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'Die Mannschaft war da'

Der nächste Schritt Richtung Berlin

„Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin!“ Das Achtelfinal-Rückspiel in der Champions League gegen Schachtar Donezk war kaum abgepfiffen, da hallten am späten Mittwochabend die Gesänge der Bayern-Fans durch das weite Rund der Allianz Arena. Im Überschwang des klaren und zu keiner Zeit gefährdeten 7:0 (2:0)-Erfolgs des deutschen über den ukrainischen Meister träumten die meisten Anhänger der Münchner bereits vom Finale am 6. Juni im Berliner Olympiastadion.

„Es war es ein guter Abend. Ich gehe zufrieden ins Bett“, sagte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge nach dem höchsten Sieg des FC Bayern in der Königsklasse. „Ich glaube, wir haben uns bisher gut präsentiert in der Champions League. Es ist bekannt, dass wir hohe Ziele haben“, so Rummenigge weiter. „Am Ende wollen wir unbedingt nach Berlin und versuchen, die Champions League zu gewinnen“, meinte auch Innenverteidiger Jérôme Boateng. Allerdings schränkte der gebürtige Berliner auch ein: „Das ist noch ein weiter Weg.“

Frühester Platzverweis in der CL-Geschichte

Der Weg des FCB durch das Rückspiel gegen Donezk erwies sich indes weniger steinig als befürchtet. Nach dem torlosen Remis im Hinspiel vor drei Wochen „war die Lage vor dem Spiel sicherlich spannender, als das Spiel selbst“, wie Thomas Müller hinterher erklärte. Mit einem verwandelten Foulelfmeter eröffnete der 25 Jahre alte Offensivspieler in der 4. Minute den Torreigen, eine Minute zuvor hatte Schachtars Innenverteidiger Olexandr Kuchar wegen einer Notbremse an Mario Götze den frühesten Platzverweis in der Geschichte der Champions League hinnehmen müssen.

„Das hätte vor dem Spiel keiner erwartet. Der Elfmeter und die Rote Karte haben alles über den Haufen geworfen. Das hat uns natürlich in die Karten gespielt“, räumte auch Sebastian Rode ein. „Es ist schwierig, in Unterzahl zu spielen. Ich denke, die Rote Karte hätte man nicht geben müssen. Ab diesem Moment konnten wir nicht mehr umsetzen, was wir uns vorgenommen hatten“, sagte ein „sehr trauriger“ Schachtar-Trainer Mircea Lucescu nach der höchsten CL-Niederlage seines Teams.

FCB in allen Belangen überlegen

Boateng (34.) sorgte noch vor der Halbzeitpause für die Vorentscheidung in einer einseitigen Begegnung gegen die an diesem Abend in allen Belangen unterlegenen Ukrainer. Franck Ribéry (49.), Müller (52.), Holger Badstuber (63.), Robert Lewandowski (75.) und Mario Götze (87.) trafen nach dem Seitenwechsel für den „auch in der Höhe“ (Rummenigge) verdienten Sieg. „Wir haben das Spiel voll dominiert“, zog Trainer Pep Guardiola hinterher ein zufriedenes Fazit. „Wir haben von Anfang an gesehen: Die Mannschaft war da. Wir verdienen es, im Viertelfinale zu sein.“

Doppeltorschütze Müller, der nach seinen CL-Treffern 25 und 26 als bester deutscher Königsklassen-Torschütze mit dem ehemaligen Münchner Mario Gomez gleichzog, sprach von einer „superrunden Mannschaftsleistung. Darauf können wir aufbauen. Jetzt warten wir gespannt auf die Auslosung.“ Diese findet nach Abschluss der restlichen Achtelfinal-Partien am 20. März in Nyon/Schweiz statt. Neben dem FCB haben sich bereits Titelverteidiger Real Madrid, der FC Porto und Paris St. Germain für die Runde der letzten Acht qualifiziert.

FCB kein Glückslos

„Es ist ein ohne Frage anspruchsvolles Starterfeld, das ist kein Wunschkonzert. Man muss es nehmen, wie es kommt“, erklärte Rummenigge und blickt der Auslosung entspannt entgegen: „Ich glaube nicht, dass wir jetzt im Viertelfinale das Glückslos für irgendjemand werden.“ Götze meinte: „Wir warten erst einmal die anderen Spiele ab. Wir werden uns das in aller Ruhe anschauen.“ Und Boateng sagte: „Uns ist es egal, wer kommt.“ Denn auf dem Weg nach Berlin muss ohnehin jeder Gegner eliminiert werden.

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