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'Kribbeln im Bauch'

'Phänomen' Müller gelingt zweiter Dreierpack

Rein statistisch gesehen war der am Ende klare 4:0-Sieg des FC Bayern bei Eintracht Frankfurt am Samstag bereits nach 22 Minuten so gut wie besiegelt. Zum einen, weil der deutsche Rekordmeister keines der letzten 104 Bundesligaspiele, in denen er in Führung ging, verlor (97 Siege, sieben Unentschieden). Zum anderen, weil Thomas Müller der Schütze des Führungstreffers war. Wenn der 25-Jährige für die Münchner in der Bundesliga traf, gab es noch keine Niederlage. In 50 Partien gelangen dem FCB 47 Siege, die letzten 31 Spiele wurden allesamt gewonnen.

Und wenn Müller trifft, dann auch gerne mehrfach. Neben seinem Tor zum 1:0 erzielte er auch gleich noch das 2:0 (64.) und 3:0 (67.) und markierte damit seinen zweiten Bundesliga-Dreierpack. Zuvor gelang ihm das nur beim 3:1-Erfolg gegen den VfL gegen Bochum am 1. Mai 2010, zudem im Erstrunden-Pokalspiel beim BSV Rehden (5:0 im August 2013) sowie beim 4:0-Sieg der deutschen Nationalmannschaft im WM-Auftaktspiel 2014 gegen Portugal.

Vier Schüsse - drei Tore

„Natürlich freut man sich darüber, auch wenn die Freude jetzt nicht bis Weihnachten anhalten wird, weil wir ein sehr straffes Programm haben“, erklärte Müller nach dem Schlusspfiff in der Frankfurter Arena. „Der Moment ist sehr schön. Wenn man Tore schießt, kommt immer ein Kribbeln im Bauch, auch wenn man schon ein paar Spiele auf dem Buckel hat.“ Vier Mal zielte Müller in den 90 Minuten auf das Eintracht-Tor, drei Mal war der Ball drin - besser geht es kaum. „Thomas war heute eiskalt vor dem Tor“, sagte Sebastian Rode.

„Thomas ist ein Phänomen“, lobte Sportvorstand Matthias Sammer den Offensiv-Allrounder und bezeichnete diesen als „tollen Jungen“ und „tollen Botschafter für den FC Bayern“. Auch Trainer Pep Guardiola schwärmte von Müller. „Er hat eine große Nase im Strafraum“, sagte der spanische Fußballlehrer in Anlehnung an Müllers Torriecher. Mit seinen Saisontreffern vier, fünf und sechs schraubte er seine Quote in seinem 175. Bundesligaspiel auf 64 Tore.

'Es gibt andere Prioritäten'

„Er ist ja schon Triple-Sieger, jetzt hat er wieder drei Tore erzielt. Schön für uns“, flachste Torhüter Manuel Neuer. „Wir haben uns alle für Thomas gefreut. Er hat ein tolles Spiel gemacht. Drei Tore - das ist eben Thomas“, meinte Jérôme Boateng über seinen Mitspieler, dessen Potenzial Guardiola noch längst nicht ausgeschöpft sieht. „Er ist ein junger Spieler, aber auch er kann sich noch verbessern in der einen oder anderen Situation. Dann wird er ein kompletter Fußballspieler.“

Müller selbst stellte den Mannschaftserfolg einmal mehr über seinen eigenen. „Morgen interessiert‘s keinen mehr, deswegen genieße ich es, nehme es aber auch nicht allzu wichtig“, sagte er über seinen Dreierpack. Auch voreilige Fragen nach der Torjägerkanone blockte Müller gewohnt souverän ab. „Das ist noch zu früh. Ich bin da ganz locker. Hauptsache, die Schale ist im Mai daheim auf dem Marienplatz. Die Kanone ist nicht so wichtig. Es gibt andere Prioritäten.“

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