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'Emotionale Aktion'

FCB sieht sich 'auf einem guten Weg'

45 Meter, im Vollsprint. Es lief die 66. Minute, als Pep Guardiola plötzlich in den Turbomodus schaltete und zum Schiedsrichter-Assistenten eilte. Wie? Kein Tor? Der Ball soll bei Robert Lewandowskis Treffer im Aus gewesen sein? Bayerns Trainer verstand die Welt nicht mehr, er diskutierte, er gestikulierte. Es war aber nicht zu ändern - und so begab er sich zurück zur Trainerbank, wo er Sekunden später dann doch jubeln durfte: Arjen Robben köpfte die anschließende Ecke zum 1:0 (67.) in die Maschen.

„Es war eine emotionale Aktion“, sagte Guardiola später, „ich habe nur mit ihm gesprochen. Es war sehr, sehr nett.“ Der Spanier gab gegen Schalke an der Seitenlinie mal wieder alles. Genau wie seine Spieler, die am Ende aber nicht genau wussten, ob sie sich über das 1:1 (0:0)-Unentschieden nun freuen oder doch ein bisschen ärgern sollen. „Wir können einigermaßen zufrieden sein“, brachte es Thomas Müller auf den Punkt.

Konzentriert und fest entschlossen, das bittere 1:4 in Wolfsburg vergessen zu machen, waren die Bayern ins erste Heimspiel des Jahres gestartet. Doch ein Moment der Unachtsamkeit warf früh alle Pläne über den Haufen. Ein Abschlag von Schalkes Torwart Fabian Giefer landete bei Sidney Sam, der von Jérôme Boateng nur noch per Foul gestoppt werden konnte. Bayerns Abwehrchef sah Rot (17.). Einem Rückstand musste der dezimierte FCB in der Folge zum Glück nicht hinterherrennen, da Manuel Neuer den fälligen Elfmeter von Eric Maxim Choupo-Moting parierte.

Extrem defensives Schalke

„Er hat in der Vergangenheit immer in die andere Ecke geschossen“, verriet Neuer in den Katakomben der Allianz Arena, „ich studiere die Schützen und habe mir gedacht, dass er in diesem besonderen Spiel etwas Besonderes versucht - und dann bin ich nach links gegangen.“ Mit Erfolg! Ansonsten war der Welttorhüter aber nicht groß gefordert, denn: Schalke beschränkte sich trotz Überzahl fast ausschließlich auf die Defensive.

„Das war schon sehr verwunderlich“, so Müller, „wir mussten uns darauf einstellen, aber das war nach vorne natürlich dann nicht ganz so einfach, vor allem zu zehnt.“ Auch Robben stellte fest: „Sie haben nicht wirklich Fußball gespielt.“ Und so war der Führungstreffer des Niederländers (11. Saisontor) in der zweiten Halbzeit auch verdient. Schade, dass Schalkes Benedikt Höwedes postwendend (72.) der Ausgleich gelang, ebenfalls nach einem Eckball.

Fehler lieber jetzt als später

„Unsere Leistung war viel, viel besser als gegen Wolfsburg“, analysierte Guardiola. Kapitän Bastian Schweinsteiger sah diesmal „mehr Kontrolle“. Schalke habe kaum Konterchancen gehabt. Müller meinte: „Wir können jetzt so weitermachen. Wenn wir so spielen, werden wir auch wieder gewinnen.“ Und Robben forderte: „Wir müssen kritisch sein, aber auch realistisch. Heute wollten wir einen Neustart, aber was soll man machen, wenn man nach 15 Minuten mit zehn Mann spielen muss?“

„Ein Punkt ist nicht schlecht heute“, fand auch Dante. Zumal der Tabellenzweite Wolfsburg ebenfalls nur remis spielte und so der Acht-Punkte-Vorsprung weiter Bestand hat. Am kommenden Samstag in Stuttgart soll nun aber auf alle Fälle der erste Sieg des Jahres her. „Wir sind auf einem guten Weg“, weiß Dante. Teamkollege Lewandowski ergänzte: „Das ist Fußball, du kannst nicht eine ganze Saison richtig top spielen und jedes Spiel hoch gewinnen. Es ist besser, wenn wir jetzt diese ein, zwei Fehler machen als später.“

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