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Alonso im Interview

'Mein Job: Das Spiel am Laufen halten'

Zum ersten Mal Winterpause, zum ersten Mal Trainingslager mit dem FC Bayern - das Jahr 2015 beginnt für Xabi Alonso mit zwei Premieren. Zum Abschluss des Aufenthalts in Katar und Saudi-Arabien sprach der 33-Jährige mit fcbayern.de nicht nur über die zurückliegende Woche, sondern auch über Integration, sein Spiel und seine Fortschritte beim Deutschlernen.

 

Das Interview mit Xabi Alonso:

fcbayern.de: Xabi, wie findest du die erste Winterpause deiner Karriere?
Alonso: „Es ist eine neue Erfahrung für mich. Es gefällt mir. Wir konnten die Beine und den Kopf erfrischen, jetzt sind wir zurück auf dem Platz und bereiten uns auf die zweite, die entscheidende Saisonhälfte vor. Bislang läuft es bestens. Wir trainieren wirklich gut.“

fcbayern.de: Nach dem Trainingslager sind die Beine schwer. Wünscht du dir manchmal, noch einmal die Beine eines jungen Spielers zu haben?
Alonso: „Nein. Es ist nicht so wichtig, wie alt man ist. Entscheidend ist, wie man sich fühlt. Und ich fühle mich sehr gut. Ich arbeite wie alle im Team hart, um meine Topform zu erreichen und der Mannschaft helfen zu können. Ich will bereit sein, für die großen Spiele, die hoffentlich in der Rückrunde kommen. Wir alle hier haben große Ziele.“

fcbayern.de: Du warst jetzt zum ersten Mal mit Bayern im Trainingslager. Hast du Unterschiede festgestellt im Vergleich zu deinen Erfahrungen in Madrid oder Liverpool?
Alonso: „Im Großen und Ganzen ist es überall gleich. Es gibt nur kleine Unterschiede: Wie die Woche aufgebaut ist, wie gearbeitet wird, besonders bei Pep Guardiola. Er hat seine eigenen Methoden. Ich lerne viel bei ihm.“

fcbayern.de: War die Woche für dich nach deinem ersten halben Jahr in München noch einmal gut, weil du viel Zeit mit der Mannschaft verbringen konntest?
Alonso: „Wir haben in Katar natürlich schon sehr viel Zeit miteinander verbracht. Aber ich habe mich schon vorher super integriert gefühlt. Ich komme mit allen gut aus. Bei Bayern ist alles sehr professionell, aber auch sehr entspannt.“

fcbayern.de: Man hatte von Anfang an den Eindruck, dass dir die Integration sehr leicht fällt.
Alonso: „Das war nie ein Problem für mich. Als ich vor zehn Jahren nach Liverpool gegangen bin, habe ich auch nicht viel Zeit gebraucht, um mit allen gut auszukommen und um zu verstehen, wie dort alles abläuft. Jetzt bei Bayern war es genauso. Ich bin ja auch hierhergekommen, um neue Erfahrungen zu sammeln, um die Bundesliga und so einen besonderen Klub wie den FC Bayern kennen zu lernen. Schon jetzt kann ich sagen: Es ist ein toller Schritt in meiner Karriere.“

fcbayern.de: Täuscht der Eindruck oder verstehst du dich mit Bastian Schweinsteiger besonders gut?
Alonso: „Bastian ist ein toller Bursche. Sehr freundlich und offen. Wir haben oft gegeneinander gespielt, gegenseitig sind Respekt und Bewunderung groß. Er ist so lange in diesem Klub, ist hier ein Schlüsselspieler, hat so viel erreicht. Er repräsentiert sehr gut, was Bayern ist.“

fcbayern.de: Das Passspiel ist eine besondere Qualität von dir. Wenn du zurückdenkst: War das schon in der Kindheit so?
Alonso: „Das war immer mein Job. Wenn du im Zentrum des Spiels bist, darfst du den Ball nicht lange am Fuß haben. Stattdessen sollte der Ball viele, viele Male durch deine Füße gehen, am besten auch noch sehr schnell. Das versuche ich. Ich bin derjenige, der den Ball von der einen zur anderen Seite passt, von der Defensive in die Offensive. Mein Job ist es, das Spiel am Laufen, am Ticken zu halten. Das ist auch meine Persönlichkeit.“

fcbayern.de: Bringst du also deine Persönlichkeit auf den Platz?
Alonso: „Jeder Spieler hat seine eigene Persönlichkeit. Ich kann nichts anderes spielen. Ich bin kein Stürmer, kein Flügelspieler, kein Innenverteidiger... Es ist die große Aufgabe des Trainers, die verschiedenen Rädchen, die verschiedenen Teile der Maschine an den richtigen Platz zu setzen. Dann kann man Erfolg haben.“

fcbayern.de: Wie erfolgreich verläuft denn dein Deutsch-Unterricht?
Alonso: „Im Urlaub hatte ich Hausaufgaben (auf Deutsch), aber so richtig los geht es wieder, wenn wir zurück in München sind. Ich mache Fortschritte, aber Deutsch ist kompliziert. Ich brauche noch ein bisschen Zeit. Deutsch zu lernen, ist meine Herausforderung abseits des Platzes.“

fcbayern.de: Wer in der Mannschaft ist der beste Deutsch-Lehrer für dich?
Alonso: „Thomas Müller.“

fcbayern.de: Thomas? Von ihm lernst du doch eher Bairisch als Deutsch.
Alonso: „Schritt für Schritt. Erst Deutsch, dann Bairisch.“

Das Interview führte: Nikolaus Heindl.

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