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Zufrieden, aber selbstkritisch

Müde Rekordjäger geben 'nochmal Vollgas'

Die Hauptstadt wollte den FC Bayern offenbar nicht mehr fortlassen. Erst stand der Mannschaftsbus auf dem Weg zum Flughafen trotz Polizeieskorte im Stau. Dann verzögerte sich der Abflug, weil die Flügel der Sondermaschine noch vom Eis befreit werden mussten. Vielleicht aber blieb so mehr Zeit, dieses ereignisreiche Wochenende nochmal Revue passieren zu lassen.

„Fantastische Erfolge“ konnte die Vereinsführung um Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge am Freitag auf der Jahreshauptversammlung verkünden (fcbayern.de berichtete). „Im Moment sind die Verhältnisse bei Bayern München ohne Frage sehr, sehr gut“, bekräftigte Rummenigge am Rande der Fanshop-Eröffnung in Berlin vor dem Gastspiel bei Hertha BSC. „Wir arbeiten auch jeden Tag dafür, dass es uns in der Zukunft weiter gut geht.“

Das galt einmal mehr auch für die Spieler des FC Bayern, die am Nachmittag beim 1:0 (1:0)-Erfolg im Berliner Olympiastadion ihre Pflicht erfüllten. „Die drei Punkte sind ganz wichtig“, sagte Matchwinner Arjen Robben, der mit seinem herrlichen Schlenzer in der 27. Minute maßgeblichen Anteil am Auswärtssieg hatte. „Wir sind zufrieden“, merkte auch Robert Lewandowski an, der jedoch wusste, dass es speziell im zweiten Durchgang „nicht so einfach“ war.

'Haben noch viele Dinge zu verbessern'

„In der ersten Halbzeit hatten wir Riesenchancen und hätten höher führen müssen“, so Jérôme Boateng, der nach seinem persönlichen Heimspiel bei seinem früheren Klub zugab, dass es der FCB „in der zweiten Halbzeit nicht gut gemacht“ hat. Trainer Pep Guardiola war zwar „zufrieden“ mit dem Ergebnis und dem Auftritt in den ersten 45 Minuten, sieht jedoch noch Steigerungsbedarf: „Wir haben noch viele, viele Dinge zu verbessern.“

„Nach der Pause war der Rhythmus ein bisschen weg“, sagte auch Berlin-Experte Robben. Gegen keinen anderen Gegner traf der Niederländer so oft wie gegen die Hertha (sieben Tore). „Wir wissen selbst, dass die zweite Halbzeit nicht gut war.“ Der fleißige, aber glücklose Lewandowski hielt fest, dass die Bayern „nicht jedes Spiel 3:0 gewinnen“ können. Guardiola indes ging auf Ursachenforschung: „Vielleicht waren meine Spieler nach dem Spiel in Manchester nach 70 Minuten in Unterzahl ein bisschen müde.“

'Jetzt können wir regenerieren'

Und doch schraubte der FC Bayern auch in Berlin an einigen Bestmarken. Erst drei Gegentreffer mussten die Münchner nach 13 Spieltagen hinnehmen - so wenige wie nie zuvor in der Vereinsgeschichte! Damit hat der FCB auch den Rekord des VfB Stuttgart aus der Saison 2003/04 eingestellt. Freuen durfte sich auch Franck Ribéry, der mit nun 185 Bundesliga-Einsätzen zum französischen Rekordspieler aufstieg. Und Boateng setzte eine fast unheimliche Serie fort: Seit 52 Liga-Spielen hat der Innenverteidiger nicht mehr verloren!

Damit die Erfolgsserien weitergehen, setzt Robben auf ausgeruhte Bayern. „Wir haben schwere Wochen hinter uns. Jetzt können wir eine Woche regenerieren, dann geben wir nochmal zwei Wochen Vollgas“, kündigte der Flügelflitzer an, „danach ist erstmal Winterpause.“ Durchschnaufen konnten Robben und Co. immerhin schon nach der Landung am späten Samstagabend in München: Guardiola gewährte seinen Profis einen freien ersten Advent.

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