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Erster Punktverlust

'Wir müssen es gegen Arsenal besser machen'

Pep Guardiola hatte so eine Vorahnung. „Wir sind noch nicht Pokalsieger, nicht Deutscher Meister, nicht Champions-League-Sieger. Wir sind erst im Oktober“, sagte der Bayern-Trainer vor dem Gastspiel seiner Mannschaft bei Eintracht Frankfurt am Freitagabend und versuchte, die mediale Euphorie zu bremsen. „Wir haben alle zehn Spiele gewonnen - und trotzdem nur sieben Punkte Vorsprung. Das zeigt, wie stark unsere Gegner sind. Sieben Punkte im Mai sind eine große Differenz, sieben Punkte im Oktober sind zu wenig.“

Nach der Partie in der Mainmetropole sollte sich Guardiola bestätigt fühlen. 0:0 endete das Spiel nach 95 hart umkämpften Minuten in der mit 51.500 Zuschauern ausverkauften Commerzbank-Arena. 95 Minuten, in denen sich der Rekordmeister drei Tage nach der starken Vorstellung im DFB-Pokal beim VfL Wolfsburg gegen die extrem defensiv eingestellten Hessen nicht wie gewohnt in Szene setzen konnte. Erstmals in dieser Saison haben die Münchner in der Bundesliga den Platz nicht als Sieger verlassen.

FCB enttäuscht und traurig

„Klar sind wir enttäuscht, wir wollten gerne einen Sieg haben. Für uns ist es schade, dass wir nicht gewonnen und die Punkte liegenlassen haben“, erklärte Jérôme Boateng. Durch das torlose Remis konnte Verfolger Borussia Dortmund mit einem 3:1-Sieg in Bremen den Rückstand auf den FCB am Samstag auf fünf Punkte verkürzen. Dass der FCB es verpasste, die Bestmarke von Tottenham Hotspur (elf Siege) zu egalisieren, interessierte in dem Moment niemanden. „Wir schauen nicht auf Rekorde, sondern auf uns und von Spiel zu Spiel. Jetzt ist das Thema erledigt, auch für die Presse“, stellte Boateng klar.

„Wir sind natürlich traurig über das Unentschieden“, meinte auch Arturo Vidal, der der Defensiv-Taktik der Eintracht, die nur eines der sieben vorangegangenen Pflichtspiele gewonnen hatte und unter der Woche im DFB-Pokal am Drittligisten Erzgebirge Aue gescheitert war, nur wenig abgewinnen konnte. „Frankfurt hat mit elf Spielern am Strafraum verteidigt. Da ist es für jede Mannschaft fast unmöglich, ein Tor zu erzielen.“ Boateng ergänzte: „Wenn man sieht wie Frankfurt sich hinten reingestellt hat, dann ist das natürlich kein schöner Fußballabend.“

Wie eine Handball-Mannschaft

Wie schon in den letzten Spielen gegen Bremen, Köln oder den FC Arsenal zog der FCB sein Positions- und Kombinationsspiel auf und suchte geduldig nach einer Lücke im engen Defensivverbund der Gastgeber. „Jedes Wochenende steht man da und denkt, es geht nicht defensiver. Und dann kommt eine andere Mannschaft, die noch defensiver steht“, merkte Kapitän Philipp Lahm an. „Trotzdem hatten wir einige Möglichkeiten, die man in so einem Spiel einfach nutzen muss. Das ist uns in den letzten Wochen gelungen, heute eben nicht.“

Wie eine „Handball-Mannschaft“ habe der FCB spielen müssen, sagte Boateng, trotzdem habe man sich „zwei, drei sehr gute Chancen“ erarbeitet. „Wir müssen uns vorwerfen, dass wir nicht mehr daraus gemacht haben“, meinte der Abwehrspieler selbstkritisch. Als „legitim“ bezeichnete Manuel Neuer die Spielweise der Eintracht. Frankfurt habe es während der gesamten Spielzeit „einfach gut gemacht. Wir sind kaum durchgekommen“, so der Torhüter, der einräumte: „Es fühlt sich an als ob wir das Spiel verloren haben, obwohl wir alles versucht haben.“

„Der Gegner kann spielen, wie er will. Wir müssen in der Lage sein, gut anzugreifen“, wollte Guardiola die defensive Spielweise der Eintracht nicht als Grund für das Remis gelten lassen. „Fußball ist nicht immer das, was man sich wünscht.“ Schon am Mittwoch wartet in der Champions League mit dem FC Arsenal die nächste Aufgabe auf den FCB, dann soll es Revanche für die 0:2-Niederlage im Hinspiel geben. „Wir müssen uns jetzt regenerieren und es gegen Arsenal dann besser machen“, meinte Boateng. „Ich glaube nicht, dass die viel anders spielen werden.“

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