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Interview

Martínez: 'Als wäre ich noch einmal 17'

Es ist noch keine zwei Wochen her, da feierte Javi Martínez sein Comeback. Nach mehr als einjähriger Pause wegen einer Knieverletzung - wenn man von zwei Einsätzen im Mai absieht - kehrte der Spanier auf den Rasen zurück. Seitdem sind zwei weitere Einwechslungen sowie ein Startelf-Einsatz dazugekommen. Im Interview mit fcbayern.de sprach Martínez über seine Rückkehr, seine Selbstzweifel und eine Nachricht von seiner Mutter.

Das Interview mit Javi Martínez

fcbayern.de: Hola, Javi! Auf einer Skala von 1 bis 10: Wo steht dein Glücksfaktor im Moment?
Martínez: „Auf der 10! Nach 13 Monaten Verletzungspause, viel harter Arbeit und natürlich auch ein paar schweren Momenten ist es unbeschreiblich, wieder bei der Mannschaft zu sein und dieses schöne Spiel wieder genießen zu können. Ich bin überglücklich.“

fcbayern.de: Du kamst in elf Tagen vier Mal zum Einsatz. Wie fühlst du dich körperlich?
Martínez: „Jedes Spiel ist immer harte Arbeit. Deswegen bin ich schon ein bisschen müde. Aber ich denke, ich bin nicht erschöpfter als die anderen auch.“

fcbayern.de: Und wie fühlt sich dein Knie an?
Martínez: „Dem Knie geht es gut. Ich habe keine Schmerzen, keine Reaktion.“

fcbayern.de: Wie viel vom alten Javi Martínez sehen wir schon wieder auf dem Platz? 80 Prozent? 90 Prozent? 100 Prozent?
Martínez: „Das ist schwer zu sagen. Ich fühle mich auf jeden Fall ziemlich gut. Vor meinem Comeback war ich ein bisschen unsicher: Bin ich noch schnell genug? Springe ich noch hoch genug? Wenn man ein Jahr verletzt ist, überlegt man schon, ob man sein altes Niveau wieder erreichen wird. Jetzt kann ich sagen: Alles ist gut. Ich bin vielleicht noch nicht bei 100 Prozent, aber viel fehlt nicht. Der Rest kommt mit der Zeit.“

fcbayern.de: Bist du überrascht, wie gut dein Comeback bislang verlaufen ist?
Martínez: „Es ist genauso gekommen, wie es mir die Ärzte, die Physiotherapeuten und alle immer wieder versichert haben. Deswegen ist es keine Überraschung. Ich danke allen, die mir auf meinem Weg zurück geholfen haben.“

fcbayern.de: Fühlst du dich als Fußballer neu geboren?
Martínez: „Die ersten Einsätze haben sich tatsächlich so angefühlt, als wäre ich noch einmal 17 Jahre alt und würde zum ersten Mal auf diesem Niveau Fußball spielen. Das ist wunderschön.“

fcbayern.de: Du hast der Mannschaft lange von außen zusehen müssen. Inwiefern hat dich diese Zeit verändert?
Martínez: „Ich denke nicht, dass sich meine Qualitäten auf dem Platz verändert haben. Da bin ich Derselbe und tue Dasselbe wie zuvor. Aber vielleicht gebe ich besser Acht auf mich. Vor der Verletzung war ich vielleicht manchmal ein bisschen nachlässig. Jetzt bin ich sehr fokussiert auf meine Arbeit, mache vor und nach dem Training noch Extra-Übungen. Ich glaube, man kann schon sagen, dass ich noch professioneller geworden bin.“

fcbayern.de: Vor nicht einmal zwei Wochen hast du in Darmstadt dein Comeback gefeiert. Wer hat dir danach die erste Nachricht geschickt?
Martínez: „Meine Mutter. Ich habe sie gleich angerufen. Sie hat sich so gefreut. Das hat mich auch glücklich gemacht.“

fcbayern.de: War deine Mutter deine größte Unterstützerin während der langen Verletzungspause?
Martínez: „Meine Mutter, meine Familie, meine Freunde, alle hier bei Bayern haben mich in den Arm genommen, wenn es nötig war. Ich bin aber auch ein sehr positiver Mensch. Deswegen hatte ich nicht so viele schwere Tage. Nur einen oder zwei.“ (lacht)

fcbayern.de: Am Sonntag kommt es zum Wiedersehen mit Dortmund - der Klub, gegen den du dir die Verletzung zugezogen hast.
Martínez: „Daran denke ich heute nicht mehr. Das ist Vergangenheit. Es ist einfach deswegen ein besonderes Spiel, weil Dortmund unser nächster Verfolger ist. Und Duelle mit Dortmund sind sowieso immer sehr schwer und sehr intensiv. Am Sonntag gibt es bestimmt das nächste schöne Spiel für uns und die Zuschauer.“

Das Interview führte: Nikolaus Heindl.

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