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Interview

Bürki: 'Wir wollen da oben nicht mehr weg'

Die Spannung steigt! Am Sonntag (14 Uhr, live bei FCB.tv) kommt es im Grünwalder Stadion zum aktuellen Spitzenspiel im deutschen Frauenfußball. Der FC Bayern empfängt den VfL Wolfsburg. Beide Teams sind in dieser Saison der Allianz Frauen-Bundesliga noch ungeschlagen, die Münchnerinnen liegen nur zwei Punkte hinter den Wölfinnen auf Rang zwei und könnten mit einem Sieg die Tabellenführung übernehmen.

Über dieses richtungweisende Spiel hat sich fcbayern.de mit einer der erfahrensten Spielerinnen im Bayern-Kader unterhalten: Vanessa Bürki, 28 Jahre alt, Schweizer Nationalstürmerin. Das Urgestein der Münchnerinnen - seit 2006 bestritt sie 159 Ligaspiele im FCB-Trikot - blickt der Partie unaufgeregt entgegen. „Wir sind Zweiter und werden diese Position selbst bei einer Niederlage nicht abgeben“, meinte sie. Und weiter: „Wir wollen da auch nicht mehr weg - außer natürlich wenn es noch weiter nach oben gehen würde.“

Das Interview mit Vanessa Bürki:

fcbayern.de: Vanessa, nicht mehr lange bis zum Duell mit Wolfsburg. Wie sehr kribbelt es schon?
Bürki: „Langsam spüre ich schon eine gewisse Anspannung. Die Vorfreude ist bei uns allen sehr groß. Aber ich versuche, mich nicht zu sehr reinzusteigern.“

fcbayern.de: Worauf wird es ankommen gegen den Champions-League-Sieger?
Bürki: „Uns erwartet eine schwere Aufgabe. Wolfsburg ist ganz klar Favorit. Aber wir gehen immer auf den Platz, um zu gewinnen. Dafür müssen wir als Mannschaft alles abrufen, jeder Einzelne muss bei absolut 100 Prozent sein. Dann haben wir eine Chance zu punkten.“

fcbayern.de: Wie im Hinspiel, das 0:0 endete. Was könnt ihr aus diesem Spiel für das Wiedersehen am Sonntag ziehen?
Bürki: „Damals haben wir gesehen, dass wir auch gegen Wolfsburg bestehen können. Ich denke aber, dass es am Sonntag ein ganz anderes Spiel wird. Beim Hinspiel waren wir als Mannschaft noch relativ neu zusammengewürfelt, inzwischen sind wir als Mannschaft gewachsen. Und Wolfsburg steht am Sonntag mehr unter Druck als wir. Sie wissen genau, dass sie danach noch Auswärtsspiele gegen schwere Gegner wie Potsdam und Frankfurt haben.“

fcbayern.de: Wolfsburg hat erst ein Gegentor in dieser Saison kassiert. Ist das für dich als Stürmerin ein Stück Extra-Motivation?
Bürki: „Über so etwas mache ich mir keine Gedanken. Diese Statistik zeigt einfach nur, wie stark Wolfsburg ist. Aber wenn man gegen Wolfsburg gewinnen will, muss man auch gegen sie Tore schießen. Ob ich das dann mache oder andere, ist mir egal.“

fcbayern.de: Letzte Woche seid ihr mit einem 2:1-Sieg in Hoffenheim aus der Winterpause gestartet. Wie zufrieden bist du mit eurer Leistung?
Bürki: „Nach der Winterpause ist es immer schwierig, Rhythmus aufzunehmen. Deswegen war es am wichtigsten, dass wir gewonnen haben. Das ist gut für den Kopf. Wir wissen aber schon, dass wir uns am Sonntag in allen Bereichen steigern müssen.“

fcbayern.de: Bei einem Sieg winkt euch die Tabellenführung. Wie präsent ist dieser Gedanke jetzt kurz vor dem Spiel?
Bürki: „Man hat das schon im Hinterkopf. Man kann ja die Augen nicht davor verschließen. Und wenn es so kommt, nehmen wir das natürlich gerne mit. Aber ich versuche, das zu verdrängen. Wir sind bisher sehr gut damit gefahren, von Spiel zu Spiel zu schauen. Das sollten wir auch weiterhin tun. Man muss auf dem Boden bleiben. Wir haben noch nichts erreicht.“

fcbayern.de: Du hast in einem Interview mal gesagt, dass du, wenn nötig, auch mal „herummotzt“. Gibt es in dieser Saison bislang Grund zu motzen?
Bürki: „Nein. Wir haben eine super Vorrunde gespielt. Abgesehen vom Pokalspiel gegen Frankfurt ist bis jetzt alles perfekt. Es ist uns gelungen, die vielen Neuzugänge innerhalb kürzester Zeit zu integrieren. Dass wir viel Qualität haben, war uns im Sommer klar. Aber keiner hat erwartet, dass es gleich so gut läuft. Es war fast schon schade, dass dann Winterpause war. Jetzt wollen wir den Flow aus der Vorrunde wieder aufnehmen.“

fcbayern.de: Fürchtest du, dass dieser Flow ins Stocken kommen könnte, wenn ihr am Sonntag verliert?
Bürki: „Das denke ich nicht. Wir sind Zweiter und werden diese Position selbst bei einer Niederlage nicht abgeben. Wir wollen da auch nicht mehr weg - außer natürlich wenn es noch weiter nach oben gehen würde.“

Das Interview führte: Nikolaus Heindl.

Tickets für die Partie gegen Wolfsburg sind am Sonntag zum Preis von 8,- Euro an der Tageskasse erhältlich. Besitzer von Dauerkarten für die Allianz Arena haben freien Eintritt!

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