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Exklusiv-Interview

Rode: 'Uns wird sicher nicht langweilig'

Diese Pause kommt zur richtigen Zeit. Drei freie Tage hat Pep Guardiola seiner Mannschaft spendiert, nachdem die Bayern erfolgreich durch die englischen Wochen gespurtet sind. „Eine kurze Verschnaufpause ist schon ganz gut“, freut sich Sebastian Rode über das verlängerte Wochenende, das der Defensivspezialist für einen Kurztrip ins Ausland nutzen wird. „Wir hatten in den letzten Wochen Spiele im Drei-Tages-Rhythmus, das wird auch nach der Länderspielpause wieder so sein. Deshalb ist es gut, jetzt mal kurz abzuschalten und auf andere Gedanken zu kommen.“

Wo genau Rode sein freies Wochenende verbringen wird, wie er seine ersten Monate beim FC Bayern erlebt hat und warum er die jüngste Reise mit dem Double-Sieger so schnell nicht vergessen wird, erzählt der Hesse, der am Samstag 24 Jahre alt wird, im exklusiven Interview mit fcbayern.de.

Das Interview mit Sebastian Rode

fcbayern.de: Hallo, Sebastian! Du bist mit dem FC Bayern kürzlich zum ersten Mal auf Champions-League-Reise gegangen. Ein ziemlich kurioser Trip, oder?
Sebastian Rode: „Die Reise nach Moskau war auf jeden Fall sehr speziell (lacht). Das ging schon bei der Anreise los, weil wir direkt vom Bundesliga-Spiel aus Köln nach Russland geflogen sind, einen Tag eher als sonst. Und am Abend hatten wir noch den Alarm im Hotel. Wir standen eine Weile vor dem Gebäude, ehe wir in ein Restaurant gegangen sind. Das war schon eine außergewöhnliche Situation.“

fcbayern.de: Manuel Neuer fühlte sich während des Alarms wie auf dem Pausenhof. Wie war das für dich?
Rode: „Es hat sich wirklich angefühlt wie in der Schule. Im ersten Moment wusste niemand, was los ist. Auf den Zimmern hat man die Sirene gar nicht gehört. Dann wurden wir rausgeholt.“

fcbayern.de: Wie sehr hat dieser Zwischenfall eure Vorbereitung auf das Spiel beeinträchtigt?
Rode:
„Optimal war das natürlich nicht, aber alles in allem hatte es keine negativen Auswirkungen. Wir haben uns jederzeit sicher gefühlt. Wir waren ja nah am Kreml, da passiert uns schon nichts (grinst).“

fcbayern.de: Momentan ist der halbe Kader auf Länderspielreise, du gehörst zu den Spielern, die an der Säbener Straße arbeiten. Wie könnt ihr die Zeit im Training sinnvoll nutzen?
Rode: „Wir arbeiten in dieser Phase relativ viel individuell. Jeder arbeitet im Kraftraum oder auf dem Platz an seinen persönlichen Schwächen. Klar sind wir im Moment eine kleinere Truppe. Aber im 5 gegen 5 oder 6 gegen 6 kann man auch ordentlich Gas geben.“

fcbayern.de: Du hast seit deinem Wechsel zum FC Bayern sechs Pflichtspiele bestritten, warst bei allen Partien im Kader. Wie fällt dein erstes Fazit aus?
Rode: „Durchweg positiv! Die Jungs haben mich super aufgenommen, ich konnte mich sehr gut einleben in der Stadt. Ich hätte natürlich gerne ein paar Einsätze mehr auf dem Konto, aber für die erste Zeit war es schon ganz ordentlich. Der Wechsel nach München war auf jeden Fall der richtige Schritt.“

fcbayern.de: In welchen Bereichen hast du dich bisher weiterentwickeln können?
Rode:
„Ich lerne mehr und mehr dazu bei der Spielauffassung von Pep Guardiola. Es ist toll, unter ihm trainieren zu dürfen. Er gibt dir Tipps, wie man sich auf dem Platz verhalten kann und zeigt dir für jede Situation Lösungsmöglichkeiten auf. Da kann man sich sehr gut weiterentwickeln - in jedem Training.“

fcbayern.de: Und von Kollegen wie Xabi Alonso kann man sicherlich auch viel lernen...
Rode: „Du lernst generell viel, wenn du die Jungs beobachtest, die auf derselben Position spielen. Welche Ruhe sie am Ball haben, über welche Spielübersicht sie verfügen: Da gibt es schon einiges, was ich mir abschauen kann.“

fcbayern.de: Hat sich in der Mannschaft schon ein besonderer Kumpel herauskristallisiert?
Rode:
„Ich habe eigentlich zu allen Spielern einen guten Draht und kann mich mit jedem gut unterhalten. Außerhalb des Platzes gab es wegen der vielen Spiele leider kaum Gelegenheit, etwas gemeinsam zu unternehmen. Aber das wird sicher noch kommen.“

fcbayern.de: In deiner Freizeit engagierst du dich bei Projekten gegen Gewalt. Wie sieht das konkret aus?
Rode: „Ich bin Botschafter für Gewaltprävention in Hessen. Das ist eine sehr facettenreiche Aufgabe. In Hessen gibt es bei Bambini- und F-Jugend-Teams keine Schiedsrichter mehr, die Teams müssen sich selbst organisieren. Das habe ich mal begleitet. Und ich besuche Einrichtungen für Jugendliche, die schon mal straffällig geworden sind. Meine Aufgaben sind sehr vielfältig.“

fcbayern.de: Welches Feedback bekommst du von den Jugendlichen?
Rode: „Sehr Positives! Wenn ich eine Rede halte, hören alle gespannt zu. Und wenn ich Autogramme verteile, freuen sie sich. Mir macht das sehr viel Spaß, deshalb werde ich auch weitermachen, obwohl ich jetzt etwas weiter weg wohne.“

fcbayern.de: Der Trainer hat euch drei freie Tage gewährt. Wie wirst du die Zeit nutzen?
Rode: „Ich werde zu meiner Freundin nach Stockholm fliegen. Sie studiert dort. Einige Kollegen, die schon mal in Stockholm waren, finden die Stadt richtig schön. Ich freue mich sehr auf den Kurztrip.“

fcbayern.de: Wie wichtig ist es für den Kopf, mal rauszukommen?
Rode: „Eine kurze Verschnaufpause ist schon ganz gut. Wir hatten in den letzten Wochen Spiele im Drei-Tages-Rhythmus, das wird auch nach der Länderspielpause wieder so sein. Deshalb ist es gut, jetzt mal kurz abzuschalten und auf andere Gedanken zu kommen.“

fcbayern.de:
Nach der Länderspielpause jagt ein Spiel wieder das nächste. Genießt du das?
Rode:
„Spielen macht immer mehr Spaß als trainieren, von daher ist es eine coole Sache. Wir haben viele interessante Aufgaben vor der Brust, zum Beispiel in der Champions League beim AS Rom oder im Pokal beim Hamburger SV. Uns wird sicher nicht langweilig.“

Das Interview führte: Marco Donato.

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