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Interview

Rafinha: 'Meine Batterie ist voll'

Deutschland schwitzt bei tropischen Temperaturen - und einer fühlt sich pudelwohl: Marcio Rafael Ferreira de Souza, genannt Rafinha. Der Rechtsverteidiger des FC Bayern kommt sich im Moment vor wie in seiner brasilianischen Heimatstadt Londrina. Mit fcbayern.de sprach der 29-Jährige, der in seine fünfte Saison beim deutschen Rekordmeister geht, unter anderem über Training in der Hitze, seinen Urlaub und FCB-Neuzugang Douglas Costa, dem er kürzlich per Zufall begegnete.

Das Interview mit Rafinha:

fcbayern.de: 34, 35, 36 Grad - zu heiß zum Trainieren oder genau die richtige Temperatur für dich als Brasilianer?
Rafinha: „Natürlich ist Training bei 35 Grad anstrengend. Aber ich mag das. Es ist doch schön, dass wir so ein gutes Wetter haben. In meiner Heimat Londrina ist es auch oft so heiß. Wenn es die ganze Saison so wäre - super!“

fcbayern.de: Die Vorbereitung läuft jetzt eine knappe Woche. Wie schwer sind deine Beine schon?
Rafinha: „Dass die Beine in der Vorbereitung schwer werden, ist ganz normal. Bisher ist alles gut gelaufen. Wir müssen so schnell wie möglich fit werden. Wir stehen wieder vor einer Saison mit jeder Menge Spiele.“

fcbayern.de: Ihr trainiert im Moment meistens zweimal am Tag, vormittags und abends. Was machst du zwischen den Trainingseinheiten?
Rafinha: „Schlafen. Heute war ich um 8 Uhr hier, um 9 Uhr hat das Training begonnen. Danach Duschen, Massage, Essen. Jetzt fahre ich heim und lege mich drei Stunden aufs Ohr. Dieser erste Monat der Vorbereitung ist sehr wichtig für uns. Jetzt holen wir uns die Fitness für die Saison. Da heißt es: gut essen, viel trinken, trainieren und schlafen.“

fcbayern.de: Und wie sah dein Programm im Urlaub aus?
Rafinha: „In den ersten zwei Wochen war ich mit meiner Familie in Brasilien und habe mich einfach nur erholt. Da habe ich überhaupt nicht an Fußball oder Sport gedacht. Einfach nur abschalten, das braucht man auch mal. In der dritten Woche habe ich dann wieder angefangen zu laufen und zu trainieren. Mehr als drei Wochen Pause kann man sich auf unserem Niveau nicht erlauben. Danach muss man sich wieder bewegen. Der Urlaub war gut. Ich habe genug relaxed, meine Batterie ist wieder voll. Jetzt freue ich mich, wieder bei der Mannschaft zu sein und zu arbeiten.“

fcbayern.de: In den letzten beiden Jahren hast du sehr viele Spiele absolviert. Fühlst du dich als Stammspieler?
Rafinha: „Wir haben nur Top-Spieler im Kader. Und jeder will spielen, ich auch. Aber wenn man beim FC Bayern spielt, weiß man, dass man nicht alle Spiele machen wird. Wichtig ist es, gut zu trainieren, um bereit zu sein, wenn der Trainer einen braucht. Noch ist viel Zeit bis zum Bundesligastart. Ich hoffe und tue alles dafür, dass ich wieder eine gute Saison spiele.“

fcbayern.de: Wie sehr freust du dich auf das Zusammenspiel mit deinem Landsmann Douglas Costa, der ja mit dir auf der rechten Seite spielen könnte?
Rafinha: „Ich freue mich, dass noch ein Brasilianer zu uns kommt. Wer dann wo spielt, das entscheidet der Trainer.“

fcbayern.de: Hattest du schon Kontakt mit ihm?
Rafinha: „Ich kenne Douglas Costa nur von unseren Spielen gegen Donezk in der letzten Saison. Als ich letzte Woche mit Dante von Brasilien nach Deutschland geflogen bin, saß er zufällig auch im Flieger. Aber sein Platz war ein Stück weg von uns, so dass wir uns nicht so viel unterhalten konnten. Ich kann also noch nicht viel zu ihm sagen.“

fcbayern.de: In den letzten Jahren hat er in der Ukraine gespielt, was erwartet ihn jetzt beim FC Bayern und in der Bundesliga?
Rafinha: „Douglas Costa hat viel Qualität. Aber bei allem Respekt vor der ukrainischen Liga und Schachtar: Der FC Bayern ist eine andere Hausnummer. Und die Gegner in der Bundesliga sind besser, dynamischer, physischer, schneller. Er wird das schnell merken. Man muss ihm auf jeden Fall Zeit geben, um sich einzugewöhnen.“

fcbayern.de: Douglas Costa spielt in der brasilianischen Nationalmannschaft. Hoffst du, irgendwann in die Seleção zurückzukehren?
Rafinha: „Die Hoffnung habe ich schon. Aber darüber zerbreche ich mir nicht den Kopf. In meinem Kopf dreht sich im Moment alles um den FC Bayern und das Training.“

Das Interview führte: Nikolaus Heindl.

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