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Interview mit U17-Trainer

Walter: 'Nur mit Spaß ist Weiterentwicklung möglich'

Acht Siege aus den ersten acht Partien der B-Junioren Bundesliga Süd/Südwest – die Bilanz der U17 des FC Bayern ist bislang makellos. Die Münchner sind seit dem siebten Spieltag alleiniger Tabellenführer, der Vorsprung auf die Verfolger vom VfB Stuttgart und Karlsruher SC beträgt derzeit fünf Punkte. Am kommenden Samstag steht das Topspiel beim KSC auf dem Programm.

Für Tim Walter, der im Sommer den Posten des Cheftrainers der FCB-U17 übernahm, ist die Partie nicht nur aufgrund der Tabellenkonstellation etwas Besonderes. Insgesamt zehn Jahre war der 39-Jährige als Jugendtrainer für den KSC tätig. Im Interview mit fcbayern.de spricht er über den Saisonstart, die tägliche Arbeit mit den Nachwuchstalenten des Rekordmeisters und das Spitzenspiel gegen seinen Ex-Klub.

Das Interview mit Tim Walter

fcbayern.de: Hallo Herr Walter, vor der Saison haben Sie die individuelle Entwicklung Ihrer Spieler als oberstes Ziel ausgegeben. Wie zufrieden sind Sie mit den Fortschritten Ihrer Jungs, dreieinhalb Monate nach Dienstantritt?
Walter: „Sehr zufrieden, weil ich in jedem Training merke, mit welcher Leidenschaft und Intensität und vor allem auch mit welcher Freude sie an die Sache herangehen. Das steht immer über allem, denn nur mit Spaß ist eine Weiterentwicklung möglich. Deshalb bin ich zum aktuellen Zeitpunkt wirklich sehr zufrieden.“

fcbayern.de: In der Liga läuft es: Acht Spiele, acht Siege – Platz eins und fünf Punkte Vorsprung auf den Zweiten. Sind Sie von dem perfekten Saisonstart selbst ein wenig überrascht?
Walter: „Klar ist es immer das Ziel, jedes Spiel zu gewinnen. Über die mannschaftliche Entwicklung verbessert sich letzten Endes immer auch jeder Spieler individuell. Aber das war in der Form für mich nicht zu erwarten. Es freut mich von daher natürlich umso mehr, dass die Jungs diesen notwendigen Willen und Spaß, den es zum Gewinnen benötigt, jede Woche aufs Neue zeigen.“

fcbayern.de: Woran liegt es, dass es momentan so gut läuft bei Ihrem Team?
Walter: „Wir haben ein homogenes Team, mit den Co-Trainern, Physios, Athletiktrainern usw. Der ganze Stab mit unserem Betreuer arbeitet so gut zusammen, dass die Jungs diese Einheit spüren und wissen, dass wir immer zu ihnen stehen. Daneben sind die aktuellen Ergebnisse einfach auch die logische Konsequenz aus den Trainingseinheiten, in denen die Jungs immer Vollgas geben.“

fcbayern.de: Teilweise war auch das nötige Quäntchen Glück dabei, wie beispielsweise beim Last-Minute-Sieg in Nürnberg.
Walter: „Mit Sicherheit, aber Glück hat nur der Tüchtige. Wir arbeiten täglich daran. Nicht nur mannschaftlich, jeder Einzelne hat seinen Plan, mit dem wir versuchen, die individuellen Schwächen zu bearbeiten, aber auch die individuellen Stärken hervorzuheben. Darum denke ich, dass wir im Endeffekt immer auch verdient das nötige Glück haben, weil wir es uns jeden Tag sehr hart erarbeiten.“

fcbayern.de: Was wollen Sie noch verbessern?
Walter: „Es liegt in der Natur des Menschen, dass er immer nach vorne strebt. Daher gibt es immer etwas zu verbessern. So ist es auch bei unserer Mannschaft. Wir wollen immer besser werden, wollen immer mehr Erfolg haben. Allgemein strebt der Einzelne bei uns immer nach Höherem.“

fcbayern.de: In der Vorsaison haben Sie die U19 des Karlsruher SC trainiert. Worin unterscheidet sich die Arbeitsweise mit den verschiedenen Altersstufen?
Walter: „Es ist nicht allzu viel, von der Intensität und den Inhalten ist es ähnlich. Mit Sicherheit sind die U19-Spieler einen Tick reifer. Das ist gerade das Schöne, du möchtest die U17-Spieler dahin führen, dass sie sich ein Jahr später weiterentwickelt und den nächsten Schritt gemacht haben. Als Trainer muss ich teilweise mehr eingreifen, mehr reden, da das große Ziel noch einen Tick weiter weg ist als in der U19.“

fcbayern.de: Am kommenden Samstag steht mit dem Spiel bei ihrem Ex-Klub das Duell Dritter gegen Erster an. Für Sie sicherlich eine ganz besondere Partie.
Walter: „Ich freue mich natürlich sehr auf das Spiel und das Wiedersehen mit vielen Bekannten. Aus den zehn Jahren in Karlsruhe habe ich viel mitgenommen, habe viele Erfahrungen sammeln können. Ich hatte dort sehr schöne Zeiten und auch noch viele Verbindungen. So auch mit meinem jetzigen Trainerkollegen Lukas Kwasniok, wir telefonieren sehr häufig. Aber ich habe jetzt eine neue Aufgabe und bin froh, bei Bayern zu sein und hier etwas voranzutreiben.“

fcbayern.de: Was erwarten Sie von dem Topspiel gegen den KSC?
Walter: „Der KSC ist eine gute Mannschaft, die mehr über das Fußballspezifische kommt. Ich glaube, dass wir mehr entgegenzusetzen haben, was die individuelle Klasse und das Tempo anbelangt. Wenn wir unsere Stärken in die Waagschale werfen, werden wir das Spiel gewinnen.“

fcbayern.de: Zum Abschluss noch ein kleiner Ausblick: Sind die Ziele nach dem guten Saisonstart neu gesteckt?
Walter: „Unser Ziel ist es, am Samstag in Karlsruhe zu gewinnen.“

Das Interview führte: Felix Hülskemper.

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