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50 Jahre Bundesliga

Aufstiegs-Serie, Teil 2: Der FC Bayern 1964/65

26. Juni 1965, 17:42 Uhr, Abpfiff im Berliner Olympiastadion, der FC Bayern besiegt Tennis Borussia Berlin mit 8:0 - jetzt ist es perfekt: Der FC Bayern ist in die Bundesliga aufgestiegen! Endlich!

Am kommenden Freitag jährt sich der Aufstieg zum 50. Mal. Anlässlich des Jubiläums blickt fcbayern.de in einer fünfteiligen Serie zurück auf die Zeit, als die jungen Wilden des FC Bayern sich aufmachten, den Fußball zu erobern. In Deutschland und der ganzen Welt.

Teil 2 der Aufstiegsserie: Der FC Bayern 1964/65

Von der heutigen Zentrale des FC Bayern in der Säbener Straße war Mitte der 60er Jahre noch nichts zu sehen. Die Geschäftsstelle lag mitten in der Stadt in der Landwehrstraße. Ein Klubheim gab es nicht. Trainiert wurde auf der städtischen Bezirkssportanlage in der Säbener Straße. Ein „klappriger Schuppen“ diente dort als Kabine, wie Abwehrspieler Peter Kupferschmidt erzählte, „die Schuhe mussten wir selber mitbringen und putzen.“

Seine Spiele trug der FC Bayern im Grünwalder Stadion aus. Die Münchner traten in der Regionalliga Süd an, seit der Einführung der Bundesliga 1963 die zweithöchste deutsche Spielklasse. Insgesamt gab es fünf Regionalliga-Staffeln, deren Meister und Zweitplatzierte in einer Aufstiegsrunde um zwei Bundesliga-Plätze spielten.

Im Schnitt besuchten in der Saison 1964/65 13.000 Zuschauer die Regionalliga-Heimspiele des FC Bayern. Drei Mal so viele (35.666) waren es in den drei Heimspielen der Aufstiegsrunde. Zum Heimspiel gegen Saarbrücken ist das Grünwalder mit 45.000 Zuschauern zum einzigen Mal in dieser Saison ausverkauft. 1965 ist übrigens das Geburtsjahr des ersten offiziellen FCB-Fanclubs: Im September gründete sich in Regenstauf der Fanclub Steinsberg.

Präsident des FC Bayern war seit 1962 Wilhelm Neudecker - ein Glücksfall für den Verein. Denn der Bauunternehmer aus Straubing hielt nicht nur die (noch klammen) Finanzen des Vereins zusammen, sondern bewies auch personell ein goldenes Händchen. Nach zehn Präsidenten in 17 Nachkriegsjahren zog so Kontinuität beim FCB ein.

Mit Robert Schwan installierte Neudecker Mitte der 60er Jahre den ersten bezahlten Manager im deutschen Fußball. „Robert Schwan war es zu verdanken, dass die Mannschaft nach dem verpassten Aufstieg 1964 nicht auseinanderfiel. Mehrere Spieler hatten ein Angebot aus der Bundesliga“, berichtete der spätere FCB-Kapitän Werner Olk.

1963 lockte Neudecker zudem Zlatko Tschik Cajkovski, der ein Jahr zuvor mit dem 1. FC Köln die Deutsche Meisterschaft gewonnen hatte, als Trainer zum Regionalligisten an die Isar. Der ehemalige jugoslawische Weltklassespieler verpasste den Bayern einen offensiven Spielstil, der für Furore sorgen sollte.

„Tschik war der richtige Mann zur richtigen Zeit für uns junge Burschen. Er ließ uns Fußball spielen“, erzählte Olk. Franz Beckenbauer betonte, „dass Tschik Cajkovski in einzigartiger Weise Talente fördern konnte.“ Und davon gab es im Bayern-Kader jede Menge.

Im dritten Teil der Aufstiegs-Serie lesen Sie am Mittwoch: Die Aufstiegsmannschaft.

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