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'Macht weiter so'

'Bravo!' FCB überzeugt, Müller nicht zu bremsen

Dachterrasse, über 20 Grad, und das weit nach Mitternacht. Dazu ein faszinierender Blick auf die angestrahlte Akropolis. Das Bankett in Athen bot das perfekte Ambiente, um die erfolgreiche erste Champions-League-Reise der Saison ausklingen zu lassen. „Es ist immer wichtig, dass man in die Gruppenphase gut reinkommt. Mit dem 3:0 ist das der Mannschaft gelungen“, lobte Karl-Heinz Rummenigge in seiner kurzen Ansprache nach dem Auftaktsieg bei Olympiakos Piräus das Team, „das habt ihr gut gemacht. Bravo!“

Neben Bayerns Vorstandschef hatte es sich am runden Tisch, wie immer beim Dinner nach den Spielen der Königsklasse, Pep Guardiola gemütlich gemacht. Der Spanier wirkte gelöst, zufrieden. „Wir haben das wahnsinnig gemacht“, sagte Bayerns Cheftrainer rund eine Stunde vorher auf der Pressekonferenz im Stadion. Es sei keine Selbstverständlichkeit auswärts bei Olympiakos zu gewinnen, betonte er - auch nicht für den FC Bayern. Deswegen: „Große Gratulation an alle Spieler.“

Die Münchner fügten dem griechischen Serienmeister die erste CL-Heimniederlage seit zwei Jahren zu. Und das auf eine souveräne Art und Weise. Ernsthaft in Gefahr geriet der Bayern-Sieg im Hexenkessel von Piräus eigentlich nie. Einer der Garanten des Sieges war einmal mehr Thomas Müller, der den Rekordmeister kurz nach der Pause (52.) mit einem Tor aus unmöglicher Position in Führung schoss.

'Klassisch abgerutscht'

„Ich wollte Lewy mit einer sehr scharfen Flanke bedienen“, beschrieb der Nationalspieler später die kuriose Szene, „als der Ball in der Luft war, habe ich nach fünf Metern gesehen, das wird gar keine Flanke, sondern der kommt gefährlich Richtung langes Eck. Am Ende war er drin, war schon ein bisschen glücklich - klassisch abgerutscht.“ Egal, sehenswert war das Tor dennoch. Und wichtig obendrein.

Philipp Lahm meinte mit einem Augenzwinkern, Müller habe gesehen, dass Olympiakos-Torhüter Roberto zu weit vorne steht. „Und dann schießt er ihn halt in den Winkel - so ist der Thomas.“ Nach Müllers Treffer ließen die Bayern allerdings etwas nach. „Da hatten wir keine gute Phase, da haben wir den Ball nicht kontrolliert“, bemängelte Guardiola, „wir hätten Olympiakos mehr laufen lassen müssen.“

Die Griechen konnten Manuel Neuer aber zum Glück nicht bezwingen. Mario Götze (89.) und erneut Müller (90.+2), diesmal per Foulelfmeter, beseitigten mit ihren Toren schlussendlich letzte Zweifel am Sieg. Zweimal bereitete Neuzugang Kingsley Coman, der für den angeschlagenen Robert Lewandowski ins Spiel gekommen war, vor.

Kurz regenerieren, dann Darmstadt

Für Müller war es der vierte Doppelpack und seine Champions-League-Tore 29 und 30. Damit hat er schon jetzt genauso viele auf dem Konto wie der ehemalige Barça-Stürmer Samuel Eto’o oder der Brasilianer Kaká. „Es ist ein gutes Gefühl, wenn es so läuft“, sagte Müller bescheiden, „ich bemühe mich in jedem Spiel, aber im Moment kommt auch das Quäntchen Glück noch dazu.“ Kapitän Lahm meinte, Müller solle diese unglaubliche Form einfach „so lange wie möglich genießen“.

Das Bankett verließ der Mann des Abends als einer der letzten, nachdem er alle Autogramm- und Fotowünsche erfüllt hatte. Der 3:0-Sieg war da fast schon wieder abgehakt, der Blick richtete sich nach vorne. „Es ist jetzt wichtig, dass wir einfach in den nächsten Wochen da weitermachen“, erklärte Rummenigge, „es geht schon am Samstag weiter in Darmstadt, dann am Dienstag Wolfsburg. Macht weiter so, am besten so wie ihr heute Abend aufgehört habt.“

Für fcbayern.de in Athen: Nikolai Kube

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