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'Gefühle beiseitelegen'

Thiagos Heimkehr

Geboren in Italien, Sohn brasilianischer Eltern, aufgewachsen in Spanien und Brasilien - der Begriff Heimat ist im Fall von Thiago Alcántara do Nascimento nicht so einfach zu definieren. Oder doch?! Denn die Reise zum Halbfinal-Hinspiel in der Champions League beim FC Barcelona führt den 24-Jährigen zurück zu seinen Wurzeln. In die Stadt und zu dem Verein, wo er die längste Zeit in seinem Leben (8 Jahre) verbrachte. Heimat ist für Thiago Alcántara do Nascimento wahrscheinlich der FC Barcelona.

„Ich freue mich darauf, viele Leute wiederzusehen“, sagte der Mittelfeldspieler vor seiner Rückkehr. Welcher Empfang ihn wohl erwartet? „Ich weiß es nicht. Aber es ist natürlich immer besonders, wenn man gegen seinen früheren Klub spielt.“ Zu vielen ehemaligen Mitspielern habe er noch Kontakt. Besonders natürlich zu seinem zwei Jahre jüngeren Bruder Rafinha, der in Barcelona zum Profikader gehört.

Thiago selbst war 14 Jahre alt, als er 2005 in Barças Nachwuchsschmiede La Masia anheuerte. Er durchlief die verschiedenen Jugendteams, spielte in Barcelonas B-Mannschaft (erst unter Trainer Pep Guardiola, dann unter Luis Enrique) und debütierte schließlich im Mai 2009 bei den Profis. Bis zu seinem Wechsel nach München (2013) absolvierte er 68 Ligaspiele im Trikot der Blaugrana.

'Ein Spektakel'

Fußballerisch habe sich Barcelona seit seinem Abschied etwas verändert, erzählte Thiago. „Im Angriff haben sie an Geschwindigkeit hinzugewonnen, aber im Grunde haben sie die Basis beibehalten, die ihnen in den letzten Jahren so große Erfolge beschert hat: viel Ballbesitz.“ Lionel Messi, Andrès Iniesta & Co. den Ball wegzunehmen, selbst viel Ballbesitz zu haben, sei „der Schlüssel“, um gegen Barça zu bestehen.

Eine Schlüsselrolle auf dem Platz könnte der spanische Nationalspieler auch selbst einnehmen. Aufgrund „seiner Persönlichkeit, seines Spielverständnisses, seiner Leichtigkeit und seiner Fähigkeit, das Spiel im Gleichgewicht zu halten“, könne Thiago den Unterschied ausmachen, meinte Xabi Alonso. „Wir wissen, dass einiges passieren kann, wenn er den Ball hat.“ Pepe Reina bezeichnete Thiago schlichtweg als „Spektakel. Er gibt dir Dinge, die dir nur wenige Spieler geben können.“

Das will Thiago auch im Duell mit seinem Heimatklub zeigen. Mit seinem Bruder habe er nicht groß gesprochen. „Nur ein bisschen über die Auslosung und ein paar Tage danach über die Gesamtsituation“, erzählte er, „es gibt einen Punkt, da muss man die Gefühle beiseitelegen. Jeder von uns will ins Finale und wird auf dem Platz alles dafür geben.“

Übrigens...

Auch für Pepe Reina ist die Reise nach Barcelona eine Heimkehr. Der 32-Jährige hat wie Thiago seine fußballerischen Wurzeln in La Masia. Als Zwölfjähriger kam er 1995 in den Barça-Nachwuchs, fünf Jahre später (Dezember 2000) feierte er sein Profidebüt. Insgesamt bestritt Reina 41 Pflichtspiele für den FC Barcelona, ehe er 2002 zum FC Villarreal wechselte.

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