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Trainingslager in Trient

Lappe: 'Schön, dass man wertgeschätzt wird'

Mit 27 Jahren ist er der alte Hase im Team. Karl-Heinz (Kalle) Lappe ist einer von drei externen Neuzugängen bei den FC Bayern Amateuren. Der Angreifer kommt als Erstliga-Aufsteiger vom FC Ingolstadt an die Säbener Straße. Dort ist er kein Unbekannter, zwischen 1996 und 2001 war Lappe bereits im Nachwuchs des FCB aktiv. Nun folgt nach 14 Jahren und den Zwischenstationen SpVgg Unterhaching, FT Starnberg, FC Unterföhring und FC Ingolstadt die Rückkehr zum Rekordmeister.

Amateure-Coach Heiko Vogel ordnet dem in München geborenen Neuzugang eine „zentrale Führungsrolle“ im Team zu. Aktuell arbeitet Lappe mit dem FCB II im einwöchigen Trainingslager in Trient an der Form für den Regionalligastart am 17. Juli beim FV Illertissen. Im Interview mit fcbayern.de spricht er über die ersten Eindrücke, seinen „zweiten Bildungsweg“, die Rückkehr zum FCB und die Ziele mit den Amateuren.

Das Interview mit Karl-Heinz Lappe

fcbayern.de: Hallo Kalle, seit zweieinhalb Wochen bist du jetzt bei den Amateuren im Training. Wie sind deine bisherigen Eindrücke?
Lappe: „Ich bin bis jetzt wirklich sehr positiv angetan. Es macht mir auch riesigen Spaß, besonders gegenüber dem letzten halben Jahr, wo ich in Ingolstadt nicht so viel dabei war. Es ging alles relativ schnell, erst in meinem Urlaub hat sich endgültig entschieden, dass ich zum FC Bayern gehe. Ich wurde aber von allen direkt super aufgenommen und habe mich an der Säbener Straße gleich wieder heimisch gefühlt.“

fcbayern.de: Zuletzt warst du beim FC Ingolstadt. Nachdem es im ersten Anlauf nicht geklappt hat, bist du quasi auf dem zweiten Bildungsweg zum professionellen Fußball gekommen.
Lappe: „Richtig! Nachdem für mich das Kapitel professioneller Fußball eigentlich erst einmal beendet war, habe ich die andere Seite des Lebens kennen gelernt und meine Ausbildung gemacht. Über Umwege konnte ich dann im ambitionierten Fußball, in der Bayernliga, bei der zweiten Mannschaft des FC Ingolstadt wieder Fuß fassen. Ich hatte diesen Weg nie aus den Augen verloren.“

fcbayern.de: Fünfeinhalb Jahre warst du beim FCI, kamst 44 Mal in der 2. Bundesliga zum Einsatz und bist in die Bundesliga aufgestiegen. Welche Erfahrungen konntest du dort sammeln?
Lappe: „Es war eine wirklich schöne und sehr lehrreiche Zeit für mich. Dass es sich so entwickelt hat, über die zweite Mannschaft mit dem Aufstieg in die Regionalliga als Torschützenkönig und der Berufung in den Profikader, ist eine sehr schöne Geschichte. Natürlich hätte ich mir hier und da noch ein wenig Einsatzzeit mehr gewünscht, aber ich denke, dass es eine sehr tolle Entwicklung für mich persönlich war.“

Wertschätzung 'auf dem Platz zurückgeben'

fcbayern.de: Inwieweit kannst du deinen überwiegend jungen Mitspielern bei den Amateuren mit diesen Erfahrungen weiterhelfen?
Lappe: „Ich will mit Sicherheit kein Oberlehrer sein, sondern auf einer sachlichen und freundschaftlichen Basis den Spielern versuchen zu helfen. Ich habe selbst immer versucht, die Ratschläge, die mir erfahrenere Spieler gegeben haben, anzunehmen und umzusetzen. In der Zeit in Ingolstadt durfte ich mit Spielern zusammenarbeiten, die etliche Bundesligaeinsätze haben, wie beispielsweise Andre Mijatovic, mit dem ich sehr viele Gespräche hatte. Dabei merkt man, worauf es im professionellen Fußball ankommt. Das versuche ich natürlich, so gut wie möglich den anderen Spielern weiterzugeben. Das liegt aber immer auch an jedem selbst, inwieweit er Ratschläge annimmt und umsetzt.“

