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Neuzugang startet durch

Bernat: 'Auf dem Platz verliere ich meine Scheu'

Ihn hatten vor der Saison wohl nur die Wenigsten auf der Rechnung: Als Juan Bernat Mitte Juli als Neuzugang des FC Bayern vorgestellt wurde, war er in erster Linie ausgewiesenen Fußball-Experten und vor allem Kennern der spanischen Primera División ein Begriff. Knapp vier Monate später hat sich der 21 Jahre alte Linksverteidiger in Windeseile zu einer festen Größe beim deutschen Rekordmeister entwickelt. Neben Manuel Neuer, Philipp Lahm und David Alaba hat Bernat als einziger Akteur alle 15 Pflichtspiele absolviert.

„Es war schon überraschend für mich, dass ich gleich so viel spiele“, gestand der Spanier am Montag vor dem Training seines Teams an der Säbener Straße. Vor seinem Wechsel von seinem Heimatklub FC Valencia nach München habe er „natürlich“ nicht gewusst, was auf ihn zukommen würde. „Wenn du in ein anderes Land gehst, zu einem Verein wie dem FC Bayern, wo lauter große Spieler sind, da ist man natürlich schon etwas gespannt, wie es in den ersten Monaten laufen wird“, so Bernat.

Kein Mann großer Worte

Umso erfreulicher war es, wie gut er in München von allen aufgenommen wurde. „Die ganze Mannschaft und der gesamte Verein haben mir geholfen und es mir einfach gemacht, mich schnell zurechtzufinden“, berichtete der Linksfuß. Vor allem sei er „sehr überrascht“ gewesen, wie „freundlich, bescheiden und hilfsbereit“ die Teamkollegen vom ersten Tag an waren. „Wir sprechen hier ja von Weltmeistern, großen Stars, von den besten Spielern der Welt“, meinte Bernat beinahe etwas ehrfürchtig.

Überhaupt ist der 1,72 Meter große Bernat kein Mann großer Worte. „Ich war schon immer eher etwas ruhiger und zurückhaltend, auch in der Kabine“, verriet er. Doch sobald er auf dem Platz steht, „verliere ich meine Scheu und gehe aus mir raus“. Das schätzt auch Bayern Trainer Pep Guardiola an seinem spielstarken Landsmann, der 89 Prozent seiner Pässe zum Mitspieler bringt. Nur sechs Spieler - allesamt vom FC Bayern - haben in der Bundesliga einen höheren Wert.

Noch großes Entwicklungspotenzial

„Ich fühle mich sehr gut und weiß, dass Pep mir vertraut. Das möchte ich zurückgeben“, sagte Bernat, dessen konstant gute Leistungen auch dem spanischen Nationaltrainer Vicente del Bosque nicht verborgen geblieben sind. Anfang Oktober nominierte er den U21-Nationalspieler erstmals für die A-Mannschaft, im EM-Qualifikationsspiel gegen Luxemburg (4:0) debütierte er und trug sich überdies noch in die Torschützenliste ein.

Ein perfekter Einstand für den gelernten Linksaußen, der sich aber noch lange nicht am Ende seiner Entwicklung sieht. „Ich kann mich sicherlich noch in vielen Bereichen verbessern. Im Defensivverhalten sehe ich im Moment noch am meisten Potenzial, aber generell versuche ich mich überall zu verbessern“, so Bernat. „Er ist spielfreudig, schnell, hat einen guten linken Fuß und eine freche Spielweise“, charakterisierte David Alaba seinen Mitspieler.

Seine offensiven Qualitäten hat dieser zuletzt immer häufiger unter Beweis gestellt. Neben zwei Torvorlagen gab er bereits zwölf Torschüsse ab, nur Alaba (15) schoss unter allen Außenverteidigern in der Bundesliga häufiger. Mit 17 Flanken liegt er hinter Alaba (20) und Rafinha (18) auf Rang drei. Einzig mit dem Toreschießen hapert es noch, doch auch daran will Bernat arbeiten. Vielleicht klappt es ja schon am Mittwochabend im Champions-League-Gruppenspiel gegen den AS Rom.