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'Sieg der Mentalität'

FCB 'genießt', aber will sich 'verbessern'

Arjen Robben war der Letzte. Um ihn herum eine riesige Traube von Journalisten. Frage um Frage beantwortete der Holländer, minutenlang. Auch nach dem Spiel lief Robben immer noch auf Hochtouren - bis Mediendirektor Markus Hörwick fragte: „Arjen, der Bus würde jetzt dann fahren. Willst du mit?“ Robben lachte, verabschiedete sich und eilte zu den Teamkollegen. Motor an, Tür zu, los ging’s. Zwei Stunden lang auf der Autobahn A8 von Stuttgart in Richtung München - und zwar mit drei wichtigen Punkten im Gepäck.

Nach dem bitteren 1:4 zum Auftakt in Wolfsburg und dem 1:1 gegen Schalke lief auch am 20. Spieltag beim abstiegsbedrohten VfB Stuttgart nicht alles rund, aber: Am Ende feierte der FCB verdient den ersten Sieg der Rückrunde. „Es war nicht einfach“, erzählte Robben, der sein Team mit einem Traumtor (41.) in einer „schwierigen ersten Halbzeit“ in Führung geschossen hatte. David Alaba (51.) stellte nach der Pause mit einem tollen Freistoß den Endstand her.

„Das war ein Sieg der Mentalität“, sagte Thomas Müller zum 2:0 beim VfB Stuttgart, „wir waren sicher nicht brillant, aber es stand eine gute Mannschaft auf dem Platz.“ Der Nationalspieler, der von Trainer Pep Guardiola diesmal erst zur zweiten Halbzeit eingewechselt wurde, bezeichnete das „ersehnte“ Erfolgserlebnis als „wichtig für die Psyche. Aber am wichtigsten war’s für die Tabelle.“ Diese führen die Bayern weiter souverän mit acht Punkten Vorsprung auf den ebenfalls siegreichen VfL Wolfsburg an.

Stevens-Lob für Robben, Alaba und den FCB

60.000 Zuschauer in Stuttgart sahen am Samstagnachmittag eine Partie mit wenigen Torchancen. Bayerns allererste nutzte Robben sofort eiskalt aus - und wie. Mitchell Weiser, der zum zweiten Mal in Folge in der Startelf stand („Ein Wahnsinns-Gefühl! Genau dafür spiele ich seit meiner Kindheit Fußball.“), setzte Robben perfekt in Szene. Und der beförderte den Ball mit dem linken Vollspann über VfB-Keeper Sven Ulreich hinweg in die Maschen.

„Das Wichtigste ist, kontrolliert zu schießen. Wenn du da voll drauf haust, geht er in den zweiten Rang“, beschrieb Robben sein Tor. Sogar VfB-Trainer Huub Stevens war begeistert. „Wenn ein Robben so einen Ball reinschießt und Alaba so einen Freistoß nimmt, was willst du dann tun? Da muss man dem Gegner auch mal Respekt zollen“, so der Niederländer, der mit seiner Mannschaft auf den letzten Tabellenplatz abgerutscht ist, „die Bayern haben unseren ersten Fehler sofort ausgenutzt.“

Guardiola: Weniger laufen, mehr spielen

Für den einmal mehr überragenden Robben - fünf der letzten acht FCB-Tore gehen auf sein Konto - war es der zwölfte Ligatreffer in dieser Saison, nur Frankfurts Alex Meier (13) liegt noch vor ihm. Alaba hingegen feierte sein Tor-Debüt in dieser Spielzeit. „Ich habe solche Freistöße im Training schon so oft geübt, Gott sei Dank ist er heute mal reingegangen“, berichtete der Österreicher, den zum Ende der Hinrunde eine Knieverletzung außer Gefecht gesetzt hatte. Davon aber ist zum Glück nichts mehr zu spüren.

„Er ist einer der wichtigsten Spieler in unserer Mannschaft“, lobte Guardiola seinen Defensiv-Allrounder. Insgesamt war Bayerns Trainer mit der Leistung in Stuttgart nur bedingt zufrieden. „Wir sind nicht perfekt, das weiß ich. Wir müssen uns verbessern“, so der Spanier. Weniger laufen, mehr spielen - das sei das Hauptziel für die anstehende Trainingswoche. „Pass, Pass, Pass, so schnell wie möglich.“ Aber: „Jetzt genießen wir erstmal den Sieg!“

Für fcbayern.de in Stuttgart: Nikolai Kube

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