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FCB-Frauen voller Vorfreude

Danner: 'Wir fiebern dem Balkon entgegen'

Nach 39 Jahren endlich wieder Deutscher Meister! Vor knapp zwei Wochen gelang den Fußballfrauen des FC Bayern der große Coup - am Sonntag folgt das nächste Highlight: Gemeinsam mit den Meister-Herren des FC Bayern werden sie auf dem Münchner Rathausbalkon stehen. „Wir fiebern dem Sonntag entgegen und sind total gespannt, was auf uns zukommt“, sagte Managerin Karin Danner im Interview mit fcbayern.de.

Ob alle Meisterinnen, die sich zum Teil schon in der WM-Vorbereitung befinden, auf dem Balkon stehen werden? Was sich durch den Titel verändert hat? Wie die Planungen für die neue Saison aussehen? Die 56-Jährige, die seit 1977 beim FC Bayern erst als Spielerin und dann als Managerin tätig ist, stand Rede und Antwort.

Das Interview mit Karin Danner:

fcbayern.de: Frau Danner, am Sonntag geht es auf den Rathausbalkon. Wie groß ist die Vorfreude?
Danner: „Wir fiebern dem Sonntag entgegen und sind total gespannt, was auf uns zukommt. Es ist ein absolutes Highlight. Wir waren noch nie auf dem Balkon, und dann auch noch gemeinsam mit den Herren. Diese Kombination ist einmalig. Wir sind sehr stolz und fühlen uns sehr geehrt.“

fcbayern.de: Mehrere Spielerinnen befinden sich ja schon in der WM-Vorbereitung bei ihren Nationalteams. Wird das Meisterteam am Sonntag komplett sein?
Danner: „Fünf Spielerinnen können leider nicht bei uns sein, weil sie alle in Übersee sind: Mana Iwabuchi, Katie Stengel, Gina Lewandowski, Katja Schroffenegger und Vivianne Miedema. Sehr erfreulich ist, dass alle unsere deutschen Nationalspielerinnen da sein werden.“

fcbayern.de: Wie schwer war es, Bundestrainerin Silvia Neid zu überzeugen?
Danner: „Ich muss mich beim DFB und der sportlichen Leitung bedanken, dass sie das ermöglicht haben. Ich denke, wir haben einen guten Kompromiss gefunden. Die Bundestrainerin zieht das Vormittagstraining vor, so dass die Spielerinnen danach mit dem Helikopter nach München fliegen können. Abends sind sie wieder beim DFB. Vielleicht gibt dieses Erlebnis den Spielerinnen ja sogar noch einen Extraschub für die WM. Auch Nora Holstad und Caroline Abbé fliegen zurück nach München, so dass wir 18 Spielerinnen auf dem Balkon haben werden, für die wir alle auch noch 18 Dirndl organisiert haben. Das alles unter einen Hut zu bekommen, war schon ein größerer organisatorischer Akt.“

fcbayern.de: Der Gewinn der Meisterschaft ist inzwischen fast zwei Wochen her. Wie groß ist denn der Schock noch?
Danner: „So richtig realisiert habe ich es immer noch nicht, glaube ich. Aber ein Schock war es für mich nicht, weil ich die ganze Saison über daran geglaubt habe, dass so etwas möglich ist. Ich wusste ja, was für einen tollen Trainerstab und was für ein tolles Team wir haben. Die Neuzugänge haben spielerisch und charakterlich super reingepasst. Dass es am Ende tatsächlich mit der Meisterschaft geklappt hat, war die Krönung einer tollen Saison.“

fcbayern.de: Was hat der Titel als erstes verändert?
Danner: „Zunächst einmal ist mein Handy explodiert. Ich habe Glückwünsche aus der ganzen Welt bekommen: aus Mexiko, aus Thailand, von unserer 76er Meistermannschaft... Die Bilder von unserer Meisterschaft sind um die Welt gegangen. Was mich sehr freut, ist, dass die Aufmerksamkeit - schon seit dem DFB-Pokalsieg 2012 - im ganzen Verein sehr gestiegen ist. Der Frauenfußball läuft beim FC Bayern nicht nur mit, sondern es wird honoriert, dass wir gute Arbeit leisten. Diese Wertschätzung freut mich sehr und findet auch in der Balkon-Einladung ihren Ausdruck.“

fcbayern.de: Wie wirkt sich der Meistertitel auf die Transfertätigkeiten aus?
Danner: „Früher mussten wir um Transfers kämpfen. Jetzt werden uns von überallher Spielerinnen angeboten. Wir bleiben unserer Linie aber treu und holen nur Spielerinnen, von denen wir 100-prozentig überzeugt sind, dass sie zu uns passen.“

fcbayern.de: Wie weit ist die Kaderplanung für die neue Saison denn schon fortgeschritten?
Danner: „Der Kader bleibt zum größten Teil zusammen. Nur Katja Schroffenegger und Dagny Brynjarsdóttir verlassen uns, beide auf eigenen Wunsch. Mit der jungen deutschen Nationalspielerin Sara Däbritz und Lisa Evans, einer pfeilschnellen Offensivspielerin, haben wir schon zwei Neuzugänge getätigt. Darüber hinaus werden wir noch das eine oder andere machen. Denn wir brauchen einen etwas größeren Kader, um nächste Saison in drei Wettbewerben angreifen zu können. Ich bin überzeugt, dass wir wieder gut aufgestellt sein werden - und das müssen wir auch. Denn in der neuen Saison sind wir die Gejagten.“

Das Interview führte: Nikolaus Heindl.

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