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Chance verpasst, Robben verletzt

'Wir haben zu Recht verloren'

Eiswürfel wäre untertrieben. Es war schon ein Eisbrocken, faustgroß, den sich Robert Lewandowski beim Verlassen der Allianz Arena an die Stirn presste. Der Bayern-Stürmer behandelte so die Nachwehen eines Kopfballduells und lieferte gleichzeitig unfreiwillig ein Sinnbild des Abends. Immer wieder war der FCB am Defensiv-Bollwerk von Borussia Mönchengladbach abgeprallt und am Ende trotz einer 0:2 (0:1)-Niederlage mit einem blauen Auge davongekommen.

„Es ist nichts Dramatisches passiert“, bilanzierte Kapitän Philipp Lahm und ärgerte sich vielmehr über die verpasste „Riesenmöglichkeit, den Sack zuzumachen. Wenn wir heute gewonnen hätten, wären wir 13 Punkte vorne gewesen bei acht Spielen. Ich glaube, dann wär’s durch gewesen.“ So aber verringerte sich der Vorsprung auf Verfolger Wolfsburg (1:1 in Mainz) lediglich um einen Zähler. Karl-Heinz Rummenigge stellte fest: „Es ist nichts passiert vom Punktekonto her. Mit den zehn Punkten Vorsprung ist man immer noch sehr kommod unterwegs.“

Besorgnis erregte an diesem Abend hingegen die Verletzung von Arjen Robben. „Das ist mindestens genauso schlimm wie die Niederlage“, fand Rummenigge, als er von der Diagnose erfuhr: Bauchmuskelriss, mehrere Wochen Pause. Schon nach seiner Auswechslung (24. Minute) wurde der Holländer gegen die dichte Borussia-Defensive schmerzlich vermisst, umso mehr, da mit Franck Ribéry auch der andere FCB-Flügelflitzer verletzt (Sprunggelenksstauchung) fehlte.

'Kein angenehmer Abend'

„Ohne Franck und Arjen war es schwer“, sagte Pep Guardiola. Lahm meinte: „Gegen so einen defensiven Gegner sind eben Spieler wichtig, die das Eins-gegen-Eins gestalten können.“ So dominierten die Bayern zwar die Partie (16:4 Schüsse, 21:3 Flanken, 68 Prozent Ballbesitz), ihre Angriffe blieben aber stumpf. „Wir haben alles versucht, aber es nicht geschafft, diese Defensive zu knacken“, sagte Guardiola.

„Wir hatten vorne keine Durchschlagskraft und hinten haben wir Fehlerketten gemacht, die zu den Toren geführt haben. Die Gladbacher haben das eiskalt ausgenutzt“, fasste Holger Badstuber den Abend zusammen. Zweimal (30., 77.) schloss Raffael einen der wenigen Gäste-Angriffe kaltschnäuzig ab. Dass dabei einmal sogar Manuel Neuer ein Patzer unterlief, passte zum Spiel. „Ich wollte den Ball festhalten und nicht nach vorne abklatschen lassen, das war das Problem“, erklärte der Welttorhüter seine unglückliche Aktion beim 0:1.

Alles in allem war es einfach „kein angenehmer Abend für uns“, meinte Rummenigge nach der ersten Heimniederlage der Saison, „wir haben nicht gut gespielt und zu Recht verloren. Gladbach hat es heute einfach besser gemacht als wir.“ Fehler-Analyse steht nun in der Länderspielpause auf dem Programm. Dann geht es mit zwei Auswärtsspielen in Dortmund und Leverkusen weiter. „Da müssen wir es besser machen als heute. Das ist klar“, betonte Rummenigge, „heute Abend war nicht der Anspruch, den Bayern München hat.“

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