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Interview

Wörle: 'Ich blicke gar nicht auf die Tabelle'

Fünf Siege, zwei Remis, Platz zwei in der Tabelle! Mit dem wahrscheinlich besten Saisonstart der Vereinsgeschichte haben die Bundesliga-Frauen des FC Bayern ein dickes Ausrufezeichen gesetzt. Und das nach einem großen personellen Umbruch im Sommer. fcbayern.de hat sich mit Trainer Thomas Wörle unterhalten: über das Potenzial seiner Mannschaft, die Tabelle und ein Mosaiksteinchen.

Das Interview mit Thomas Wörle:

fcbayern.de: Thomas, Glückwunsch zum tollen Saisonstart. Wäre es nicht an der Zeit, deiner Mannschaft mal ein Kompliment zu machen?
Wörle:
„Das mache ich gerne. Wir hatten im Sommer einen großen personellen Umbruch. Zehn Abgänge, neun Zugänge. Unsere vier, fünf Langzeitverletzten haben den Umbruch noch verschärft. Dass wir jetzt schon auf so einem hohen Niveau spielen, zeugt davon, dass sich die Mannschaft schnell gefunden hat und das Potenzial, das in ihr steckt, sofort abrufen konnte. Das ist sensationell! Großes Kompliment!“

fcbayern.de: Hat sich schon in der Sommervorbereitung angedeutet, dass hier etwas wächst?
Wörle:
„Die Mädels haben von Beginn an alle sehr professionell gearbeitet. Unsere Neuzugänge haben zusätzliche Qualität mitgebracht. Auch als Typen haben sie sich schnell eingebracht. Aber dass es nach so kurzer Zeit schon so gut läuft, ist eine total positive Überraschung. Der Charakter, der Teamspirit der Mädels stimmt einfach.“

fcbayern.de: Als Trainer hast du bestimmt ein großes ABER im Hinterkopf.
Wörle:
„Mit Sicherheit. Bis jetzt haben wir gut gespielt und viele Punkte gesammelt. Das ist toll, das tut gut und erleichtert uns gleichzeitig, den Entwicklungsprozess weiter geduldig voranzutreiben. Aber die Saison ist nach sieben Spieltagen noch lange nicht zu Ende. Man muss in aller Ruhe abwarten, wie stabil die Mannschaft ist.“

fcbayern.de: Blickst du in der Tabelle nach oben oder nach unten?
Wörle:
„Ehrlich gesagt blicke ich gar nicht auf die Tabelle. Wir haben uns in der Mannschaft vom ersten Spieltag an darauf geeinigt, nicht auf die Punkte oder die Tabelle zu schauen. Wir wollen inhaltlich arbeiten! Wir wollen uns verbessern! Deswegen haben wir uns auf mehrere Punkte geeinigt, in denen wir uns weiterentwickeln wollen. Wenn wir das schaffen, wird sich das automatisch in der Tabelle niederschlagen.“

fcbayern.de: Und über die Champions League redet ihr auch nicht?
Wörle:
„Gar nicht. Wir sprechen nur über den nächsten Gegner und darüber, was wir im letzten Spiel gut oder schlecht gemacht haben. Wir arbeiten in aller Ruhe und Gelassenheit. So werden wir es auch halten, wenn schwierigere Phasen kommen.“

fcbayern.de: Du bist jetzt in der fünften Saison Trainer beim FCB. Ist das die stärkste Mannschaft, die du in dieser Zeit trainiert hast?
Wörle:
„Ja, vom Potenzial her ist das der stärkste Kader. Aber wir müssen dieses Potenzial auch in die richtigen Bahnen lenken. Es braucht Zeit, um richtig zu reifen. Nach wie vor sind uns die drei Topmannschaften, die die Liga in den letzten Jahren beherrscht haben, ein Stück voraus. Wir wollen noch weiter an sie heranrücken. Das ist unser Ziel in dieser Saison.“

fcbayern.de: Hat sich das auch in der Transferpolitik niedergeschlagen?
Wörle:
„Wir mussten uns verstärken und das haben wir getan. Mit Melanie Behringer haben wir eine Spielerin geholt, die über viel Erfahrung auf höchstem internationalem Niveau verfügt. So ein Mosaiksteinchen hat uns in den letzten Jahren gefehlt. Zusammen mit Nora Holstad führt sie die Mannschaft an. Ich möchte aber niemanden besonders herausheben. Das Kollektiv ist unsere Stärke.“

fcbayern.de: Nächster Gegner am Samstag ist der SC Sand. Wie geht ihr in das Duell mit dem Aufsteiger?
Wörle: „Auf dem Papier sind die Rollen klar verteilt. Für einen Aufsteiger haben sie bis jetzt relativ wenig Gegentore kassiert. Sie stehen relativ stabil, sehr engmaschig. Wir werden einfach versuchen, so zu spielen wie zuletzt. Fokussiert, schnell, druckvoll.“

Das Interview führte: Nikolaus Heindl.

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