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'Ein wichtiges Zeichen'

Leidenschaftliche Bayern trotzen den Widerständen

Schnellster Rückstand der Bundesliga-Geschichte, Ausgleich, Platzverweis, verschossener Elfmeter, Tor in letzter Sekunde: Das Drama von Sinsheim hat schon jetzt einen Platz im Saisonrückblick sicher. „Das sind mit die schönsten Siege“, freute sich Mario Götze über das Happy-End für den FC Bayern, der beim aufreibenden 2:1 (1:1)-Erfolg bei 1899 Hoffenheim einigen Widerständen trotzte.

„Ein guter Gegner, dazu die Wärme: Die Voraussetzungen waren schwierig“, ahnte Kapitän Philipp Lahm, dass eine knifflige Aufgabe auf den amtierenden Deutschen Meister warten würde. Und nur neun Sekunden nach dem Anpfiff hat es sich die Mannschaft „noch schwieriger gemacht“, so Lahm, als Hoffenheims Kevin Volland eine Unkonzentriertheit zum schnellsten Tor der Bundesliga-Geschichte nutzte (9 Sekunden, wie Bellarabi 2014). Was für eine Hypothek!

„Wir haben nicht ganz optimal angefangen“, wusste Sportvorstand Matthias Sammer. „Manchmal passieren solche Sachen“, meinte Rafinha, und Lahm ergänzte, dass man „so einen Rückstand erst mal verdauen“ muss. Manuel Neuer konnte zumindest dem Zeitpunkt des Nackenschlages etwas Positives abgewinnen. „Ein solch frühes Gegentor ist mir lieber als eines in der 90. Minute. So hatten wir noch genug Zeit, das Spiel zu drehen“, so der Welttorhüter.

'… da hatten wir ein bisschen Glück'

„Die Mannschaft hat sich danach nichts anmerken lassen. Das ist ein wichtiges Zeichen“, freute sich Sammer über die Reaktion der Bayern, die den Schock schnell verdauten und eine „sehr gute erste Halbzeit“ gespielt haben, wie Lahm festhielt. „Wir sind gut damit umgegangen“, fand auch Thomas Müller, „nach 15 Minuten hat man schon gemerkt, dass wir auf jeden Fall zu unseren Tormöglichkeiten kommen.“ Eine davon nutzte der Instinktfußballer kurz vor der Pause zum verdienten Ausgleich (41.) – die Münchner waren endgültig zurück. Und wollten mehr!

Denn auch nach der Pause bestimmte der FCB das Geschehen. Götze (52.), Douglas Costa (62.), Arturo Vidal mit einem Lattentreffer (66.) und der eingewechselte Robert Lewandowski (69.) brachten den Meister ganz nah ran an die Führung. Stattdessen folgte der nächste Rückschlag, als Jérôme Boateng binnen weniger Minuten nach einem Foul und einem Handspiel im Strafraum mit Gelb-Rot vom Platz musste (72.). Gut für die Bayern, dass Eugen Polanski den fälligen Strafstoß an den Pfosten setzte, „da hatten wir ein bisschen Glück“, so Götze.

'Sind im Marathon erst bei Kilometer 3'

Doch selbst in Unterzahl rannten die Bayern unermüdlich an. „Die Mannschaft hat Leidenschaft gezeigt – vor allem mit zehn gegen elf. Das zeigt, dass wir hier unbedingt gewinnen wollten“, lobte Kapitän Lahm. Neuer sagte: „Wir haben alles dafür getan, dass wir dieses Spiel noch drehen.“ Und auch Götze, für Sammer „mit ein Garant für den Sieg“, hielt fest: „Trotz der Unterzahl haben wir alles versucht.“

Mit Erfolg! Lewandowski versetzte die Bayern mit seinem Siegtreffer in der 90. Minute in Jubelstimmung, Mannschaft und Fans feierten ausgelassen den späten Triumph. „Wir sind dran geblieben und haben uns belohnt. Glückwunsch an die Fans, die es heute angeschaut haben“, freute sich Müller. „Wir sind froh, dass wir gewonnen haben“, war Sammer erleichtert, der jedoch keine allzu große Euphorie aufkommen lassen wollte. Denn: „Wir sind im Marathon erst bei Kilometer 3. Da gibt’s noch keine Pokale.“

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