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Nöttingens Torwart im Interview

Kraski: 'Unser Motto? Einfach Spaß haben!'

Morgens in die Hochschule, abends zum Training – und zwischendurch ganz viel telefonieren: Nöttingens Torwart Robin Kraski steht wenige Tage vor dem Pokal-Duell mit dem FC Bayern ganz schön unter Strom. „Es ist ziemlich stressig gerade“, gibt der 23 Jahre junge Schlussmann des Oberligisten zu, der es kaum abwarten kann, sich mit dem deutschen Rekordpokalsieger zu messen.

Im Interview mit fcbayern.de spricht Kraski über die letzten turbulenten Wochen, verrät, wer im Team ein besonders großer Bayern-Fan ist, berichtet von der Euphorie in Nöttingen – und erzählt, wie der persönliche Pokal-Hit des FCN zustande gekommen ist.

Das Interview mit Robin Kraski

fcbayern.de: Hallo, Herr Kraski! Wir sind nicht die ersten, die in diesen Tagen mit Ihnen sprechen wollen. Ein ziemlich großer Rummel momentan, oder?
Robin Kraski: (lacht) „Ja, das stimmt. Das hier ist jetzt mein fünftes Interview in kurzer Zeit. Zudem stecke ich gerade in der Prüfungsphase und muss viel lernen. Ich studiere BWL-Handel. Es ist ziemlich stressig gerade.“

fcbayern.de:
Wie gut schlafen Sie, wenige Tage vor dem großen Spiel gegen den FC Bayern?
Robin Kraski: „Echt gut! Weil ich den ganzen Tag unter Strom stehe. Erst lerne ich für die Prüfungen, dann fahre ich zum Training. Deswegen bin ich ziemlich am Ende, wenn ich abends nach Hause komme.“

fcbayern.de: Den Fernseher haben Sie wahrscheinlich trotzdem eingeschaltet, als der FC Bayern beim Audi Cup 2015 gegen den AC Mailand (3:0) und Real Madrid (1:0) gespielt hat.
Robin Kraski: „Klar. Ich gehe davon aus, dass der Großteil unserer Mannschaft die Spiele gesehen hat. Eine große Analyse müssen wir aber nicht machen. Wir spielen gegen den FC Bayern! Wir können analysieren, so viel wir wollen: Schwer wird es in jedem Fall. Deswegen haben wir auch unsere Abläufe nicht verändert. Wir machen alles wie immer.“

fcbayern.de: Ihr Trainer Michael Wittwer ist bekennender Bayern-Fan. Gibt es auch welche unter den Spielern?
Robin Kraski: „Einige! Zum Beispiel Mario Bilger (Mittelfeldspieler, d. Red.). Er ist sicher der größte FCB-Fan bei uns. Für ihn geht ein großer Traum in Erfüllung, weil er jetzt gegen seine Idole spielen darf. Ich selbst drücke dem Karlsruher SC die Daumen.“

fcbayern.de: Über das mediale Interesse hatten wir eingangs gesprochen. Wie viele Menschen melden sich sonst bei Ihnen, etwa, um Karten zu bekommen?
Robin Kraski: „Mir haben natürlich Leute geschrieben, mit denen ich lange nichts mehr zu tun hatte – oder sogar noch nie (lacht). Die haben als erstes gefragt: „Wie geht’s?“ Und die zweite Frage war dann oft: „Kannst du Tickets besorgen?“ (lacht) Das ist schon extrem.“

fcbayern.de: „Die Nöttinger sind alle bekloppt“, sagte Ihr Vorstandschef Dirk Steidl vor ein paar Tagen. Wie macht sich das bemerkbar?
Robin Kraski: „Du spürst die Euphorie im ganzen Dorf, die Vorfreude ist riesig, jeder freut sich auf dieses Spiel. Das merkt man auf jeden Fall. Wir spielen im ausverkauften Wildparkstadion und hätten wohl doppelt so viele Karten verkaufen können. Das ist schon klasse.“

fcbayern.de: Ein örtlicher Metzger bietet neuerdings sogar eine Vereinswurst an.
Robin Kraski: (lacht) „Stimmt. Ich habe sie noch nicht probiert. Aber Dirk Steidl und unser Trainer sind begeistert! Ansonsten habe ich noch keine Rückmeldungen bekommen (lacht wieder).“

fcbayern.de: Für Aufsehen sorgt auch Ihr eigenes Musik-Video. Woher kam die Idee?
Robin Kraski: „Überlegt hat sich die Aktion der Marketing-Chef unseres Gesundheitspartners. Der ist Hobbymusiker und singt auch das Lied. Im Video spielt die ganze Mannschaft mit. Wir haben morgens im Tonstudio mit den Aufnahmen angefangen und wurden den ganzen Tag mit der Kamera begleitet. Der Clip kommt sehr gut an. Und das Lied ist ein echter Ohrwurm! Mit den Einnahmen unterstützen wir zudem soziale Zwecke.“

fcbayern.de: Auf dem YouTube-Kanal des Vereins verrät der „Abwehrsheriff von Nöttingen“ seine Strategien für das Spiel gegen den FCB. In einem der Clips wird etwa das Tor zugemauert. Das wirkt recht sympathisch.
Robin Kraski: „Das war unser Ziel. Wir wollten zeigen, wie sehr wir uns auf das Spiel freuen und dass wir keine Angst haben. Wir wollen dieses Spiel genießen. Denn es wird für jeden von uns eines der größten Spiele der Karriere sein.“

fcbayern.de: Mit welcher Strategie geht der FC Nöttingen in die Partie?
Robin Kraski: „Gegen eine der besten Mannschaften der Welt werden wir es als Oberliga-Mannschaft schwer haben, dagegen zu halten. Unser Ziel muss deshalb sein, so lange wie möglich die Null zu halten. Und dann schauen wir mal, was rauskommt…“

fcbayern.de: Träumen Sie manchmal schon vom Elfmeterschießen?
Robin Kraski: (lacht herzhaft) „Träumen? Nein, das ist schwierig. Klar, es wäre eine Riesensensation. Aber wir müssen realistisch sein. Trotzdem werden wir alles versuchen. So oder so: Es wird auf jeden Fall ein Volksfest, unabhängig vom Ergebnis.“

fcbayern.de: Wenn Sie ein Motto für das Spiel ausrufen müssten - welches wäre das?
Robin Kraski: „Einfach Spaß haben!“

Das Interview führte: Marco Donato

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