fcbayern.de: Trainer Heiko Vogel hat dich als den „Opa“ des Teams bezeichnet.
Lappe: (lacht) „Ja, das war natürlich ein toller Einstand, da habe ich auch den einen oder anderen Spruch bekommen. Ich war selbst ein bisschen erschrocken, als ich die Balldienstliste zusammengestellt habe und gesehen habe, dass ein Fabian Benko 1998 geboren wurde. Da kann man bei mir als Jahrgang 1987 vielleicht sogar wirklich vom 'Opa' reden. Aber auf dem Platz fühle ich mich definitiv nicht so.“

fcbayern.de: Du hast bereits in der Jugend für den FCB gespielt. Wie war es für dich, nach 14 Jahren zurückzukehren?
Lappe: „Da ich in München geboren bin und die ganze Zeit über dort gewohnt habe, war das immer eine Option für mich. Ich habe auch die Entwicklung der Amateure verfolgt. Im letzten Jahr bin ich Vater geworden und da war es naheliegend, dass ich im Münchner Raum bleiben wollte. Dass ich dann auch noch zum besten Klub wechseln konnte, ist natürlich eine tolle Sache. Es ist schon schön zu sehen, dass man dort wertgeschätzt wird. Das möchte ich nun auf dem Platz zurückgeben. Damals in der Jugend ist schon irgendwo ein Traum geplatzt. Umso schöner ist es, jetzt wieder an die Säbener Straße zu fahren.“

3. Liga als das 'Hauptziel‘

fcbayern.de: Derzeit befindet ihr euch für eine Woche im Trainingslager in Trient. Wie schätzt du die Bedingungen hier ein?
Lappe: „Sowohl das Hotel als auch der Platz sind super. Wir haben hier optimale Bedingungen, um uns auf die Saison vorzubereiten.“

fcbayern.de: 20 Einheiten und 2 Testspiele habt ihr bislang absolviert. Wie würdest du den aktuellen Stand der Vorbereitung einordnen?
Lappe: „Wir sind, denke ich, voll im Soll. Im ersten Testspiel gegen Bogen mussten wir uns erst noch etwas finden. Am Donnerstag in Pullach war schon deutlich mehr Struktur im Spiel und das wird sich in den nächsten Wochen auch weiterentwickeln. Direkt zum Saisonstart wird sicherlich noch nicht alles reibungslos funktionieren, aber dafür hat man ja eine ganze Saison, um sich von Woche zu Woche zu verbessern.“

fcbayern.de: Mit welchen Zielen bist du zu den Amateuren gekommen?
Lappe: „Ich bin natürlich mit dem Hauptziel gekommen, in die 3. Liga aufzusteigen. Dafür muss erst einmal der Grundstock gelegt und von Woche zu Woche gedacht werden, um letztlich die Relegationsspiele bestreiten zu dürfen.“

fcbayern.de: Nach deinem Fallrückzieher-Tor gegen Darmstadt in der vergangenen Saison hast du einen akrobatischen Jubel gezeigt. Wie oft werden wir diesen Handstandüberschlag dieses Jahr im FCB-Trikot sehen?
Lappe: „Dieser Torjubel ist in meiner Zeit in Ingolstadt entstanden, nach meinem ersten Treffer in der Bayernliga musste die Freude einfach raus. Der kommt nur bei ganz besonderen Toren zum Einsatz. (lacht) Aber ich werde mich natürlich über jedes Tor und jeden Assist genauso freuen.“

Das Interview führte: Felix Hülskemper
fcbayern.de hält Sie auch in den kommenden Tagen über das Geschehen im Trentino auf dem Laufenden.

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