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'Es geht weiter'

FC Bayern muss sich erstmal 'schütteln'

Kapitän Philipp Lahm fand es „extrem bitter“, Thomas Müller sprach von einem „katastrophalen Abend“ und für Manuel Neuer ist es „einfach blöd gelaufen“ - nein, das Halbfinale im DFB-Pokal gegen Borussia Dortmund war nicht das Spiel des FC Bayern. Mit 1:3 (1:1, 1:0) nach Elfmeterschießen unterlag der Titelverteidiger denkbar unglücklich und verpasste erstmals seit 2011 den Einzug ins Pokalfinale in Berlin. Dort trifft nun den BVB am 30. Mai auf den Sieger des zweiten Halbfinals zwischen Arminia Bielefeld und dem VfL Wolfsburg.

„Es gibt so Tage, da läuft es - oder eben nicht“, sagte Bayerns Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge nach zuvor 16 ungeschlagenen Spielen im DFB-Pokal. 1:1 hatte es nach 120 intensiven Minuten gestanden, die Entscheidung musste im „Vabanquespiel“ (Rummenigge) Elfmeterschießen fallen. Und im Gegensatz zum Viertelfinale in Leverkusen, wo der FCB souverän alle fünf Schüsse versenkte, gingen die Münchner dieses Mal leer aus. Gleich vier Spieler scheiterten vom Punkt, der Traum vom dritten Pokalsieg in Folge war geplatzt.

Nur Lewandowski trifft

„Man kann der Mannschaft absolut keinen Vorwurf machen“, sagte Rummenigge nach dem „vielleicht besten Spiel gegen Borussia Dortmund, das wir in den letzten drei, vier Jahren abgeliefert haben. Die Mannschaft ist natürlich sehr enttäuscht in der Kabine gesessen, sie weiß, dass sie großartig gespielt und großartig gekämpft hat, und trotzdem verloren hat. Unverdient, aber das nützt nichts. Im Fußball gewinnt nicht immer der Bessere, sondern manchmal auch der Glücklichere. Das war heute Borussia Dortmund.“

„Wir haben an sich ein gutes Spiel gemacht, aber im Endeffekt ist nicht viel für uns gelaufen“, meinte auch Müller. Lange Zeit dominierte der FCB die Dortmunder und führte durch Robert Lewandowskis Treffer aus der 29. Minute hoch verdient. Doch dann verpasste es die mit 77 Toren beste Offensive der Bundesliga trotz „riesen Möglichkeiten, das Spiel in der regulären Spielzeit und der Verlängerung zu entscheiden“, wie Lahm analysierte.

'Müssen das erstmal verdauen'

Stattdessen gelang den Gästen mit der ersten nennenswerten Chance des Spiels der überraschende Ausgleich durch Pierre-Emerick Aubameyang (75.). „Wir haben für eine Viertelstunde die Struktur verloren, da waren wir ein bisschen unsortiert und das hat Dortmund ausgenutzt“, resümierte ein verärgerter Müller, der nach seiner Auswechslung das Elfmeterschießen tatenlos von der Seitenlinie beobachten musste. „Wir haben nicht wirklich viel falsch gemacht, aber gehen als Verlierer nach Hause. Das kotzt mich an.“

„Natürlich sind wir enttäuscht. Wir hatten das große Ziel, ins Pokalfinale einzuziehen, und das haben wir heute nicht geschafft. Das müssen wir jetzt erstmal verdauen“, meinte Lahm. „Wir werden uns die Tage damit beschäftigen, aber dann muss irgendwann der Blick wieder nach vorne gehen“, sagte der FCB-Kapitän im Hinblick auf die „große Aufgabe“ im Champions-League-Halbfinale gegen den FC Barcelona. „Wir brauchen nicht zu jammern, es geht weiter.“

Robben und Lewandowski verletzt

Neben dem Ausscheiden im Pokalhalbfinale beklagt der in den letzten Monaten personell ohnehin arg gebeutelte FC Bayern mit Lewandowski und dem gerade wiedergenesenen Arjen Robben zu allem Überfluss weitere Verletzte (eigener Bericht). „Es gibt nichts Positives an Niederlagen“, sagte Rummenigge und ergänzte: „Wir müssen uns jetzt schütteln und dann müssen wir nächsten Mittwoch in Barcelona mit neuem Elan und mit neuem Spirit auf den Platz gehen. Vielleicht läuft es dann etwas glücklicher.“

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