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Interview mit Roy Makaay

'Habe nach 10 Sekunden auf die Uhr geschaut'

Phantom, Blitzstarter, Publikumsliebling: An der Säbener Straße ist Roy Makaay nach wie vor gern gesehen. Der frühere niederländische Stürmer, der für den FC Bayern zwischen 2003 und 2007 in 129 Ligaspielen sagenhafte 78 Tore erzielt hatte, stattete dem Rekordmeister in diesen Tagen einen Besuch ab.

„Ich freue mich jedes Mal, wenn ich zu Besuch bin“, sagte der 40-Jährige im exklusiven Gespräch. Angetan war Makaay natürlich auch vom Auftritt des FCB gegen Porto im Champions-League-Rückspiel: „Das war sehr eindrucksvoll.“ Mit fcbayern.de sprach das Phantom über seine Rückkehr, die Atmosphäre in der Allianz Arena und die Aussichten für den Rest der Saison.

Das Interview mit Roy Makaay

fcbayern.de: Hallo, Roy! Wir haben dich lange nicht mehr gesehen...
Makaay: „Ja, leider! Im letzten Sommer war ich hier, aber da war gerade Pause. Das letzte Mal im Stadion habe ich die Bayern in der Vorsaison gegen Manchester City (2:3 im Dezember 2013, d. Red.) gesehen. Ich habe in Holland sehr viel zu tun, aber diesmal hat es geklappt. Und dann so ein Spiel... Wunderschön!“

fcbayern.de: Was ging dir als erstes durch den Kopf, als du am Dienstagabend in der Allianz Arena saßt?
Makaay:
„Kurz nach dem Anpfiff dachte ich sofort an mein schnelles Tor gegen Real Madrid. Ich habe nach 10 Sekunden auf die Uhr geschaut und mir gesagt: 'Zu diesem Zeitpunkt war der Ball schon drin!' (lacht). Ansonsten hoffst du natürlich nur eines: dass der FC Bayern weiterkommt. Du bist wieder Fan. Das wird nie aufhören!“

fcbayern.de: Die Atmosphäre war ganz besonders, oder?
Makaay:
„Ich habe das schon öfter erlebt. Die Stimmung war immer gut, aber in den besonderen Spielen haben die Fans immer noch eine Schippe draufgelegt. Das war gestern auch wieder so. Sie haben die Mannschaft von Anpfiff bis Abpfiff angefeuert. Die Spieler haben ihnen schöne 90 Minuten zurückgegeben. Eine wunderbare Zusammenarbeit.“

fcbayern.de: Warst du dir vorher sicher, dass es der FC Bayern noch ins Halbfinale der Königsklasse schafft?
Makaay: „Ich habe vor dem Spiel noch den Satz von Thomas Müller gehört: 'Ein 2:0 wäre kein fußballerisches Weltwunder.' Das stimmt! Andererseits hatte Porto bis dahin noch kein Spiel in dieser Champions-League-Saison verloren. Aber wenn man so ein Spiel abliefert wie die Bayern in der ersten Halbzeit, wie sie den Gegner überrollt haben... Das war sehr eindrucksvoll.“

fcbayern.de: Wie gefällt dir die aktuelle Mannschaft, auch im Vergleich zum Team, in dem du einst gespielt hast?
Makaay:
„Der FC Bayern hat eine wunderbare Mannschaft. Und wenn du siehst, wer gestern nicht dabei war – Schweinsteiger, Robben, Martínez, Ribéry, Alaba, Benatia... Die fehlen ja sogar noch. Vergleiche zu damals sind schwierig. Die Zeiten ändern sich, genau wie das Spiel.“

fcbayern.de: Du warst nicht nur wegen deines legendären Tores gegen Real Madrid ein gefeierter Publikumsliebling. Spürst du das heute noch?
Makaay: „Klar! Aber nicht nur bei den Fans. Wenn ich an die Säbener Straße komme, freuen sich die Leute. Ich finde es schön, dass viele Mitarbeiter von damals auch heute noch da sind. Ich hatte vier wunderbare Jahre hier und freue mich jedes Mal, wenn ich zu Besuch komme. Hier fühle ich mich willkommen.“

fcbayern.de: Du bist derzeit U19-Trainer bei Feyenoord Rotterdam. Wie viel Spaß macht dir das?
Makaay: „Sehr viel! Aber nächstes Jahr wird mein Job ein bisschen anders. Ich mache gerade in Holland den Trainerschein. Dann habe ich keine eigene Mannschaft mehr, sondern gehöre zum Trainerstab der Profis, wo ich die Stürmer trainieren werde.“

fcbayern.de: Du warst selbst ein begnadeter Angreifer. Was kannst du den Spielern beibringen?
Makaay: „Ich sehe vieles, was man verbessern kann. Zum Beispiel ruhiger zu sein. Wie Lewandowski das 5:0 gegen Porto macht, wie er den Ball durch die Beine des Gegenspielers schiebt – das kann man trainieren.“

fcbayern.de:
Apropos Training: Dein Landsmann Arjen Robben hat endlich wieder mit dem Ball arbeiten können. Eine gute Nachricht für den FCB, oder?
Makaay: „Auf jeden Fall. Arjen hat eine Menge abgeliefert für den FC Bayern in diesem Jahr, darüber brauchen wir nicht reden. Ich hoffe für ihn und die Mannschaft, dass er schnell wieder fit ist. Dann hat der Trainer wieder eine Option mehr. Er ist ein Weltklassespieler, und die helfen dir immer.“

fcbayern.de: Was ist für den FC Bayern in dieser Saison noch möglich?
Makaay: „Die Meisterschaft ist so gut wie entschieden – da müsste schon etwas ganz Schlimmes passieren, wenn die Bayern den Titel nicht holen. Im Pokal stehen die Chancen gut. In der Champions League hofft natürlich jeder aufs Finale, doch so einfach wird das nicht. Es braucht noch ein bisschen Arbeit. Aber: Es kann wieder eine wunderbare Saison werden.“

Das Interview führte: Marco Donato

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