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Geduld und harte Arbeit

Badstuber: 'Ich gehe Schritt für Schritt'

Am Sonntagvormittag schnupperte Holger Badstuber in Doha noch einmal die Vergangenheit. Das Aufwärmen fand nicht auf dem Platz, sondern in der benachbarten Fitnesshalle statt - dort also, wo Badstuber vor einem Jahr jeden Tag allein sein Rehatraining absolviert hatte. Dann ging es raus auf den Rasen und der 25-Jährige war in der Gegenwart wieder dort, wo er seit dem Trainingsauftakt vor vier Tagen immer ist: mittendrin im Teamtraining.

„Die ersten Einheiten sind für mich einfach wichtig, um reinzukommen. Es sind wieder neue Reize und nicht vergleichbar mit einem individuellen Training“, erzählte Badstuber. Vergangenen Sommer hatte er nach zwei Kreuzbandrissen und 20 Monaten Pause ein tolles Comeback gefeiert. Dann stoppte ihn ein Muskelsehnenriss im Oberschenkel.

„Ich habe einiges erfahren müssen. Jetzt bin ich hoffentlich mal fertig“, hakt Badstuber seine Leidenszeit ab. „Vom Kopf her bin ich frei. Ich habe die Bestätigung durch die Ärzte  bekommen: Alles ist sehr gut verheilt.“ Die ersten Einheiten mit der Mannschaft bestätigen ihn. „Ich fühle mich gut. Von der Verletzung ist überhaupt nichts mehr zu spüren“, berichtete er, „ich habe sehr viel Spaß und freue mich einfach, wieder mit der Mannschaft unterwegs zu sein.“

Schwere Beine? Blasen? Blaue Flecken? Badstuber genießt die Strapazen! „Ich muss hart arbeiten. Die Mannschaft ist auf einem brutal hohen Niveau. Da will ich auch wieder mitmischen“, weiß er, dass sowohl körperlich als auch spielerisch-taktisch „noch ein weiter Weg“ vor ihm liegt. Das Comeback vor einem halben Jahr macht ihm dabei Mut. „Im August, September war ich auf einem guten Weg. Den will ich bestätigt haben und mich weiter verbessern. Ich will auf ein Niveau kommen, wo ich mich selber sehe.“

Unterstützt wird er dabei von Pep Guardiola, der von seinem Innenverteidiger überzeugt ist. „Ich habe keine Zweifel an seinen Qualitäten. Wenn er fit ist, ist er ein Topspieler“, betonte der FCB-Chefcoach ihn Katar. „Es ist immer schön, wenn der Trainer lobende Worte hat“, meinte Badstuber, der in der Vorbereitung auch auf erste Spielminuten hofft, vielleicht ja schon am Dienstag beim Testspiel gegen die Katar-Stars.

Die Vorbereitungszeit will Badstuber auf jeden Fall nutzen. „Ich versuche, mich nach und nach anzubieten und zu zeigen, dass man mit mir wieder rechnen kann“, sagte er. Doch er weiß auch: „Ich darf nicht zu viel wollen. Man muss Geduld bewahren, das weiß ich. Aber Geduld habe ich jetzt intus. Ich gehe Schritt für Schritt.“

Für fcbayern.de in Doha: Nikolaus Heindl

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