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Für Aufwand nicht belohnt

'Es ist nichts Dramatisches passiert'

Wenn von einer Niederlage die Rede ist, ist Applaus eher eine Seltenheit. Doch genau das passierte am späten Dienstagabend, gegen Viertel nach elf im prunkvollen Bankettsaal des Mannschaftshotels The Landmark in London. Karl-Heinz Rummenigge sprach gerade von einer „Niederlage, bei der die Mannschaft trotzdem mit erhobenem Haupt vom Platz gegangen ist.“ Da musste er seine Rede unterbrechen. Die rund 300 Gäste applaudierten.

73 Prozent Ballbesitz und 21:13 Schüsse standen nach hochklassigen 90 Minuten für die Münchner zu Buche. Thiago (139), Xabi Alonso (112) und Juan Bernat (108) hatten jeweils mehr Ballkontakte als die beiden besten Gunners (Mesut Özil 54, Santi Cazorla 52) zusammengezählt. Nach Toren hieß es am Ende aber 0:2 (0:0) aus Sicht des FC Bayern.

'Wir ärgern uns tierisch'

„Wir haben dominiert, haben über rechts, über links, durch die Mitte attackiert und hatten genug Chancen, um dieses Spiel zu gewinnen“, meinte Pep Guardiola und lobte „Mut“ und „Persönlichkeit“ seiner Mannschaft. „Aber am Ende ist es das Wichtigste, dass man Tore schießt. Der Gegner war im Abschluss klarer.“ Die Bayern hatten sich an diesem Abend für ihren Aufwand einfach nicht belohnt. Zum ersten Mal in der laufenden Saison blieben sie ohne eigenen Treffer und so endete eine Serie von zwölf Pflichtspielsiegen in Folge.

„Wir ärgern uns tierisch, dass wir dieses Spiel verloren haben. Wir haben zu wenig aus dem Ballbesitz gemacht“, sagte Jérôme Boateng. Dass ausgerechnet Manuel Neuer, der in der ersten Halbzeit seine Mannschaft gegen gefährlich konternde Gunners mit „zwei, drei Weltklasse-Paraden“ (Rummenigge) im Spiel gehalten hatte, das entscheidende Missgeschick beim 0:1 durch Olivier Giroud (77. Minute) unterlief, war das unglückliche i-Tüpfelchen des Abends. „Das war mein Fehler“, sagte der FCB-Keeper, „ich muss da auf der Linie bleiben. Dann passiert nichts.“

Arsenals Bester: Keeper Petr Cech

„Kein Vorwurf an Manu!“ Wie Thomas Müller nahmen nach dem Schlusspfiff alle Bayern ihren Schlussmann in Schutz. „Wir haben nicht wegen Manuel verloren“, sagte Guardiola. Stattdessen muss sich laut Müller jeder „an die eigene Nase packen“. Thiago (11.), Douglas Costa (19., 42., 51.), Arturo Vidal (28.), Lewandowski (54., 75.) und Müller (76.) hatten gute Möglichkeiten, zielten aber nicht genau genug oder scheiterten an Arsenals Bestem: Keeper Petr Cech. Özils 2:0 in der Nachspielzeit (90.+4) war nur noch Nebensache.

„Das ist Champions League - und in der Champions League musst du perfekt sein. Das waren wir heute nicht“, sagte Guardiola. Rummenigge hakte den Abend beim Bankett ab: „Im Grunde genommen ist nichts Dramatisches passiert. Wir sind immer noch Tabellenführer in der Gruppe.“ Wichtig sei nur, dass die Mannschaft nun „sofort eine Reaktion zeigt“ und am Samstag gegen Köln ihren Bundesliga-Startrekord (9 Siege) ausbaut. „Ich würde euch empfehlen, macht einfach weiter“, richtete sich der FCB-Vorstandschef direkt an die Spieler, „das kann ein Rekord für die Ewigkeit werden.“

Für fcbayern.de in London: Nikolaus Heindl

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