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50 Jahre Bundesliga

Aufstiegs-Serie, Teil 4: Der Anlauf zum Aufstieg

26. Juni 1965, 17:42 Uhr, Abpfiff im Berliner Olympiastadion, der FC Bayern besiegt Tennis Borussia Berlin mit 8:0 - jetzt ist es perfekt: Der FC Bayern ist in die Bundesliga aufgestiegen! Endlich!

Am kommenden Freitag jährt sich der Aufstieg zum 50. Mal. Anlässlich des Jubiläums blickt fcbayern.de in einer fünfteiligen Serie zurück auf die Zeit, als die jungen Wilden des FC Bayern sich aufmachten, den Fußball zu erobern. In Deutschland und der ganzen Welt.

Teil 4 der Aufstiegsserie: Der Anlauf zum Aufstieg

Wie würden die Bayern auftreten, nachdem sie im Sommer 1964 so knapp am Aufstieg gescheitert waren? Die Mannschaft von Trainer Tschik Cajkovski beantworteten diese Frage mit einem 10:0-Sieg gegen Darmstadt 98 am ersten Spieltag der Regionalliga-Saison 1964/65. Eigengewächs Rudolf Nafziger war der einzige der drei Neuen, der zum Einsatz kam und fügte sich mit zwei Toren prächtig ein. Gerd Müller fehlte verletzt (Armbruch), auf Franz Beckenbauer verzichtete Cajkovski. (Ein- und Auswechslungen waren zu diesem Zeitpunkt im Fußball noch nicht erlaubt.) „Schönen Fußball gespielt. Ball laufen lassen. Viel schießen. In Ordnung“, lautete die Trainer-Analyse nach dem gelungenen Auftakt.

Zwei Auswärtsniederlagen in Folge (in Fürth und Kassel) dämpften die Münchner Euphorie aber prompt. Am vierten Spieltag fand der FCB mit einem 3:0 gegen Bayern Hof zurück in die Erfolgsspur. 19 Spiele in Folge blieb die Cajkovski-Elf nun ungeschlagen, holte vom 12. bis zum 23. Spieltag gar zwölf Siege in Serie. 9:2 (Wacker München), 9:1 (TSG Ulm), 7:0 (FC Emmendingen), 7:2 (Darmstadt 98) - unaufhaltsam schossen sich die Münchner in der Tabelle nach oben, nach einem 6:0 beim FC Schweinfurt am 17. Spieltag (29. November 1964) übernahmen sie Platz eins.

Beckenbauer und Müller waren da längst fester Teil der Mannschaft. Beckenbauer debütierte am sechsten Spieltag bei einem 2:0-Heimsieg gegen die Stuttgarter Kickers, Müller am zwölften Spieltag beim 11:2-Erfolg beim Freiburger FC, zu dem der spätere Rekordtorjäger auch gleich einen Treffer beisteuerte. Zum ersten Mal stand die Achse Maier - Beckenbauer - Müller auf dem Platz.

Mit fünf Punkten war der Vorsprung der Münchner auf Verfolger SSV Reutlingen Ende Januar komfortabel. Doch die Bayern kamen außer Tritt. Aus den folgenden sechs Partien holten sie nur sechs von zwölf möglichen Punkten, während nun Reutlingen von Sieg zu Sieg eilte. Am 31. Spieltag übernahmen die Kicker von der Kreuzeiche gar die Tabellenführung - und eine Woche später gastierte der FCB in Reutlingen!

Rainer Ohlhauser, Peter Grosser und Gerd Müller sorgten dort für einen klaren 3:0-Sieg der Bayern, die damit Platz eins zurückeroberten, aber danach zweimal remis spielten. Nach dem 34. Spieltag führten beide Klubs punktgleich die Tabelle an, fünf Partien (inklusive eines Nachholspiels) standen noch aus - und da hatten die Bayern den längeren Atem. Vier Siege holten die Münchner im Endspurt, Reutlingen nur noch einen.

Am letzten Spieltag machten die Bayern die Meisterschaft schließlich mit einem 6:1-Sieg gegen den 1. FC 1896 Pforzheim perfekt. Drei Punkte betrug am Ende der Vorsprung vor Reutlingen, die Tordifferenz von 146:32 - beste Abwehr, bester Sturm der Liga - war beeindruckend. Rainer Ohlhauser wurde mit 42 Treffern (in 36 Spielen) Torschützenkönig, Müller kam auf beachtliche 33 Tore (in 26 Spielen), Beckenbauer war 16 Mal erfolgreich. Doch über Wohl und Wehe der Saison entschied wie im Vorjahr erst die Aufstiegsrunde.

Im fünften Teil der Aufstiegs-Serie lesen Sie am Freitag: Die Aufstiegsrunde.

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