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50 Jahre Bundesliga

Aufstiegs-Serie, Teil 3: Die Aufstiegsmannschaft

26. Juni 1965, 17:42 Uhr, Abpfiff im Berliner Olympiastadion, der FC Bayern besiegt Tennis Borussia Berlin mit 8:0 - jetzt ist es perfekt: Der FC Bayern ist in die Bundesliga aufgestiegen! Endlich!

Am kommenden Freitag jährt sich der Aufstieg zum 50. Mal. Anlässlich des Jubiläums blickt fcbayern.de in einer fünfteiligen Serie zurück auf die Zeit, als die jungen Wilden des FC Bayern sich aufmachten, den Fußball zu erobern. In Deutschland und der ganzen Welt.

Teil 3 der Aufstiegsserie: Die Aufstiegsmannschaft

Finanziell war es um den FC Bayern Anfang/Mitte der 60er Jahre noch nicht gut bestellt. aus der Not machte Präsident Wilhelm Neudecker eine Tugend und verordnete dem Klub einen Jugendstil. Mit einem Durchschnittsalter von 21,8 Jahren gingen die Bayern als jüngste Regionalligamannschaft in die Saison 1964/65. Kapitän Adi Kunstwadl war mit 24 Jahren schon einer der Ältesten im Kader. „Wir waren sozusagen die jungen Wilden, voller Emotion, voller Motivation und kaum zu bändigen“, schrieb Sepp Maier in seinem Buch „Wer mit dem Ball tanzt“.

Zwei der drei Neuzugänge im Sommer 1964 kamen aus der eigenen Jugend: Angreifer Rudolf Nafziger und ein gewisser Franz Beckenbauer. Der 18-Jährige hatte in den letzten Zügen der vorherigen Saison im Seniorenbereich debütiert. Beim 4:0-Auswärtssieg gegen den FC St. Pauli in der Aufstiegsrunde (6. Juni 1964) lief er als Linksverteidiger auf und traf zum 3:0. Beckenbauer sei damals „ein recht schmales, aber doch schon ziemlich kaltblütiges Bürschchen“ gewesen, heißt es in der Chronik zum 70-jährigen FCB-Jubiläum (1970).

FCB-Coach Cajkovski war zunächst wenig begeistert vom späteren Kaiser. „Der ist zu weich. Den kann ich nicht gebrauchen“, sagte er, als Neudecker den jungen Beckenbauer ins Training der ersten Mannschaft bestellte. Neudecker setzte Beckenbauer bei Cajkovski aber durch, Cajkovski verpasste dem Jungspund den letzten Schliff - ein Muster, das sich bei Gerd Müller wiederholte.

Der 18-Jährige vom TSV Nördlingen war im Sommer 1964 der einzige externe Neuzugang der Bayern. „Was soll isch mit dieses Junge? Diese Figur, unmöglich“, war Cajkovski zunächst ratlos angesichts der „Gewichtheber“-Statur des Angreifers. Doch auf Druck von Neudecker lief Müller, den in der Vorbereitung ein Armbruch ausbremste, am zwölften Spieltag erstmals auf und ließ fortan Tore sprechen. In 26 Regionalligaspielen traf er 32 Mal! Beckenbauer war ab dem sechsten Spieltag eine feste Größe. Er absolvierte 1964/65 31 Spiele und erzielte 16 Tore.

Da im Sommer 1964 zudem ein 20-Jähriger namens Sepp Maier den Stammplatz im Tor erobert hatte, war die Aufstiegssaison 1964/65 auch die Geburtsstunde einer Achse, die den FC Bayern für viele Jahre prägen sollte: Maier - Beckenbauer - Müller.

Im vierten Teil der Aufstiegs-Serie lesen Sie am Donnerstag: Der Anlauf zum Aufstieg.

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