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'Tolle Wertschätzung'

Plötzlich Trainer! Tobi Schweinsteiger & sein neuer Job

Ein bekanntes Gesicht steht neben Chef-Coach Tim Walter und verfolgt aufmerksam das Training der U17. Nach einigen Abschlüssen unterbricht er die Übung und gibt eine kurze, neue Anweisung. Tobias Schweinsteiger hat die Seiten gewechselt. Der 33-Jährige jagt nicht mehr selbst dem Ball hinterher, seit der neuen Saison ist er Co-Trainer der U17 des FC Bayern.

Zweieinhalb Jahre trug der ältere Bruder von Bastian Schweinsteiger, der vor wenigen Tagen zu Manchester United gewechselt ist, das Trikot der Amateure. In diesem Sommer beendete er seine aktive Karriere. Doch der ehemalige Stürmer bleibt dem FCB erhalten. Zur neuen Spielzeit unterstützt er Tim Walter und Co-Trainer Bastian Dreier bei den U17-Junioren. Im Interview mit fcbayern.de spricht er über den Wechsel seines Bruders nach Manchester, die ersten Tage als Trainer und seine Ambitionen im neuen Job.

Das Interview mit Tobi Schweinsteiger:

fcbayern.de: Hallo Tobi, zunächst mal zu einem aktuellen Thema: Dein Bruder Bastian geht nach 17 Jahren beim FCB zu Manchester United. Was denkst du über den Wechsel?
Schweinsteiger: „Es ist natürlich schade für den Verein, einen solchen Spieler zu verlieren und auch für mich, weil ich ihn immer gerne in München und an der Säbener Straße hatte. Nichtsdestotrotz unterstütze ich seine Entscheidung zu 100 Prozent. Es ist für ihn nochmal eine große Herausforderung und auch ein kleiner Traum unserer Jugend, in England und dann auch noch bei einem der größten Vereine der Welt zu spielen. Ich wünsche ihm nur das Beste und viele Erfolge.“

fcbayern.de: Kommen wir zu dir persönlich: Nach zweieinhalb Jahren bei den FCB-Amateuren bist du zur neuen Saison ins Trainerteam der U17 gestoßen. Wie ist es dazu gekommen?
Schweinsteiger: „Im letzten Herbst sind einige Leute aus dem Verein auf mich zugekommen und haben gefragt, ob ich mir das vorstellen kann. Eigentlich habe ich mich selbst vorher nicht im Trainergeschäft gesehen. Natürlich macht man sich nach so einer Anfrage aber seine Gedanken.“

Bei der U15 reingeschnuppert

fcbayern.de: Um dir ein Bild zu machen, hast du dann in der letzten Saison ab und zu beim Training der U15 reingeschnuppert.
Schweinsteiger: „Genau. Ich habe Peter Wenninger gefragt, ob ich mal die eine oder andere Trainingseinheit der U15 leiten kann, um zu schauen, ob der Trainerjob etwas für mich ist. Das hat mir großen Spaß gemacht und das Feedback war auch gut. Daraufhin habe ich im Winter die B-Lizenz absolviert. Auch dabei habe ich gute Rückmeldungen bekommen.“

fcbayern.de: Wie war es dann, als der Verein dir die Stelle bei der U17 angeboten hat?
Schweinsteiger: „Für mich war es eine große Ehre, dass mir der Posten als Co-Trainer der U17 in diesem großen Verein angeboten wurde. Gerade nach der Umstrukturierung im junior team ist es einfach auch eine tolle Wertschätzung. Ich versuche jetzt, mich in diese Aufgabe reinzuarbeiten und Erfahrungen zu sammeln.“

