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Rummenigge spricht

'Jérôme hat kein schlimmes Foul gemacht'

57 Jahre zurück ging es am Freitagmittag für Karl-Heinz Rummenigge. In einer Veranstaltung in der FC Bayern Erlebniswelt gedachte er an der Seite von Sir Bobby Charlton dem tragischen Flugzeugabsturz von Manchester United und den legendären Busby Babes vom 6. Februar 1958 (eigener Bericht). Doch die Gegenwart holte den Vorstandsvorsitzenden des FC Bayern schnell ein. Denn nach der Veranstaltung stand er Rede und Antwort zur aktuellen Situation beim FC Bayern.

Karl-Heinz Rummenigge über...

...den Rückrundenstart: „Es ist keiner nervös bei uns, aber wir wissen, dass wir uns verbessern müssen. Bayern München muss spielen wie Bayern München. So, wie das die Mannschaft in der Hinrunde perfekt praktiziert hat. Fertig, Ende, aus! Dann wird es schwierig, uns zu besiegen. Wenn wir natürlich so spielen wie in Wolfsburg, dann kann man auch mal ein Spiel verlieren.“

...den Einspruch gegen die Sperre von Jérôme Boateng: „Wir sind nicht einverstanden mit der Sperre von drei Spielen. Jérôme wird bei der Berufungsverhandlung am Montag persönlich erscheinen. Dass er gesperrt werden muss, ist klar. Ein Spiel. Jérôme hat kein schlimmes Foul gemacht. Die Rote Karte war o.k., weil er der letzte Mann war. Der Elfmeter war o.k., weil es im Strafraum war. Aber drei Spiele Sperre ist übers Ziel hinausgeschossen. Ich wünsche mir, dass man sich beim DFB an das erinnert, was man selbst gewünscht hat: nämlich die Dreifachbestrafung nicht zu überstrapazieren. Es ist bekannt, dass DFB-Präsident Wolfgang Niersbach mehrere Anträge bei der FIFA gestellt hat wegen der Dreifachbestrafung. Es wäre schön, wenn man beim DFB noch einmal seriös darüber nachdenken könnte.“

...den emotionalen Pep Guardiola beim Schalke-Spiel: „Pep hat ja nichts Schlimmes getan. Er hat etwas Verständliches gemacht. Mir ist ein Trainer, der emotional dabei ist, lieber, als einer, der teilnahmslos auf der Bank sitzt. Das ist menschlich und das sollte man im Fußball akzeptieren. Aber ich kenne ihn ja. Er wird sich in der Zukunft vielleicht ein Stück mehr zurückhalten.“

...die Titelfavoriten in der Champions League: „Es gibt jetzt noch 16 Klubs, von denen ich mindestens die Hälfte als Titelanwärter sehe. Für mich geht die richtige Champions League erst jetzt mit dem K.o.-System los. Da gilt es, in bester Verfassung anzutreten und konzentriert zu spielen, um so weit wie möglich zu kommen. Wir tun gut daran, von Runde zu Runde zu denken und nicht den Fehler zu machen, die Spiele gegen Schachtar Donezk als einfache Spiele zu betrachten. Das werden schwierigere Spiele, als es der eine oder andere glaubt.“

...Udo Lattek: „1974 war ich ein totaler Nobody, dem man hier keine Chancen eingeräumt hat. Dank Udo Lattek durfte ich sofort spielen. Ich habe ihn immer als großartigen Trainer erlebt, aber auch als guten Typen, der auch mal alle Fünfe hat gerade stehen lassen. Bei ihm konnte man sich hin und wieder Dinge erlauben, aber man musste gut Fußball spielen. Wenn man das nicht tat, konnte er ungemütlich werden. Er war ein guter Typ, als Trainer, aber auch als Mensch.“

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