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Ratgeber und Lexikon

Rainer Ulrich: 'Es macht einfach riesigen Spaß!‘

Wenn Rainer Ulrich aus dem Nähkästchen plaudert, wird es nicht langweilig. Der inzwischen 66-Jährige weiß nach seinen 14 Jahren als aktiver Profi und über 30 Jahren im Trainergeschäft die eine oder andere Geschichte zu erzählen. Er gilt unter anderem als Entdecker von Bayern-Legende Mehmet Scholl, der ihn 2009 als Co-Trainer zu den Amateuren holte. Seither bekleidet der in Mannheim geborene Fußballlehrer diesen Posten. Auch in der kommenden Saison wird er Chefcoach Heiko Vogel mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Als Aktiver gehörte Ulrich zu einer ausgestorbenen Spezies. Zwischen 1968 und 1982 war er rustikaler Vorstopper beim VfR Mannheim und dem Karlsruher SC, bei dem er insgesamt auf 121 Bundesligaeinsätze kam. Nach einer langwierigen Knieverletzung, die ihn zum Karriereende zwang, stieg Ulrich in den Trainerjob ein. Zwischen 1995 und 1998 war er bereits für die Amateure des FC Bayern verantwortlich und trainierte dabei unter anderem Spieler wie Sammy Kuffour, David Jarolim oder den neuen U19-Coach des Rekordmeisters, Holger Seitz. 

Vogel: 'Große Hilfe in der täglichen Arbeit‘

Auch ein weiteres Mitglied des neuen Amateure-Trainerstabs kennt Ulrich bestens. Beim Karlsruher SC trainierte er eine Saison lang Danny Schwarz, der ebenfalls Co-Trainer von Vogel ist. „Rainer ist ein wandelndes Fußballlexikon. Er weiß alles über die Profi- und Regionalligen und ist uns einfach eine große Hilfe in der täglichen Arbeit“, beschreibt Vogel seinen Assistenten.

Ulrich selbst sieht sich als Ratgeber, der sowohl dem Trainer als auch den Spielern mit seiner Meinung und Erfahrung immer zur Verfügung steht. „Das Wichtigste in dem Geschäft ist Ehrlichkeit“, sagt der ehemalige Profi, der nach über 30 Jahren Trainerdasein immer noch große Freude am Tagesgeschäft hat: „Es gibt doch nichts Schöneres, als mit jungen Leuten zu arbeiten. Jede Trainingseinheit macht mir einfach riesigen Spaß.“

'Spieler sind heute selbstbewusster und selbstständiger'

Einen Vergleich zum Fußball seiner aktiven Zeit will Ulrich indes nicht ziehen: „Es waren einfach ganz andere Zeiten mit völlig anderen Charakteren. Die Spieler sind heute deutlich selbstbewusster und selbstständiger.“ Generell sei es aber besonders beim FC Bayern schwieriger geworden, sich als Nachwuchsspieler bei den Profis zu etablieren. „In den letzten Jahren hat unsere erste Mannschaft einfach nochmal ein Level zugelegt und ist gespickt mit Nationalspielern“, sagt Ulrich. Um den Sprung zu schaffen, komme es abgesehen vom Talent vor allem auf drei Komponenten an: Charakter, Mentalität und Einstellung.

Auch der Posten des Trainers habe sich in den letzten Jahren gewandelt. „Die Kunst eines guten Trainers heutzutage ist es, mit den individuellen Charakteren der Spieler umgehen und darauf eingehen zu können. Wenn das gelingt, kommt der Rest von selbst“, sagt Ulrich.

Wie lange er den Trainerjob noch ausführen will, weiß der 66-Jährige nicht. „So lang ich mit solch einem Spaß dabei bin wie momentan, mache ich weiter“, meint er und macht sich wieder auf zu seiner Lieblingsbeschäftigung: dem Training mit den FCB-Amateuren.

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