Amateure als 'letzte Station'

fcbayern.de: In der letzten Saison hast du in der Regionalliga noch 7 Tore in 22 Partien erzielt. Wie kam es zu dem Entschluss, dass du deine aktive Karriere beendest?
Schweinsteiger: „Es war ein schönes letztes Jahr, mit einer tollen Verabschiedung, auch wenn ich längere Zeit verletzt war. Der Verein hat entschieden, den Vertrag als Spieler nicht zu verlängern und mir das Angebot für die Aufgabe im Trainerteam zu machen. Für mich stand schon länger fest, dass die Amateure meine letzte Station sind.“

fcbayern.de: Juckt es denn noch hin und wieder beim Training der U17 in den Füßen, kickst du ab und zu mit?
Schweinsteiger: „Ich will mich als Trainer weiterentwickeln und man hat einfach einen anderen Blick von draußen. Da lasse ich lieber Basti Dreier mitspielen, wenn mal jemand fehlt (lacht). Klar beim Kreisspiel kicke ich schon ab und zu noch mit und das macht natürlich auch immer noch Spaß. Es ist aber wichtig, als Trainer ein Spiel von draußen zu sehen, auch wenn es in den Füßen juckt.“

'Es passt einfach'

fcbayern.de: Und wie fühlt es sich an, auf der ‚anderen Seite‘ zu stehen?
Schweinsteiger: „Es ist natürlich etwas anderes. In den letzten Jahren, ob in Regensburg oder bei den Amateuren, war es schon so, dass ich mich als Kapitän häufig mit dem Trainer ausgetauscht und viele Dinge, die mir aufgefallen sind, angesprochen habe. So ist es jetzt auch im Training der U17. Wenn ich Sachen sehe, hole ich die Jungs zur Seite und versuche ihnen Tipps zu geben. Ich bin es inzwischen auch schon gewohnt, außen zu stehen und verschiedene Blickwinkel auf das Geschehen zu haben. Man kann einfach auf mehrere Sachen achten und sich darauf konzentrieren.“

fcbayern.de: Du bist gemeinsam mit Sebastian Dreier Co-Trainer von Tim Walter. Was fällt dabei genau in deinen Aufgabenbereich?
Schweinsteiger: „Tim lässt Basti und mich viel an der Trainingsgestaltung teilhaben, so kann er sich auch besser auf die einzelnen Spieler konzentrieren. Natürlich ist Tim der Boss. Das deckt sich aber sehr mit meiner Art, Fußball zu spielen. Basti ist sehr wichtig, weil er schon zwei Jahre dabei ist und weiß, worauf man alles achten muss, wie zum Beispiel dem Fahrdienst Bescheid zu geben, wenn wir eher trainieren. Das ist für uns Neuland und da ist es super, mit Basti jemanden zu haben, der da schon drin ist. Wir ergänzen uns sehr gut und es passt einfach.“

'Sonst wäre es langweilig'

fcbayern.de: Also hast du dich in deinem neuen Job gut eingelebt?
Schweinsteiger: „Ja, auf jeden Fall. Es macht mir sehr viel Spaß. Die Abläufe werden immer besser und vieles wird zur Routine. Klar kommen aber auch noch einige Sachen auf uns zu, in die wir uns noch einarbeiten müssen. Aber das kriegen wir auch hin.“

fcbayern.de: Und wie ist der erste Eindruck vom Team?
Schweinsteiger: „Die Jungs sind eifrig bei der Sache und geben Gas. Sie haben einen sehr guten Willen. Wir sehen aber auch schon viele Dinge, an denen wir noch feilen wollen. Wir haben viel Arbeit vor uns, aber das ist ja auch das Gute an dem Job, sonst wäre es langweilig.“

fcbayern.de: Mit welchen Ambitionen gehst du an deine neue Aufgabe?
Schweinsteiger: „Ich möchte schon die nächsten zwei Scheine, also die DFB-Elite-Jugend-Lizenz und die A-Lizenz, möglichst schnell machen und schauen, wie es sich hier weiterentwickelt. Ich habe immer gesagt, dass ich am liebsten immer hier bleiben würde.“

Das Interview führte: Felix Hülskemper.

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