johan Djourou den Schuss von Thomas Müller. Damals schlug der Ball im langen Eck ein, diesmal segelte er knapp am Tor vorbei. Kannte der Jubel vor drei Tagen keine Grenzen, traten die Bayern diesmal alles andere als zufrieden die Heimreise an. „Ich fahre jetzt nicht nach Hause und freue mich, dass wir hier einen Punkt entführt haben“, sagte Thomas Müller nach dem 0:0 beim Hamburger SV am Samstagnachmittag, „ich bin verärgert.“

Natürlich die Belastung durch die Champions League... Natürlich der Neuer-Trainer-Effekt beim HSV (Lewis Holtby: „Wir waren brennend heiß!“)... Natürlich die Stimmung im Stadion... Natürlich die Verletztenmisere, die sich in Hamburg durch den kurzfristigen Ausfall von Arjen Robben fortsetzte... Doch das ließen die Bayern nicht als Erklärung für ihr erstes torloses Unentschieden seit zweieinhalb (!) Jahren (14. April 2012) gelten. „Wir schauen auf uns und wissen, dass wir ein bisschen zu spät angefangen haben, den Schalter umzulegen“, sagte Manuel Neuer.

'Zu wenig Tempo'

Vor allem mit ihrer ersten Halbzeit waren die Münchner nicht glücklich. „Da war es einfach zu wenig“, analysierte Philipp Lahm, „zu wenig Tempo gemacht, zu wenig bewegt, zu wenig Druck gemacht. Dann wird’s natürlich schwierig.“ Pep Guardiola bemängelte das Aufbauspiel seiner Mannschaft: „Wir hatten Probleme, unsere Offensivspieler zu kontaktieren.“ Und Neuer stellte fest: „Wir sind zu selten in die torgefährliche Zone gekommen.“

Immerhin ließen die Münchner defensiv erneut kaum etwas zu und kassierten im dritten Pflichtspiel in Folge kein Gegentor. Offensiv wurde das Bayern-Spiel nach der Pause „ein bisschen besser“, meinte Guardiola und zählte „drei, vier gute Möglichkeiten“ seiner Mannschaft. „Leider haben wir unsere Chancen nicht genutzt“, musste der FCB-Chefcoach konstatieren und brachte die 90 Minuten an der Elbe auf einen Nenner: „Wir haben nicht gut gespielt, hatten aber Chancen.“ Er kündigte an: „Wir müssen mehr und mehr arbeiten.“

Vorbereitung auf Paderborn

Das setzte Guardiola gleich am nächsten Vormittag in die Tat um. Zwar stand für einen Großteil der Mannschaft nur Regeneration auf dem Trainingsplan, mit dem Rest arbeitete der Trainer aber gleich wieder taktisch, übte Verschieben, Angriffszüge und Torabschluss. Das nächste Spiel ist schon in Sichtweite: am Dienstag gegen den euphorisierten Aufsteiger aus Paderborn, der im Moment sogar vor dem FCB in der Tabelle liegt.

„Das werden wieder 90 Minuten, in denen wir hart arbeiten müssen. Wir müssen alles rausholen, was wir im Köcher haben“, weiß Mario Götze um die Schwere der Aufgabe am kommenden Dienstag (20 Uhr) in der Allianz Arena und gab den Fahrplan für die nächsten Tage aus: „Wir müssen jetzt unsere Kräfte sammeln und dann zuhause drei Punkte holen.“

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