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Rückkehr aus Moskau

'Nicht sehr prickelnd', aber erfolgreich

Es war weit nach Mitternacht (1:17 Uhr), als die Lufthansa-Sondermaschine mit den Bayern an Bord am Flughafen München aufsetzte. Einer Sondergenehmigung sei Dank, denn eigentlich darf wegen des Nachtflugverbots um diese Zeit kein Flieger mehr starten oder landen. Und so rollten die Spieler ihre Koffer mitten in der Nacht zum Mannschaftsbus. Müde, erschöpft, aber froh, das Geisterspiel von Moskau erfolgreich über die Bühne gebracht zu haben.

„Wir sind gut unterwegs und hoffnungsvoll, was die Qualifikation fürs Achtelfinale angeht“, sagte Karl-Heinz Rummenigge nach dem letztlich souveränen 1:0 (1:0)-Sieg bei ZSKA und der damit verbundenen perfekten Ausbeute von sechs Punkten nach zwei Gruppenspielen. Da ManCity und AS Rom am Dienstagabend die Punkte teilten (1:1), haben die Bayern als Spitzenreiter nun bereits fünf Punkte Vorsprung auf Rang drei. Kapitän Philipp Lahm sprach von einem „kleinen Schritt. Der Druck ist jetzt erstmal nicht bei uns, sondern bei den Gegnern. Wir sind zufrieden.“

'Es war sicher kein Highlight'

Die Partie in der Arena Khimki von Moskau war ein Spiel, das zwar in die Geschichte eingehen wird, da es das allererste Spiel für den FC Bayern unter Ausschluss der Öffentlichkeit war, ewig in Erinnerung bleiben wird es aber mit Sicherheit nicht. „Für uns Spieler war es nicht sehr prickelnd“, berichtete Thomas Müller, der per Foulelfmeter (22. Minute) das Goldene Tor erzielte.

Vorstandschef Rummenigge merkte an: „So ein Geisterspiel braucht man nicht. Es war ein Spiel, das man als langweilig empfunden hat, obwohl wir nicht so schlecht gespielt haben. Es war sicher kein Highlight.“ Lahm bezeichnete die gespenstische Atmosphäre als „sehr, sehr ungewohnt.“ Es mache einfach deutlich „mehr Spaß, wenn Zuschauer im Stadion sind und die Mannschaften unterstützen.“

70 FCB-Fans im Hochhaus nebenan

Dazu kam ein Gegner, der defensiv mit einer Fünferabwehrkette agierte und so die Räume extrem eng machte. „Es war nicht unbedingt ein Genuss“, sagte Müller, „aber das sind die Spiele, die du gewinnen musst. Das sind Arbeitssiege.“ Trainer Pep Guardiola war „ein bisschen überrascht“, wie weit sich ZSKA im eigenen Stadion zurückzog. „Es war schwierig, weil sie fast alle Spieler hinter dem Ball hatten. Wir haben alles versucht, über rechts, links, durch die Mitte.“

Dennoch sorgte der eine oder andere Konter der Russen für große Gefahr. Ein Tor für ZSKA wäre durchaus möglich gewesen. Und so waren die Bayern am Ende erleichtert, diese wichtigen drei Punkte eingetütet zu haben. Rund 70 FCB-Fans verfolgten den 100. Champions-League-Sieg ihres Klubs sogar live vor Ort - im 15. Stock eines Hochhauses neben dem Stadion. Als die Spieler nach dem Schlusspfiff davon erfuhren, war die Begeisterung groß.

„Überragend“, fand Kapitän Lahm, „da sieht man mal, was für tolle Fans wir haben. Das freut uns sehr.“ Mario Götze, Bayerns bester Torschütze bislang in dieser Saison, sprach von einer „super Aktion. Unsere Fans sind mit unglaublicher Leidenschaft dabei.“ Nur Müller hatte etwas zu bemängeln - natürlich mit einem Augenzwinkern: „Leider haben sie es nicht geschafft, noch irgendein Megaphon aufs Stadiondach zu legen und es via W-LAN zu aktivieren.“

Für fcbayern.de in Moskau: Nikolai Kube

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