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'Kein Wunschergebnis'

FC Bayern muss noch 'eine Schippe drauflegen'

Als der Lufthansa-Sonderflug LH 2571 um 2:35 Uhr in der Nacht auf Mittwoch am Münchner Flughafen landete, war der 36-Stunden-Trip des FC Bayern zum Champions-League-Auswärtsspiel bei Schachtar Donezk beendet. Mit im Gepäck hatte der deutsche Rekordmeister neben einem torlosen Remis aus dem Achtelfinal-Hinspiel gegen den ukrainischen Meister auch das eine oder andere Fragezeichen dahingehend, wie das Ergebnis im Hinblick auf die zweite Partie am 11. März in der heimischen Allianz Arena einzuordnen ist.

„Das ist kein Wunschergebnis“, bemerkte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge nach einem „komischen Spiel“ in der Lemberger Arena, wohin die UEFA die Partie aufgrund der anhaltenden Krise in der Ostukraine verlegt hatte. „Wir hätten es uns leichter machen können für das Rückspiel. Denn ein Sieg war drin. Den haben wir nicht erzielt, aber wir haben auch nicht verloren. Die Tür ist auf, aber wir hätten sie noch ein Stück weiter aufmachen können“, so Rummenigge weiter.

Noch Luft nach oben

Von einem „gefährlichen Resultat“ sprach hinterher Sportvorstand Matthias Sammer. „Wenn du weiterkommen willst, musst du mindestens ein Spiel gewinnen. Man sieht, dass wir zu unserer Bestform noch ein bisschen Luft nach oben haben. Das ist auch die Message für die nächsten Tage. Wir müssen eine Schippe drauflegen. Die Leistung heute war okay, aber sie war nicht super. Und ich glaube, dass wir im Rückspiel eine super Leistung brauchen“, weiß Sammer um die Schwere der Aufgabe im entscheidenden Rückspiel in drei Wochen.

Dabei hatte es durchaus verheißungsvoll begonnen für die Münchner, in der mit knapp 35.000 Zuschauern ausverkauften EM-Arena von 2012. Gegen die körperlich robust zu Werke gehenden Gastgeber, die ihr erstes Pflichtspiel seit Dezember bestritten, kontrollierte der FCB das Geschehen und kam auch zu der einen oder anderen Einschussmöglichkeit. „Wir hatten in der ersten Halbzeit Geistesblitze, aber wir haben es nicht zu Ende gebracht mit einem Tor. Das ist, was sich die Mannschaft ein Stück vorwerfen lassen muss“, bemängelte Rummenigge.

Bruch im Spiel

„Ich denke, dass wir es gut gemacht haben. Wir haben die Kontrolle über das Spiel gehabt und keine Konter zugelassen, was ihre größte Stärke ist. Schade ist, dass wir nicht das eine Tor gemacht haben, das uns sicher gut getan hätte“, schloss sich Kapitän Bastian Schweinsteiger seinen Vorrednern an. „Natürlich haben wir uns mehr erhofft und es war auch mehr drin“, ergänzte Thomas Müller und analysierte: „Die erste Halbzeit war ganz ordentlich, da haben bei einigen Situationen ein paar Zentimeter gefehlt. In der zweiten Halbzeit haben wir es leider verpasst, unser Spiel weiter so durchzuziehen.“

Tatsächlich kam nach dem Seitenwechsel ein Bruch ins Spiel des Rekordmeisters, der die kompakte Deckung Schachtars nun kaum noch in Verlegenheit bringen konnte. Dass der FCB die letzten 25 Minuten in Unterzahl agieren musste, machte die Aufgabe nicht einfacher. Ausgerechnet in seinem 100. Champions-League-Spiel sah Xabi Alonso wegen wiederholten Foulspiels die Gelb-Rote Karte, der Routinier wird damit das Rückspiel in München verpassen.

Keine Kompromisse fürs Rückspiel

„In der zweiten Halbzeit war mir das ein Stück zu wenig“, erklärte Rummenigge und richtete den Blick bereits nach vorne: „Unser Ziel war, heute ein Tor zu schießen. Das haben wir leider nicht geschafft. Dementsprechend müssen wir im zweiten Spiel sehr konzentriert zu Werke gehen, um ins Viertelfinale einzuziehen.“ Sammer betonte: „Wir sind auf dem Weg, aber wir sind noch nicht da, wo wir hinwollen und hinmüssen. Wir müssen uns weiter steigern. Heute war nicht schlecht, aber das ist noch nicht Bayern München. Und da müssen wir wieder hin.“

Immerhin spricht die Statistik vor dem Rückspiel für die Bayern. In 19 von 21 Fällen zog der FCB nach einem Remis im Auswärts-Hinspiel einer K.o.-Phase in die nächste Runde ein. Thomas Müller jedenfalls konnte dem Ergebnis doch noch etwas Positives abgewinnen: „Es gibt keine Kompromisse. Wir haben eine klare Marschroute: Wir müssen das Rückspiel gewinnen, um weiterzukommen.“

Für fcbayern.de in Lemberg: Carsten Zimmermann

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