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Vogel und Herrlich im Interview

'Gegen uns geben alle zehn Prozent mehr'

Ein wenig die Beine hochlegen über die Feiertage - das sollen nicht nur die Profis des FC Bayern, denn auch die Junioren-Bundesliga-Teams des deutschen Rekordmeisters haben sich in die Winterpause verabschiedet. Die U19 von Trainer Heiko Vogel rangiert nach 13 Spieltagen in der Liga auf Platz 4 - bei noch einer Nachholpartie. Noch besser lief es bisher für die U17 von Coach Heiko Herrlich, die die Hinrunde als Tabellenzweiter abgeschlossen hat, punktgleich mit Spitzenreiter TSG Hoffenheim.

Zeit also für ein Hinrunden-Fazit. Im Gespräch mit fcbayern.de bewerten Vogel und Herrlich den bisherigen Saisonverlauf, sprechen über die Höhen und Tiefen der Hinrunde und erläutern die Ziele, die in der Rückrunde in Angriff genommen werden sollen.

Das Interview mit Heiko Vogel und Heiko Herrlich:

fcbayern.de: Hallo Herr Vogel, Herr Herrlich, wie lautet das erste Fazit nach dem Ende der Hinserie?
Vogel: „Generell ziehe ich ein positives Zwischenfazit. Neben den vielen guten Ergebnissen sehe ich vor allem die individuelle und mannschaftliche Entwicklung meiner Mannschaft. Die Mentalität im Team ist auf jeden Fall vorhanden.“

Herrlich: „Wir sind sensationell in die Saison gestartet, haben allerdings in der zweiten Hälfte der Hinrunde zu viele Punkte liegen gelassen und das meist unnötig. Wir waren lange Tabellenführer, nun sind wir hauchdünn auf Platz zwei abgerutscht. Das ist aber immer noch eine gute Ausgangsposition für die Rückrunde. Unser Ziel ist und bleibt es, Platz eins zurückzuerobern. Und meine Mannschaft hat das Potenzial dafür.“

fcbayern.de: Worin besteht der größte Verbesserungsbedarf? Und wo werden die Schwerpunkte in der Vorbereitung auf die Rückrunde liegen?
Vogel: „Wir haben in allen Bereichen noch Luft nach oben. Aber unser Hauptaugenmerk wird vor allem darin liegen, in der Defensive stabiler zu stehen. Wir stellen mit 42 erzielten Treffern die beste Offensive in unserer Staffel, hätten aber auch manches Spiel früher entscheiden können, wenn nicht sogar müssen. Daher gilt es auch an der Effizienz im Abschluss zu arbeiten.“

Herrlich: „Es ist wichtig, dass wir nach Ballverlusten schneller die Mitte schließen und konsequenter umschalten. Da haben wir noch zu viele individuelle Fehler gemacht und unsere Gegner zu unnötigen Torchancen kommen lassen. Das ist ein Punkt, der sicherlich noch verbesserungswürdig ist. Daran werden wir in der Vorbereitung auf jeden Fall arbeiten.“

fcbayern.de: Herr Vogel, wie bewerten Sie das frühzeitige Aus in der UEFA Youth League? Hat der Wettbewerb trotz des Scheiterns in der Gruppenphase die Mannschaft weitergebracht?
Vogel: „Die Spiele in der Youth League wurden von der Mannschaft gut angenommen. Sicherlich können wir mit dem Ausscheiden nicht zufrieden sein. Wir hatten das Ziel, in das Achtelfinale einzuziehen. Nichtsdestotrotz sehe ich in diesem Wettbewerb einen Mehrwert. Die Mannschaft hat internationale Erfahrung gesammelt und ist auch gereift. Ich will die Youth League nicht missen wollen. In der nächsten Saison greifen wir wieder an.“

fcbayern.de: Die U19 rangiert auf Platz vier, für die Endrunde um die Deutsche Meisterschaft qualifizieren sich aber nur die beiden Staffelbesten. Was ist noch drin?
Vogel: „Ganz ehrlich: Ich will die Deutsche Meisterschaft gewinnen, das ist mein Anspruch. Und solange es rechnerisch möglich ist, werden wir dieses Ziel auch verfolgen. Sicherlich ist die Leistungsdichte mit Mannschaften wie der TSG Hoffenheim, dem VfB Stuttgart oder auch Mainz 05 sehr groß, aber ich traue meiner Mannschaft alles zu, weil sie genügend Potenzial besitzt, um dieses Ziel auch zu erreichen.“

fcbayern.de: Herr Herrlich, in Ihrer B-Junioren-Bundesliga-Staffel sichert sich sogar nur der Erstplatzierte einen Platz in der Endrunde um die Deutsche Meisterschaft. Ist Rang eins folglich das klare Ziel für die Rückrunde?
Herrlich: „Auf jeden Fall. In unserer Liga kann zwar jeder jeden schlagen. Wenn wir aber Kontinuität in unser Spiel bekommen, bin ich sicher, dass wir uns als Staffelsieger für die Endrunde qualifizieren können. Dafür muss unsere Leistung aber in jedem der noch verbleibenden zehn Partien stimmen. Wir haben es aufgrund unserer Ausgangsposition selbst in der Hand. Mannschaften wie Hoffenheim, den Karlsruher SC, den VfB Stuttgart aber auch Greuther Fürth muss man dennoch auf dem Zettel haben, denn gegen uns geben alle immer gefühlt zehn Prozent mehr.“

fcbayern.de: Wie sieht der Fahrplan nach der Winterpause aus?
Vogel: „Wir werden aufgrund der schulischen Situation, der wir Rechnung tragen müssen, kein Trainingslager in der Fremde absolvieren. Am 7. Januar geht es mit der Vorbereitung in München los. Wir haben dann vier intensive Wochen vor uns. Es steht unter anderem ein Testspiel gegen den Regionalligisten TSV Buchbach an. Aber vor allem wollen wir die Automatismen verbessern und auch an unseren Standardsituationen feilen.“

Herrlich: „Jetzt haben sich die Jungs den Urlaub erst einmal verdient. Und dann geht es in der zweiten Januarwoche wieder los. Wir werden unsere Vorbereitung ebenfalls an der Säbener Straße abhalten. Die meisten Vorbereitungsspiele sind bereits vereinbart. Unter anderem treffen wir auf Cottbus, Wehen Wiesbaden, Aalen und Babelsberg. Es gilt, nach der Winterpause wieder in den Rhythmus zu kommen und die Grundlagen für die Rückrunde zu legen.“

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