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17 Jahre, 20 Titel

Danke, Basti!

Nach 17 Jahren, 20 Titeln, 66 Toren und genau 500 Profi-Spielen für den FC Bayern ist Schluss: Bastian Schweinsteiger verlässt den deutschen Rekordmeister und wird künftig das Trikot des englischen Spitzenklubs Manchester United tragen. „Er möchte zum Ende seiner Karriere noch einmal etwas Neues machen“, erklärte Bayerns Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge am Samstag im Vorfeld der großen Team-Präsentation in der Allianz Arena. Daher sei der FCB Schweinsteigers Wunsch nach einer Freigabe trotz eines gültigen Vertrages bis Juni 2016 nachgekommen.

Mit dem 30 Jahre alten Schweinsteiger verlässt einer der verdientesten Spieler der Vereinshistorie den FCB. Als der gebürtige Oberbayer im zarten Alter von 14 Jahren vom TSV 1860 Rosenheim an die Säbener Straße wechselte, war noch nicht abzusehen, welche Weltkarriere er einmal machen wird. Weltmeister, Champions-League- und FIFA-Klub-WM-Sieger, UEFA-Supercup-Gewinner, acht Mal Deutscher Meister, sieben Mal DFB-Pokalsieger, dazu Deutschlands Fußballer des Jahres 2013. Kein anderer deutscher Profi kann eine ähnliche Trophäensammlung vorweisen wie Schweinsteiger, der mit den A- und B-Junioren des FCB ebenfalls zwei Deutsche Meisterschaften feiern durfte.

Eintrag in die Geschichtsbücher

Sein Profi-Debüt feierte er als 18 Jahre altes Nachwuchstalent im November 2002. Im letzten Champions-Legaue-Gruppenspiel gegen RC Lens (3:3) wurde Schweinsteiger in der 76. Minute für Mehmet Scholl eingewechselt. Es folgten 499 weitere Pflichtspiele für den deutschen Rekordmeister. Seine letzte Partie bestritt er beim Saisonfinale 2014/15 im Heimspiel gegen den 1. FSV Mainz 05, in dem er sich auch noch einmal in die Torschützenliste eintragen konnte. Sein Treffer zum 2:0 war sein 45. Bundesligator und zugleich sein 66. für die Münchner.

Mit seinen 500 Pflichtspielen belegt Schweinsteiger in der ewigen Rangliste des FC Bayern ebenso den achten Platz wie in der Rangliste der FCB-Spieler mit den meisten Bundesliga-Einsätzen (342). Mit 103 Europapokalpartien liegt er hinter Oliver Kahn (130) auf Platz zwei. Auch als Torschütze hat sich Schweinsteiger in den Geschichtsbüchern des FC Bayern verewigt: Sowohl in der Triple-Saison 2013 (1:0 in Frankfurt) als auch in der vergangenen Spielzeit (1:0 gegen Hertha BSC) schoss er die Münchner mit seinen Treffern vorzeitig zum Meistertitel.

Immer wieder aufgestanden

Doch es gab nicht nur glanzvolle Momente in der Karriere des Publikumslieblings, dessen Name beim Verlesen der Mannschaftsaufstellung stets mit dem Zusatz „Fußballgott“ vervollständigt wurde. Zahlreiche Verletzungen warfen den Mittelfeldspieler in den letzten Jahren immer wieder zurück, sowohl für den FCB als auch für die Nationalmannschaft verpasste er somit viele Spiele. Für immer unvergessen wird auch sein verschossener Elfmeter im Finale dahoam 2012 gegen den FC Chelsea bleiben.

Aber „Schweini“, wie er vor allem zu Beginn seiner Profi-Laufbahn oft genannt wurde und auch heute vor allem von den Kindern wird, ist immer wieder aufgestanden. Nur ein Jahr später durfte er nach dem Finalsieg gegen Dortmund den begehrten Henkelpott in den Londoner Nachthimmel stemmen, ein weiteres Jahr später hielt er in Rio den WM-Pokal in Händen. Gezeichnet von einem großen Kampf, in dem er sich wieder und wieder den Attacken der argentinischen Finalgegner entgegenstemmte und so zum Sinnbild des deutschen WM-Triumphs wurde.

Red Devils statt Bestia Negra

Nun also Manchester. Englischer statt deutscher Rekordmeister, Red Devils statt Bestia Negra, Old Trafford statt Allianz Arena. Im Nordwesten Englands wird Schweinsteiger auf den ehemaligen Bayern-Trainer Louis van Gaal treffen. Der Niederländer war es, der den Fußballgott nach vielen Jahren als Flügelspieler ins defensive Mittelfeld versetzte und damit seinen Aufstieg zum Weltklassespieler ebnete. Nach zwei Jahren ohne Titelgewinn soll Rekordmeister und -pokalsieger Schweinsteiger United nun wieder zu altem Glanz verhelfen.

Am 27. August findet in Nyon die Auslosung der Champions-League-Gruppenphase statt. Der FCB ist als Meister in Topf 1 gesetzt, Manchester kann sich nach einem Jahr Abstinenz in den Playoffspielen für die Königsklasse qualifizieren und wäre aufgrund der neuen Setzliste ein möglicher Gegner der Münchner. Ein baldiges Wiedersehen des FC Bayern und seinen Fans mit Schweinsteiger schon im nächsten Herbst ist somit nicht ausgeschlossen. Danke für alles Basti, mach’s gut - see you soon!

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