präsentiert von
Menü
Interview

Däbritz: 'Bayern ist die richtige Mannschaft für mich'

Sie ist Europameisterin, U20-Weltmeisterin und eines der größten Talente im deutschen Frauenfußball: Sara Däbritz. Seit zwei Monaten trägt die 20 Jahre alte Offensivspielerin das Trikot des FC Bayern und hat bereits in den ersten Spielen eine beachtliche Visitenkarte hinterlassen.

Vor dem Bundesliga-Topspiel am Freitagabend (18 Uhr, Grünwalder Stadion) gegen Vizemeister VfL Wolfsburg sprach Däbritz im Interview über ihren Wechsel von Freiburg nach München, die wiedergewonnene Nähe zur ihrem Heimatort Ebermannsdorf (bei Amberg) und den FC Bayern.

Das Interview mit Sara Däbritz

fcbayern.de: 2 Spiele, 2 Siege, 3 Tore - Glückwunsch zum tollen Einstand beim FC Bayern, Sara! Hast du so seinen Start erwartet?
Däbritz: „Der Start war wirklich super. Vor allem die sechs Punkte aus den ersten zwei Spielen sind wichtig. Das konnte man nicht erwarten, wenn man mit Potsdam gleich ein Knaller-Spiel zum Auftakt hat.“

fcbayern.de: Warum läuft es für dich persönlich auf Anhieb so gut bei Bayern?
Däbritz: „Nach der WM hatten wir zwei, drei Wochen komplett Pause. Das war wichtig, um abschalten und runterfahren zu können. Dazu stimmt es einfach in der Mannschaft. Wir neue Spielerinnen wurden super aufgenommen. Die Integration ist mir total leicht gefallen. Wir verstehen uns auf dem Platz und außerhalb sehr gut.“

fcbayern.de: Was waren denn die Gründe für deinen Wechsel nach München?
Däbritz: „Freiburg ist ein super Ausbildungsverein. Man hat keinen Druck, bekommt Spielpraxis und kann sich auf Fußball konzentrieren. Bayern ist ein Spitzenklub. Die Bedingungen sind top, das Trainerteam super, die Spielweise gefällt mir und die Mannschaft ist sehr stark. Mir war es wichtig, in einem Team voller Topspielerinnen zu spielen, wo es schwierig ist, sich durchzusetzen. Ich war von Anfang an überzeugt, dass Bayern die richtige Mannschaft für mich ist. Denn hier kann ich mich fußballerisch noch enorm weiterentwickeln.“

fcbayern.de: Welche Rolle spielt dabei Trainer Thomas Wörle?
Däbritz: „Ich habe vorher von vielen Spielerinnen gehört, dass der Trainer bei Bayern top ist. Jetzt habe ich ihn selbst erlebt und kann das nur bestätigen. Er ist in jedem Training total ehrgeizig, kann seine Vorstellungen sehr gut vermitteln und uns sehr viel beibringen.“

fcbayern.de: Wie groß war deine Vorfreude vor dem ersten Training bei Bayern?
Däbritz: „Ich war schon vor der WM richtig heiß drauf, endlich bei Bayern zu spielen. Nach dem Urlaub habe ich total motiviert losgelegt.“

fcbayern.de: Wenn man in der Oberpfalz aufwächst, hat man als Fußball-Fan nicht viele Optionen. Es gibt dort viele Bayern-Fans.
Däbritz:
„Auch in meinem Heimatort. Ich selbst war von klein auf Bayern-Fan. Ich erinnere mich, dass wir früher als Kind manchmal mit einem Fan-Bus in die Allianz Arena gefahren sind. Zwei meiner ersten Trikots waren von Giovane Elber und von Mehmet Scholl, die rot-blau gestreiften. Danach kamen Makaay, Ballack...“

fcbayern.de: Dann musstest du ja allein schon deswegen nicht lange überlegen, als die Anfrage aus München kam.
Däbritz: „Nein. Ein positiver Nebeneffekt ist, dass ich in München auch wieder näher an meiner Heimat bin. Von Freiburg aus musste ich vier, fünf Stunden bis nach Hause fahren. Jetzt geht es ganz schnell und auch mal spontan. Ich bekomme auch mehr Besuch von Zuhause. Am Freitag zum Spiel gegen Wolfsburg kommen wieder Mama, Papa, Tante, Onkel... Es ist echt schön, wenn man die Familie und die Freunde wieder enger bei sich hat.“

fcbayern.de: Würdest du sagen, dass du gerade deinen Traum lebst?
Däbritz: „Ja, schon. Das Fußballspielen hier macht so viel Spaß. Ich freue mich auf jedes Training, auf jedes Spiel. Wir sind in drei Wettbewerben vertreten. Und in der Champions League zu spielen, ist etwas Besonderes. Das muss man einfach alles genießen.“

fcbayern.de: Du hast es schon erwähnt: Nächster Gegner ist am Freitag Wolfsburg. Meister gegen Vizemeister. Kennst du deine persönliche Bilanz gegen Wolfsburg?
Däbritz: „Nein.“

fcbayern.de: Acht Spiele, acht Niederlagen.
Däbritz: „Das ist ja eine Topbilanz. (lacht) Ich erinnere mich aber an ein paar enge Spiele mit Freiburg gegen Wolfsburg, zum Beispiel letzte Saison im DFB-Pokal-Halbfinale. Da stand es nach 90 Minuten 1:1 und es ging in die Verlängerung. Am Ende hat es leider nicht gereicht.“

fcbayern.de: Wie müsst ihr am Freitag auftreten, damit es endlich mit dem ersten Sieg klappt?
Däbritz: „Wolfsburg ist jedes Jahr einer der Titelfavoriten. Sie haben eine sehr starke Mannschaft, die sie im Sommer noch einmal enorm verstärkt haben. Entsprechend schwer wird es. Wir müssen von Anfang an konzentriert sein, aggressiv in die Zweikämpfe gehen und versuchen, unser Spiel aufzuziehen.“

Das Interview führte: Nikolaus Heindl.

Weitere Inhalte