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Maß aller Dinge

Olympiakos Piräus im Portrait

Im ersten Gruppenspiel der neuen Champions-League-Saison kommt es für den FC Bayern zu einem Novum: Erstmals trifft der Rekordmeister in der Königsklasse auf den griechischen Topklub Olympiakos Piräus. Zuvor traf man sich einmal in der Vorrunde des früheren Landesmeister-Pokals. In der Saison 1980/81 setzte sich der FCB in zwei Spielen klar mit 4:2 und 3:0 durch und zog ungefährdet ins Achtelfinale ein. fcbayern.de stellt den Auftaktgegner der Münchner vor.

Geschichte

Olympiakos wurde im Jahr 1925 neu gegründet, nachdem die beiden Vereine „Piräus Sport- und Fußballverein“ und „Fußball Fan Club von Piräus“ zuvor aufgelöst worden waren. Wegen Unstimmigkeiten mit dem griechischen Fußballverband fand die erste Meisterschaft 1927/28 ohne Olympiakos statt. Drei Jahre später jedoch konnte der erste Meistertitel eingefahren werden. Fünf weitere Titelgewinne in den folgenden sieben Jahren begründeten die bis heute anhaltende Dominanz der Rot-Weißen in Griechenland. Aber nicht nur im Fußball ist Olympiakos überaus erfolgreich. Die Basketballer gehören zu den europäischen Top-Klubs und gewannen zwei Mal die Euroleague (2012, 2013), die Volleyballer dominieren seit Jahren die heimische Liga.

Erfolge

Seit den 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts ist Olympiakos das Maß aller Dinge im griechischen Fußball. 42 nationale Meisterschaften und 27 Pokalsiege fuhren die Hafenstädter bislang ein und gewannen allein 17 Mal das Double. Einzig zwischen 1985 und 1995 erlebte Olympiakos eine sportliche Durststrecke und war zudem hoch verschuldet. Mitte der 90er Jahre ging es aber wieder bergauf und seitdem führt an den Rot-Weißen kein Weg mehr vorbei, wenn es um die Titelvergabe geht. In den vergangenen 19 Jahren wurde Olympiakos 17 Mal Meister und acht Mal Pokalsieger. Im Europapokal dagegen lassen die großen Erfolge noch immer auf sich warten. Lediglich zwei Mal erreichten die Griechen ein europäisches Viertelfinale. Vor zwei Jahren scheiterten sie im CL-Achtelfinale an Manchester United (2:0, 0:3).

Stadion

Seine Heimspiele trägt Olympiakos im Georgios-Karaiskakis-Stadion aus. Die Arena liegt in unmittelbarer Hafennähe und war ursprünglich eine Radrennbahn, die anlässlich der ersten Olympischen Spiele der Neuzeit 1896 gebaut wurde. Später wurde sie zur sportlichen Heimat von Olympiakos und bietet seit dem Neubau im Jahr 2004 knapp 33.300 Zuschauern Platz. In Champions-League-Heimspielen erwies sich das Stadion, das nach einem griechischen Freiheitskämpfer benannt wurde, in den letzten Jahren als Festung. Zehn der letzten 13 Partien vor heimischem Publikum wurden gewonnen. Ob Atlético Madrid (2:3), Juventus Turin (0:1), Manchester United (0:2), Arsenal London (1:2, 1:3) oder Borussia Dortmund (1:3) - viele namhafte Teams mussten sich schon gegen Olympiakos geschlagen geben.

CL-Bilanz

In der ewigen Champions-League-Tabelle der UEFA (inkl. Landesmeisterpokal) belegt Olympiakos derzeit den 21. Platz. Zum 29. Mal nehmen die Griechen in dieser Saison an dem Wettbewerb teil, weiter als ins Viertelfinale (1998/99 gegen Juventus Turin) kam die Mannschaft jedoch nie. Vier Mal überwinterten die Rot-Weißen bislang in der Königsklasse, zuletzt gelang dies vor zwei Jahren, da war jedoch gegen ManUnited Endstation. In der vergangenen Saison schied Olympiakos trotz dreier Heimsiege gegen Atlético, Juventus und Malmö schon in der Gruppenphase aus.

Aktuelle sportliche Situation

In der heimischen Liga steht Olympiakos nach den ersten drei Spieltagen schon wieder da, wo der Klub meistens rangiert: an der Tabellenspitze. Drei Siege, 8:1 Tore - auch in dieser Saison führt der Titel wohl nur über den amtierenden Double-Gewinner.

Trainer

Trainiert wird das Team seit diesem Sommer vom Portugiesen Marco Silva. Er löste seinen Landsmann Vitor Pereira ab, der erst im Januar das Traineramt vom Spanier Michel übernommen hatte und trotz des Double-Gewinns am Saisonende seinen Stuhl räumen musste. Silva war zuvor Trainer von Sporting Lissabon und gewann in der vergangenen Spielzeit den portugiesischen Pokal. Nach nur einer Saison bei Sporting wechselte der 38-Jährige zu Olympiakos.

Schlüsselspieler

Vor der Saison fand bei Olympiakos wieder ein personeller Umbruch statt. 17 neuen Spielern stehen 16 Abgänge gegenüber, darunter Felipe Santana (Schalke 04) und Ibrahim Afellay (Stoke City). Klangvollster Name im Kader der Griechen ist ohne Zweifel Esteban Cambiasso. Der inzwischen 35 Jahre alte Argentinier kam im Sommer ablösefrei vom englischen Premier-League-Klub Leicester City. Dem FC Bayern ist Cambiasso noch aus der Saison 2009/10 bestens bekannt, als er mit Inter Mailand das CL-Finale in Madrid gewann. Den deutschen Fußball-Fans dürften auch Omar Elabdellaoui (Eintracht Braunschweig) und Konstantinos Fortounis (1. FC Kaiserslautern) ein Begriff sein. Mit dem Argentinier Alejandro Dominguez verfügt Olympiakos über einen torgefährlichen Spielgestalter. Im Angriff soll der vom FC Porto ausgeliehene Hernani über rechts mehr Druck entwickeln.

Taktik

Trainer Silva setzt im bisherigen Saisonverlauf bevorzugt auf ein 4-2-3-1-System. Vor der Viererkette bilden Cambiasso und der gegen Bayern im Hinspiel gesperrte Luka Milivojevic das defensive Mittelfeld. Anstelle des Serben könnte am Mittwoch auch Andreas Bouchalakis auflaufen. Die offensive Dreierreihe davor ist variabel besetzbar, in Fortounis, Dominguez, Hernani, Jimmy Durmaz oder Felipe Pardo hat Silva reichlich Alternativen. Nach dem Abgang von Franco Jara am letzten Tag der Wechselperiode besetzten der Isländer Alfred Finnbogason oder der Nigerianer Brown Ideye bislang den Platz als einzige Spitze.

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