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Fotograf Teller mit FCB in China

'Bei Elton John war ich weniger nervös'

Er ist einer der besten seines Fachs. Juergen Teller, 51, aus Erlangen, zog es 1986 nach London, wo er eine Weltkarriere als Fotograf startete. Der Franke portraitierte Stars wie Elton John, Sinead O’Connor, Kurt Cobain, Arnold Schwarzenegger oder das Model Kate Moss. Seit einigen Jahren arbeitet Teller mit der Wochenzeitung „Die Zeit“ zusammen. Gemeinsam kamen sie auf die Idee, neue Wege zu gehen und den FC Bayern München im vergangenen Sommer auf seiner Audi Summer Tour durch China zu begleiten.

Am heutigen Donnerstag erschienen im „Zeit Magazin“ 29 Seiten mit tollen Fotos und einem lesenswerten Text, der exklusive Einblicke in die Bayern-Welt gewährt. fcbayern.de sprach mit Star-Fotograf Juergen Teller über seine Erlebnisse.

Das Interview mit Juergen Teller:

fcbayern.de: Herr Teller, Sie fotografieren normalerweise in der Mode- und Musikbranche. Warum haben Sie den FC Bayern auf der China-Tour begleitet?
Juergen Teller: „Ich habe mir schon seit Längerem Gedanken gemacht: Was kann ich im Fußball machen? Was würde mich reizen? Es gab viele Angebote, aber ich sage eigentlich immer ab, weil doch das Schönste am Fußball das Live-Erlebnis ist, die Dynamik, die Emotion. Fußballspieler will man nicht unbedingt im Standbild sehen, das ist eher langweilig. Aber der Gedanke hat mich nicht losgelassen. Vielleicht kann man da doch was machen?“

fcbayern.de: Und dann kam die Anfrage…
Juergen Teller: „Genau, ich dachte mir: So eine Chance kommt nicht so schnell wieder. Mit dem FC Bayern, den ich ja so liebe, zu reisen - und dann noch nach China. Wow! Super interessant! Die USA hätten mich weniger gereizt, da kenne ich ja schon alles. Aber in China war ich noch nie. Und es hat sich gelohnt!“

fcbayern.de: Was für Eindrücke haben Sie gewonnen?
Juergen Teller: „Ich bin zurückgekommen und war total begeistert: von der Freundlichkeit, von der Lustigkeit, von der Professionalität des gesamten FC Bayern. Am Anfang war es nicht leicht, an die Spieler heranzukommen. Ich verstehe ja auch, dass die kein so großes Interesse daran haben, wenn da so ein Hampelmann mit der Kamera ankommt. Aber von Tag zu Tag wurde es lockerer. Es liegt ja auch an einem selbst, wie einfühlsam oder wie nervig man an die Leute rangeht. Ich denke, ich war sensibel genug. Mit Thomas Müller war es zum Beispiel total einfach.“

fcbayern.de: Warum?
Juergen Teller: „Weil er offen und intelligent ist. Er versteht das Geschäft. Ich habe ihm Fotos von mir gezeigt und sogar ein Buch geschenkt.“

fcbayern.de:  Was waren für Sie die Highlights der Reise?
Juergen Teller: „Naja, es ging schon los beim Check-in am Flughafen. Da stehen die Spieler einfach nebeneinander, direkt vor mir, einen Meter entfernt. Und ich kann sie fotografieren. Ich konnte das gar nicht fassen. Als ich Elton John oder Kate Moss fotografiert habe, war ich deutlich weniger nervös.“

fcbayern.de:  Und dann in China?
Juergen Teller: „Ich bin ein paar Mal zusammen mit den Spielern in einem Minibus zu den verschiedenen Events gefahren. Mit Lahm, Müller, Götze, Guardiola. Ich war bei diesem Tischtennis-Match von Lahm und Müller gegen die chinesischen Profis dabei. Bei Lang Lang. Und, und, und. Atemberaubend war, als ich in Shanghai nach dem Sieg gegen Inter Mailand mit den Spielern über den Rasen gelaufen bin. Auf einmal war ich mittendrin mit meiner Kamera. Gänsehaut pur, ein special moment.“

fcbayern.de:  Wie viele Fotos haben Sie insgesamt geschossen?
Juergen Teller: „Puh, viele! (lacht) Genau weiß ich das nicht. Im Zeit Magazin sind ja schon einige, aber ich überlege sogar, ein Fotobuch aus dieser Reise zu machen. Es hat mich unheimlich fasziniert. Was für eine Wirkung Bayern München auf die Chinesen hatte. Wahnsinn. Da laufen Fans mit Bayern-Tattoo rum und schreien auf Deutsch: Bayern, mein Leben. Verrückt.“

Das Interview führte: Nikolai Kube.

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