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'Großes Kompliment'

FCB freut sich über Sieg der Mentalität

Manuel Neuer hatte mehr Ruhe, als ihm lieb sein konnte. Ganz allein verbrachte der diesmal geschonte Welttorhüter die Schlussminuten auf der Bank, nachdem mit Holger Badstuber der letzte verbliebene Feldspieler eingewechselt worden war. Doch der Stolz überwog. Denn beim souveränen 3:0 (1:0)-Erfolg über Eintracht Frankfurt hat der arg dezimierte Rekordmeister mal wieder seine Willensstärke unter Beweis gestellt.

„Ich war sehr beeindruckt, weil wir vor weniger als 72 Stunden das Spiel in Leverkusen über 120 Minuten hatten. Die Mannschaft hat das sensationell gemacht“, lobte Karl-Heinz Rummenigge die Energieleistung der Münchner vor 75.000 begeisterten Fans. „À la bonne heure, da kann ich der Mannschaft und dem Trainer nur ein großes Kompliment machen.“

„Sehr, sehr stolz“ war auch Pep Guardiola nach dem Abpfiff. „Drei Tage nach dem Spiel in Leverkusen spielen wir gegen die drittbeste Offensive der Bundesliga. Wir haben sie kontrolliert und dominiert“, freute sich der Bayern-Trainer. Kapitän Philipp Lahm hielt zufrieden fest: „Die mentale Einstellung stimmt.“ Auch die fußballerische Klasse blitzte mehrfach auf: Mit einem Traumtor (15. Minute) brachte Robert Lewandowski den FCB auf den richtigen Weg.

Müllers Déjà-vu

„Wir waren schon müde“, gab Thomas Müller zu, „ich bin heute früh nicht aufgestanden und habe gesagt: 'Hurra, schon wieder ein Spiel; ich freue mich riesig!' Aber wenn man dann eine Viertelstunde auf dem Platz steht, dann rollt das Spiel.“ Dass sein Treffer zum vermeintlichen 2:0 kurz vor der Pause nicht anerkannt wurde, ärgerte Müller nur kurz. „Es hat nicht viel ausgemacht“, wusste der Weltmeister.

Denn auch nach der Pause ruhten sich die Bayern keineswegs aus. Lewandowski drückte den Ball nach einem feinen Spielzug zum vorentscheidenden 2:0 über die Linie (66.), „danach war es ein bisschen einfacher für uns“, meinte der Pole. Müller (82.) sorgte aus schier unmöglichem Winkel für den 3:0-Endstand. „In Hamburg habe ich schon mal aus einer ähnlicher Position geschossen. Da sollte man mich nicht schießen lassen“, lachte der Weltmeister.

Hoffen auf Ribéry und Schweinsteiger

„Die Mannschaft hat es echt gut gemacht und hochverdient 3:0 gewonnen. Frankfurt war noch gut bedient“, sagte Rummenigge, der sich auch über das gelungene Startelf-Comeback von Thiago freute. „Wir wussten immer, dass er ein genialer Fußballer ist. Das hat er heute wieder bewiesen. Wichtig ist, dass er da weitermacht.“ Und Müller meinte: „Es ist schön, dass er nach seiner Verletzung gleich wieder auf so ein Level kommt.“

Vor dem wichtigen Champions-League-Spiel beim FC Porto am Mittwoch wünscht sich Guardiola nun, „dass sich niemand mehr verletzt“. Vorstandschef Rummenigge hofft zudem auf die Rückkehr der angeschlagenen Franck Ribéry und Bastian Schweinsteiger. „Franck hat gut trainiert. Bastian hatte neben seiner Knöchelgeschichte noch einen Virus. Ich hoffe, dass sie am Montag mitreisen können.“ Kapitän Lahm jedenfalls ist angriffslustig: „Wir wollen in Porto gewinnen.“

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