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'Sehr ärgerlich'

FCB muss sich 'an die eigene Nase fassen'

Wortlos und mit hängenden Köpfen verließen die Spieler des FC Bayern am Samstagabend die Katakomben des Freiburger Schwarzwaldstadions. Zu tief saß der Stachel der Enttäuschung nach der späten und vor allen Dingen unnötigen 1:2 (1:1)-Niederlage im letzten Auswärtsspiel der Saison beim abstiegsbedrohten Sportclub.

„Freiburg wollte mehr und hat mehr Kampf gezeigt, um zu gewinnen“, erklärte Bayern-Trainer Pep Guardiola nach dem Spiel auf der Pressekonferenz. Der Katalane ärgerte sich vor allem über den späten Gegentreffer durch den kurz zuvor eingewechselten Nils Petersen. Mit seinem dritten Ballkontakt traf der ehemalige FCB-Profi in der 89. Minute zum 2:1. „Das 1:1 war ok, aber wir können das Spiel nicht in den letzten Minuten verlieren“, sagte Guardiola.

FCB hatte klarere Chancen

Bis zu Petersens Einwechslung war der FCB dem Sieg im mit 23.900 Zuschauern ausverkauften Schwarzwaldstadion näher als die Gastgeber. In einer schwungvollen und engagierten Anfangsphase hatte Bastian Schweinsteiger (13.) die Gäste in Führung gebracht. In der Folgezeit verpassten es die Bayern jedoch, ihre spielerische Klasse und Überlegenheit in weitere Tore umzumünzen. Stattdessen kam der SCF Mitte der ersten Halbzeit durch einen Fernschuss von Admir Mehmedi (33.) zum überraschenden Ausgleich.

„Bis zum 1:1 war es eine Frage der Zeit, bis der Sieg für Bayern feststeht“, räumte Petersen hinterher ein. „Gegen die Bayern rechnet man sich ja nicht so viel aus, sie hatten eine überragende Aufstellung, es wurde ja nicht groß rotiert.“ Doch spätestens nach dem Ausgleich habe man „gemerkt, heute liegt was in der Luft“, so Petersen weiter. Dabei hatte der FCB auch in der zweiten Halbzeit die klareren Chancen, doch sowohl Mario Götze (50.) als auch Schweinsteiger (69.) und der eingewechselte Thiago (85.) ließen diese ungenutzt.

'Müssen besseren Fußball spielen'

Als alles auf eine Punkteteilung hindeutete, kam Petersen und sorgte mit dem einzigen Torschuss der Freiburger in der zweiten Halbzeit für den unerwarteten Sieg. „Wir wollten das Spiel heute gewinnen, aber dann hat Freiburg das zweite Tor geschossen“, brachte es Robert Lewandowski kurz und knapp auf den Punkt. „Wenn man noch so spät ein Tor bekommt, ist das natürlich sehr ärgerlich. So etwas geht einfach nicht“, stimmte auch Jérôme Boateng mit ein.

„Das das uns natürlich nicht passieren, man darf dann am Schluss das Unentschieden auch nicht mehr hergeben. Da muss sich heute jeder an die eigene Nase fassen. Es ist auch schade für unsere Fans, die uns toll unterstützen haben. Wir müssen einfach besseren Fußball spielen als heute. Dafür müssen wir uns bei unseren Fans entschuldigen“, sagte Boateng weiter.

„Wir hatten heute das Glück auf unserer Seite“, wusste auch Freiburgs Trainer Christian Streich den Erfolg seiner Mannschaft richtig einzuschätzen. Und Stürmer Felix Klaus ergänzte angesichts des intensiven FCB-Pensums von 13 Spielen in den letzten sechs Wochen: „Die sind einfach kaputt. Es wäre Schwachsinn, da was rein zu interpretieren.“ 90 Minuten stehen dem FCB am kommenden Wochenende beim Saisonfinale gegen Mainz noch bevor. Boateng: „Wir wollen unseren Fans im eigenen Stadion nochmal etwas bieten. Das sind wir unseren Fans schuldig.“

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