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'Keine Katastrophe'

FCB will aus Niederlage die 'Lehren ziehen'

Enttäuscht und mit hängenden Köpfen verließen Spieler, Trainer und Verantwortliche des FC Bayern am späten Freitagabend die Wolfsburger Volkswagen-Arena. So hatte sich der deutsche Rekordmeister den Auftakt in die Bundesliga-Rückrunde gewiss nicht vorgestellt. Überraschend klar mit 1:4 (0:2) musste sich der Herbstmeister dem direkten Verfolger aus der Autostadt im ersten Pflichtspiel nach der Winterpause geschlagen geben und damit die erste Niederlage in der laufenden Spielzeit hinnehmen.

„Es war nicht unser Tag. Wir haben nicht gut gespielt“, brachte es Kapitän Bastian Schweinsteiger nach dem Schlusspfiff kurz und knapp auf den Punkt. „Wir waren heute nicht auf der Höhe, das müssen wir uns selbst zuschreiben“, meinte Mario Götze. „Wir haben einfach schlecht gespielt und müssen uns an die eigene Nase fassen“, sagte Jérôme Boateng. „Das ist in die Hose gegangen. Es ist kein guter Rückrundenstart für uns, das ist klar“, erklärte Manuel Neuer.

Wolfsburg trifft im richtigen Moment

Gleich vier Mal musste der Welttorhüter am Freitag den Ball aus dem Netz holen, so oft wie in der gesamten Hinrunde. „Wir hatten uns was anderes vorgestellt und auch vorgenommen“, so Neuer, der trotz der deutlichen Niederlage aber keineswegs in Panik verfallen wollte. Schließlich führt der FCB die Tabelle weiterhin mit acht Punkten Vorsprung auf Wolfsburg an. „Es ist keine Katastrophe ausgebrochen, aber wir wissen, dass wir noch viel zu tun haben.“

Dabei hatte die Partie vor 30.000 Zuschauern vielversprechend begonnen für die Münchner, die gleich aufs Tempo drückten und den VfL früh unter Druck setzten. Die Tore aber machten die Niedersachsen. Bas Dost nutzte den ersten Konter in der 4. Minute zur frühen Führung, kurz vor dem Pausenpfiff erhöhte er mit einem „Sonntagsschuss“ (Maximilian Arnold) in den Winkel auf 2:0. „Wolfsburg war besser und hat im richtigen Moment die Tore gemacht. Gratulation“, meinte Bayern-Trainer Pep Guardiola anerkennend.

Ins offene Messer gelaufen

Nach dem Seitenwechsel versuchte sein Team noch einmal, dem Spiel eine Wende zu geben. Doch Wolfsburg blieb seiner Kontertaktik treu, der starke Kevin de Bruyne (53./73.) schloss zwei weitere Gegenzüge erfolgreich ab. Juan Bernat (55.) konnte mit seinem ersten Pflichtspieltor für den FCB nur zwischenzeitlich verkürzen. „Wir haben bei unseren Angriffen oft die Ordnung verloren, standen nicht kompakt genug und haben uns relativ einfach auskontern lassen. Das darf uns nicht passieren“, analysierte Schweinsteiger selbstkritisch.

„Wir sind ins offene Messer gelaufen“, bemängelte auch Arjen Robben. „Das zeigt das, was wir so oft gesagt haben, wenn wir gewonnen haben: du kriegst nichts geschenkt“, fühlte sich der Niederländer in früheren Aussagen bestätigt. „Wir müssen unsere Lehren daraus ziehen und für die Zukunft ist das vielleicht gar nicht so schlecht“, so Robben. Auch Boateng gewann der ersten Niederlage nach 21 ungeschlagenen Spielen etwas Positives ab: „Vielleicht ist es ganz gut, dass es heute passiert ist, damit wir wach werden.“

Viel Zeit zum Wunden lecken bleibt dem FCB ohnehin nicht. Schon am kommenden Dienstag sind Schweinsteiger & Co wieder gefordert, wenn mit dem FC Schalke 04 ein Champion-League-Achtelfinalist in der Allianz Arena zu Gast ist. „Jeder weiß, dass gegen Schalke eine große Steigerung nötig ist, um das wettzumachen“, meinte Boateng. Und Neuer sagte vor dem Duell mit seinem Ex-Klub: „Die englische Woche kommt jetzt gerade richtig. Es wäre schlimm, wenn wir acht Tage auf das nächste Spiel warten müssten. Wir müssen jetzt die Kurve kriegen.“

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