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KiO-Tag beim Hertha-Spiel

'Wir leben!' FCB engagiert sich für Organspende

Nick ist acht Jahre alt und Fan von Bastian Schweinsteiger; Hanna (9) ist begeistert von Manuel Neuer; Simon ist neun, seine Lieblingsspieler heißen Mario Götze und Thomas Müller - dies sind drei von 13 Kindern, die am Samstagabend beim Heimspiel gegen Hertha BSC die Einlaufeskorte der FCB-Profis bilden. Ihre Herzen werden höher schlagen, das wichtigste ist aber, dass ihre Herzen überhaupt schlagen. Denn alle 13 sind nur aufgrund einer Organtransplantation noch am Leben. „Wir leben“, wird die Botschaft auf ihren T-Shirts heißen. Es ist das Motto des großen KiO-Tages, der am Samstag in und um die Allianz Arena stattfindet.

„Wenn man die Geschichten der Kinder hört, kriegt man mehr als Gänsehaut. Es ist es eine Selbstverständlichkeit, dass wir KiO unterstützen“, betonte Karl-Heinz Rummenigge. KiO steht für Kinderhilfe Organtransplantation und ist ein eingetragener Verein, den der FC Bayern im Rahmen einer Patenschaft unterstützt. „Wir hatten die gemeinsame Idee, einen Spieltag unter diese Idee zu stellen“, erzählte Rummenigge, „wir wollen die Öffentlichkeit sensibilisieren. Organtransplantation ist ein wichtiges Thema.“

'Der Inbegriff von Solidarität'

„Jeden Tag sterben in Deutschland drei Menschen, weil nicht rechtzeitig ein Organ zur Verfügung steht“, berichtete KiO-Vorsitzender Hans Wilhelm Gäb, „jeder kann den Organspende-Ausweis ausfüllen und in die Brieftasche stecken - mehr passiert nicht.“ In der Arena werden am Samstag 75.000 Flyer mit einem herausnehmbaren Spende-Ausweis verteilt. Zudem wird es Infostände auf der Esplanade geben.

Paul Breitner ist seit 1982 im Besitz eines Organspende-Ausweises. „Ich habe ihn seitdem bei meinem Führerschein“, erzählte der Markenbotschafter des FC Bayern. „Für mich ist die Bereitschaft, ein Organ zu spenden, der Inbegriff von Solidarität und Hilfsbereitschaft“, sagte Breitner, der hofft, dass der KiO-Tag in der Allianz Arena „das Thema den Leuten nahebringt.“

Gäb ist guter Dinge, dass sich die Zahl der Menschen mit Organspende-Ausweis - aktuell sind es etwa 24 Prozent der Deutschen - am Samstag weiter erhöht. „Ich kenne kein stärkeres Kommunikationsmedium als den FC Bayern“, meinte der ehemalige Opel-Aufsichtsratschef. Zudem sorge das Engagement des deutschen Rekordmeisters für hohe Motivation bei betroffenen Kindern, Familien und behandelnden Ärzten.

Langjähriges Engagement

Gäb rettete Mitte der 90er Jahre eine Leber-Transplantation das Leben. „So kamen Franz Beckenbauer und ich erstmals mit dem Thema Organspende in Berührung“, erzählte Rummenigge. Auf Initiative der Drei folgte 1998 die Gründung des Vereins Sportler für Organspende e.V., aus dem 2004 der KiO e.V. hervorging. KiO unterstützt organkranke Kinder und deren Familien vor und nach einer Transplantation in sozialen Notlagen. In Deutschland stehen ständig etwa 200 Kinder auf der Warteliste für ein lebensrettendes Transplantat. (HIER gibt es weitere Informationen zu Kio.)

Nick, Hanna und Simon haben es hinter sich. Das Warten auf ein Organ, die Ungewissheit, die Angst, den Eingriff selbst, die Reha-Phase. Am Samstag werden die Drei an der Hand von Bayern-Profis in die Allianz Arena einlaufen. Insgesamt hatten sich bundesweit 124 organkranke Kinder für die Eskorte beworben, 13 wurden am Ende ausgewählt. „Sie können schon einige Tage nicht mehr schlafen. Die anderen haben alle ein sehr schönes Geschenk vom FC Bayern bekommen“, erzählte Gäb und betonte: „Ich wusste, dass der FC Bayern nicht nur auf Siege aus ist, sondern auch ein Herz hat.“

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