präsentiert von
Menü
Interview

Ulreich: 'Wir brennen auf den Start'

Sechs Wochen nach seinem Dienstantritt beim FC Bayern hat Sven Ulreich schon ein Pflichtspiel für seinen neuen Verein auf dem Konto. Am vergangenen Sonntag feierte er beim DFB-Pokal-Spiel gegen den FC Nöttingen sein Debüt im FCB-Trikot - und ist danach nicht ganz zufrieden mit seiner Leistung, wie er im Interview mit fcbayern.de erzählte.

Insgesamt zog der 27 Jahre alte Torhüter aber ein sehr positives Fazit seiner ersten Bayern-Wochen, sprach über die Umstellung, die er im Tor beim FC Bayern durchmacht und den Bundesliga-Auftakt am Freitag gegen den Hamburger SV. HSV-Coach Bruno Labbadia kennt Ulreich noch bestens aus gemeinsamen Stuttgarter Zeiten.

Das Interview mit Sven Ulreich

fcbayern.de: Sven, hättest du gedacht, dass es so schnell geht mit dem ersten Pflichtspiel beim FC Bayern?
Ulreich: „Nein. Es ist schön, dass ich so früh für meinen neuen Verein ein Pflichtspiel machen durfte. Als es der Trainer in der Spielerbesprechung gesagt hat, habe ich mich gefreut. Alles in Allem war es ein schönes Erlebnis, auch wenn mein Spiel durchwachsen war.“

fcbayern.de: Was meinst du damit?
Ulreich: „Es waren zwei, drei Bälle dabei, die ich nach vorne habe prallen lassen. Das bin ich gar nicht gewohnt von mir. Da war ich selbst überrascht. Aber ich glaube, im ersten Spiel für einen neuen Verein ist es auch legitim, dass man ein bisschen nervös ist. Auch wenn es nur gegen einen Oberligisten ging und ich schon einige Bundesligaspiele gemacht habe.“

fcbayern.de: Kurz vor Schluss hast du auch eine wichtige Parade gezeigt.
Ulreich: „Es war wichtig, dass wir da kein Tor bekommen haben. Sonst wäre es nochmal interessant geworden. Solche positiven Szenen nimmt man natürlich auch mit.“

fcbayern.de: Wie unterscheidet sich das Torwartspiel beim FC Bayern von dem, das du bisher gewohnt warst?
Ulreich: „Es ist ein großer Unterschied. Erstens weil man nicht so viel aufs Tor bekommt. Zweitens weil man als Torhüter spielerisch ganz anders eingebunden ist. In Stuttgart habe ich meistens einen langen Ball gespielt - hier gibt es einen ruhigen Aufbau von hinten, nur wenige lange Bälle. Wenn ein Ball zurückkommt, muss man ruhig und geduldig bleiben und schauen, wo sich einer anbietet. Es gibt so gut wie immer eine Anspielstation. Von Woche zu Woche gewöhne ich mich besser daran.“

fcbayern.de: In der Vorbereitung bist du gegen Milan im Tor gestanden, du warst in China... Reibst du dir manchmal die Augen, wo du da hineingeraten bist beim FC Bayern?
Ulreich: „Es gab viele schöne Momente in den letzten Wochen, gerade auf der China-Tour. Da konnte man sehen, wie beliebt der FC Bayern dort ist. Der Verein befindet sich einfach in einer anderen Dimension. Ich freue mich riesig auf die Aufgaben und die Erlebnisse in den kommenden Wochen.“

fcbayern.de: Hattest du überhaupt schon Zeit, in München heimisch zu werden?
Ulreich: „Letzte Woche habe ich mein Haus bezogen. Jetzt werde ich mich in der Stadt und der Umgebung umschauen. Langsam, aber sicher komme ich in München an.“

fcbayern.de: Neben dir und Manuel Neuer gehören mit Tom Starke und Ivan Lucic noch zwei weitere Torhüter zum Kader. Wie ist euer Verhältnis untereinander?
Ulreich: „Die Jungs haben mich toll aufgenommen. Wir haben alle ein gutes, kollegiales Verhältnis, sprechen viel miteinander, haben Spaß. Trotzdem herrscht auf dem Rasen ein gesunder Konkurrenzkampf. Jeder gibt im Training Gas. Insgesamt ist es sehr positiv.“

fcbayern.de: Als du hierher gewechselt bist, hast du gesagt, dass du von Manuel Neuer lernen möchtest. Was konkret?
Ulreich: „Mich interessiert einfach, wie er arbeitet. Auch im Zusammenspiel mit Tapa (Torwarttrainer Toni Tapalovic, Anm. d. Red.). Das Torwarttraining ist anders, als ich es aus Stuttgart kenne. Ich habe schon einiges gelernt. Das alles mitzuerleben, bringt mich in meiner Entwicklung weiter.“

fcbayern.de: Am Freitag steht der Bundesliga-Auftakt gegen den Hamburger SV an. Wie groß ist die Vorfreude?
Ulreich: „Die Vorbereitung ist immer eine anstrengende Zeit. Jetzt brennen wir darauf, dass es endlich wieder um Punkte geht. Die Anspannung ist da. Wir freuen uns alle auf den Start in der Allianz Arena vor unserem Publikum.“

fcbayern.de: Der HSV ist im DFB-Pokal überraschend ausgeschieden. Was bedeutet das für das Spiel am Freitag?
Ulreich: „Ich kenne Bruno Labbadia aus Stuttgart und weiß: Er wird seinen Jungs richtig einheizen. Sie werden am Freitag eine Jetzt-erst-recht-Reaktion zeigen. Deswegen ist es ein schwieriger Gegner. Trotzdem: Die drei Punkte müssen und wollen wir holen.“

Das Interview führte: Nikolaus Heindl.

Weitere Inhalte