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Sonderlob für Kimmich, Rode & Co.

'Ein rundum gelungener Tag' am Böllenfalltor

Auf dem Papier sah es am Ende aus wie erwartet: 81 Prozent Ballbesitz, 18:5 Torschüsse, 3:0 Tore. Auf dem Rasen musste der FC Bayern aber zumindest eine Stunde lang Schwerstarbeit verrichten. „Nach der Champions League ist es nicht einfach, hier zu gewinnen“, war Pep Guardiola mit dem 3:0 (1:0)-Erfolg beim bis dato noch ungeschlagenen Aufsteiger SV Darmstadt 98 „sehr, sehr zufrieden. Wir haben gut gekämpft.“

Matthias Sammer schloss sich nahtlos an. „Das sind wichtige Zeichen, wenn das Team so ein Mentalitätsspiel besteht“, meinte der FCB-Sportvorstand. Die Mannschaft habe auf den „ganz eigenen Stil“ der Darmstädter - defensiv äußerst kompakt, offensiv mit langen Bällen und Standardsituationen agierend - sehr gut reagiert. „Wir haben von der ersten Sekunde an konzentriert gespielt“, sagte Sammer und sprach dem Team „ein großes Kompliment“ aus, speziell „denen, die nicht immer im Mittelpunkt stehen.“ Denn in Abwesenheit der geschonten Philipp Lahm, Thomas Müller, Robert Lewandowski, Xabi Alonso und Thiago übernahmen andere das Zepter.

Wenn Träume wahr werden

Joshua Kimmich zum Beispiel. Der 20-Jährige lief zum ersten Mal in der Bundesliga von Beginn an auf und überzeugte mit Abgeklärtheit und Passsicherheit. „Jedes Kind, das Fußball spielt, träumt davon, in der Champions League, in der Bundesliga zu spielen. In dieser Woche sind die Träume wahr geworden“, sagte Kimmich, der in den vergangenen beiden Saisons mit RB Leipzig bereits am Böllenfalltor angetreten war. „Ich wusste am besten von allen, wie schwer es ist, hier zu spielen.“

Bestens bekannt mit dem speziellen Charme des Darmstädter Stadions (Guardiola: „Die Atmosphäre ist Fußball, die Kabine ist Fußball.“) ist auch Sebastian Rode. Der Mittelfeldspieler ist 15 Kilometer südlich des Böllenfalltors geboren und spielte in der Jugend bei den Lilien. „Es war ein rundum gelungener Tag für mich“, freute sich Rode über die Rückkehr in seine Heimat, bei der er zum ersten Mal in dieser Saison in der FCB-Startelf stand und die Partie fast im Alleingang entschied: Zum 2:0 (62. Minute) gab er die Vorlage, das 3:0 (63.) erzielte er selbst. „Besser kann’s nicht laufen.“

Martínez feiert Comeback

„Beide verdienen mehr Minuten, als ich ihnen bisher gegeben habe“, ernteten Rode und Kimmich nach dem Schlusspfiff ein Sonderlob von Guardiola, „sie haben heute gezeigt, was für gute Spieler sie sind.“ Der FCB-Chefcoach freute sich an diesem Tag aber auch besonders für Javi Martínez. Der Spanier wurde in der 66. Minute eingewechselt. Es war sein erster Einsatz in der laufenden Saison und erst der dritte seit seiner Knie-Verletzung vor 13 Monaten. „Ich bin sehr glücklich“, sagte Martínez, „alles ist gut. Ich habe keine Reaktion im Knie.“

Bestens gelaunt trat zudem Kingsley Coman die Heimreise an. Der 19-jährige Franzose lief zum ersten Mal von Beginn an für den FC Bayern auf und traf zum 2:0, sein erstes Tor im FCB-Trikot. „Er ist wieselflink und tut unserem Spiel sehr gut“, sagte Rode über Coman, der erst vor drei Wochen nach München gewechselt war. Comans ehemaliger Turiner Teamkollege Arturo Vidal konnte sich zudem über sein erstes Tor (1:0, 20. Minute) nach seiner Rückkehr in die Bundesliga freuen.

„Ich denke, dass wir es sehr, sehr ordentlich gemacht haben“, meinte Rode nach dem fünften Sieg im fünften Saisonspiel. 15 Punkte und 15:2 Tore, der zweitbeste Bundesliga-Start der Vereinsgeschichte sind das Ergebnis einer echten Teamleistung. Sammer betonte: „Wir werden jeden brauchen in der Saison.“ Die Partie in Darmstadt hat gezeigt, dass das nicht nur auf dem Papier gilt.

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